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Vorbemerkung      

Angeln - Das Land der großen Fische      

Aperitif - Ein kleines angenehmes Ritual      

Belfast wird immer moderner und attraktiver      

Besucherzentren - Eine Auswahl für Kulturfans      

Bloomsday - Burgunder und Gorgonzola-Sandwich      

Bootsurlaub - Die irischen Wasserstraßen      

Cork City - Unter Heiligen und Rebellen      

Cork County - Im Fahrwasser des Golfstroms      

Derrys touristisches Kapital ist seine Geschichte      

Dublin - Eine Metropole voller Überraschungen      

Dublin - Ein literarischer Spaziergang      

Essen in Irland - Von Hausmannskost bis Slow Food      

Feriendomizile der besonderen Art      

Festivals - Folk und Rock, Pferde und ein Bock      

Foodfeature - So fein gegessen wie gekocht      

Gartenfestival - Die Blumenpracht der Ostküste      

Robinsonaden der Gartenlust      

Die Golf-Insel Europas - Mildes Klima und Plätze wie Sand am Meer      

Golf - Für die perfekten Momente      

Golfplätze aus Meisterhand - Faldo, Palmer & Co.      

Halloween in Irland - „Streich oder Leckerbissen?      

Hurling - Das schnellste Feldspiel der Welt      

Die Inseln der Insel - Kleine Schätze im Atlantik      

Kochschulen - Kurse und Rezepte      

Literaten, Poeten und andere Autoren      

Nationalparks in Irland      

Nordirland: Gärten, Küste und das Wasser des Lebens      

Nordirland: Städtetouren und Aktivitäten      

Orte, die es in sich haben      

Radurlaub in Nordirland      

Reiten, Trails und Pferde mit bunten Wagen      

Sprachkurse - Englisch und Gälisch      

Wanderful Ireland      

Wassersport auf der grünen Insel      

Wellness: Viel Spaß im Spa      

Wellness: Mit der Weisheit der Natur      

Wasser des Lebens - Whiskey wird dreimal gebrannt      

Windmühlen - Die pure Kraft des Windes      

Vorbemerkung

Die hier veröffentlichten Artikel sind zum Teil dem "Ireland magazine" entnommen, dem Vorgänger dieses Portals. Die Abkürzung IM am Ende der Artikel steht für diese Publikation der Irland Information und verweist auf das Erscheinungsdatum. Die in den Artikeln erwähnten Links zu anderen Internetseiten sind immer am Ende des Textes installiert.

Angeln - Das Land der großen Fische

Kein Land Europas kann derart viele verschiedene Angelvergnügen bieten

Gäbe es einen europäischen Wettbewerb um den Titel des „besten Urlaubsziels für Angler“ läge Irland gewiss an erster Stelle. Welches andere Land könnte auf so kleiner Fläche derart viele verschiedene Angelvergnügen bieten? Irland hat mehr als 14000 Kilometer Flüsse und Bäche – die großen Seen im Landesinneren nicht mitgezählt. Und vermutlich hat an Hunderten von Kilometern noch nie ein Angler seine Schnur auslaufen lassen – sehr viel Platz für Entdecker mit Rute und Blinker.

Dank seiner einzigartigen geographischen Lage treffen Angler in Irlands Binnengewässern auf Fische, die sie dort nicht gemeinsam vermutet würden: Warmwasserspezies wie die Karpfen, aber auch eher nordatlantische oder arktisch orientierte Arten wie der Atlantiklachs oder der Char.

Ähnlich ist es auf hoher See: Hier können Sportfischer einen Blauhai oder einen Wolfsbarsch am Haken haben, zwei Fischarten, die südliche Gewässer bevorzugen, ebenso aber auch einen Dorsch, der das kalte Wasser schätzt.

Das Geheimnis dieser überraschenden Vielfalt ist der Golfstrom. Er umspült Irland, dadurch gibt es auf See warme und kalte Regionen. Der in der Karibik aufgeheizte Meeresstrom prägt aber auch das milde Klima auf der Insel – deshalb gedeihen überall sogar Palmen. Und vom Klima wie von regelmäßigen Regenfällen sind auch die Inselgewässer geprägt: Sie sind meist wärmer als man es auf dieser geografischen Höhe vermuten würde.

Irland kann somit allen Arten des Sportangelns bieten: das Hochseeangeln, das „Game Angling“ auf Lachs und Forelle, und das „Coarse Angling“ auf Hechte, Aale und Friedfische. Viel Konkurrenz von einheimischen Anglern haben die Touristen übrigens nicht. Die Iren konzentrieren sich in der Regel auf das Game Angling.

Im Januar beginnt bereits die Game Angling Season, weil dann schon die ersten Lachse aus dem Meer in die Flüsse in Westen steigen. Generell ist aber auch der Sommer eine gute Zeit für die Lachsangler. Jeder Fluss hat allerdings seine spezifischen Lachs-Zeiten, die regionalen Touristikbüros kennen die Zeiten selbstverständlich. Bei ihnen – und bei den Spezialveranstaltern für Angelreisen – kann man auch die speziellen Vorschriften und Regelungen für die einzelnen Flüsse erfahren. Neben dem Lachs schätzen die Game Anglers vor allem die Seeforelle und die Bachforelle (brown trout), allesamt zur Spezies der Salmoniden gehörig.

Die irischen Coarse Angler, die auf alles gehen, was nicht zu den Salmoniden gehört, werfen ihre Fische meist zurück ins Wasser, denn Rotaugen, Schleien und Hechte galten bislang als nicht sonderlich schmackhaft. Erst seit die Touristen sich gerne an frisch gefangenen Hechten erfreuen, kommt bisweilen auch bei den Iren ein Hecht (pike) in den Kochtopf. Seither gelten auch für Hechte Entnahme-Limits. Viele Coarse Angler verbinden ihre feuchte Pirsch mit einem Hausboot-Urlaub auf dem Shannon oder Erne.

Meeresangler betreiben ihr Hobby entweder von Klippen oder vom Boot aus. Selbst von Land aus kann man mit Anglerglück kapitale Burschen einholen, etwa einen Katzenhai. Bei Klippenangeln sollten sich Urlauber aber an die ausgeschilderten Stellen halten, da diese sicher sind und keine Gefahr besteht, von einer massiven Woge in die See gerissen zu werden.

Herbergen für Fischzüge
Iren lieben das Angeln – deshalb sind Besucher mit Rute und Haken überall willkommen
Angler sind in Irland überall willkommene Gäste, im Hotel, im B&B oder im Farmhouse. Und überall wird der angelnde Urlauber Gleichgesinnte zum Fachsimpeln treffen, wenn nicht unter seinen Wirtsleuten, so spätestens im local pub.

Aber es auch eine Reihe von Hotels, die sich auf diese Klientel spezialisiert haben. Einige davon haben sich in der kleinen Broschüre „Ausgewählte Unterkünfte für Angler in Irland“ zusammengeschlossen. Die Palette reicht vom luxuriösen Schlosshotel bis zur einfacheren Unterkunft in einem Country House & Angling Centre.

Jedes der Häuser hat Zugang zu vorzüglichen Fischgründen, einige davon können ihren Gästen sogar private Gewässer bieten. Bei manchen ist das Angeln auf das Fliegenfischen beschränkt, andere offerieren alle Angelarten. Die Great Fishing Houses of Ireland, so der Name der Vereinigung, haben Aufbewahrungsräume für Angler, Kühlräume für die Fänge, Räucherkammern und für die Angelkleidung auch Trockenräume.

Der Lachs der Weisheit
Gewiss, Irland ist ein faszinierendes Angelrevier, insbesondere für Lachsangler. Aber wir müssen fairerweise eingestehen: Der beste Lachs ist leider schon weg. Sorry.
Es war der „Salmon of Knowledge“. Er lebte im River Boyne. Wer diesen Lachs des Wissens fängt und etwas von ihm verspeist, hat alle Kenntnisse der Welt in sich vereint.

Dem weisen Finnéigreas gelang eines Tages der große Fang. Er gab ihn dem jungen Fionn mit dem Auftrag, den Fisch zu braten, aber nichts davon zu essen. Der Häuptlingssohn, der bei dem Lehrmeister die Poesie erlernen sollte, hielt sich natürlich an den Auftrag.

Als der Lachs gebraten war, fiel dem Jungen eine kleine Unebenheit auf der silbrigen Haut des Fisches auf. Er brach sie ab, um sie wegzuwerfen. Weil der Hautfetzen ihm den Daumen verbrannte, steckte er den Finger in seinen Mund.
Als Finnéigeas in sein Haus trat, sah er in den Augen des Kindes, dass er es nichts mehr lehren konnte. Er schickte den Sohn weg, das Werk seines toten Vaters fortzusetzen. Und wann immer Fionn fortan ein Problem hatte, steckte er den Daumen in den Mund und fand eine Lösung.

Also, kein Lachs des Wissens mehr. Doch es soll da noch irgendwo in Irland den Salmon of Wealth, den Lachs des Reichtums, geben, aber garantieren können wir das nicht...

Informationen gibt es bei der Irland Information, Tel: 069-66 800 950, www.entdeckeirland.de, www.landwaterair.co.uk und
www.angling.ireland.ie .

(IM, Nr. 3/2000)

Aperitif - Ein kleines angenehmes Ritual

Vor dem Dinner trifft man sich auf einen Drink in der Lounge

"Darf es ein Aperitif sein?“ In irischen Herrenhäusern und feineren B&Bs, die auch ein Dinner anbieten, wird diese Frage oft vor dem Abendessen gestellt. Schauplatz dieses kleinen und angenehmen Rituals ist in der Regel die Lounge, ein Raum, der mit einem offenen Feuer, Sofas und Sesseln wie ein gemütliches Wohnzimmer eingerichtet ist.

Bei diesen Drinks, die später auf der Rechnung stehen, lernen die Gäste des Hauses einander kennen, fast immer sind auch die Besitzer oder Betreiber des Hauses anwesend. Zu den üblichen Aperitifs in Irland zählt der Gin and Tonic, ein Dry Sherry oder auch einfach ein Glas Wein. Einen Irish Whiskey gönnt man sich erst nach dem Essen, natürlich "strait" – ihn "on the rocks" (auf Eis) zu bestellen, gilt auf der Insel als Todsünde. Ein Tröpfchen Wasser wird gerade noch akzeptiert, denn die meisten Iren sind davon überzeugt, dass man damit das edle Getränk ruiniert.

Dann werden die Speisekarten für das Abendessen gereicht. Meist gibt es eine gute Auswahl mehrerer Gerichte und Gänge. Kleine Korrekturen an der Speisefolge lassen sich bei dieser Gelegenheit durchaus noch anbringen („Bitte für mich nur die Karotten und keinen Broccoli“). Gäste, die ein vegetarisches Essen bevorzugen oder sonstige Spezialwünsche haben, sollten diese möglichst vorab äußern. Auch der Wein wird jetzt gewählt. Irlands Weinkarten können sich sehen lassen. Gewächse aus aller Herren Länder werden angeboten. Man genießt in aller Ruhe seinen Drink, bevor man höflich davon in Kenntnis gesetzt wird, dass nun alles vorbereitet sei, und man zur Tafel schreiten kann.

(IM 3/2003)

Belfast wird immer moderner und attraktiver

3-D Filme und Bonbons wie vor hundert Jahren
Belfast erlebt zur Zeit, was Dublin bereits in den neunziger Jahren prägte: Der große Sprung nach vorn. Vor allem entlang der Uferlinie hat sich die nordirische Hauptstadt mit dem Odyssey Centre und der Waterfront Hall (einem Konferenzzentrum, das auch für Konzerte und Ausstellungen genutzt wird) bereits prägnant verändert. Titanic Quarter und das neue Kunst- und Vergnügungsviertel am Custom House sind Stichworte für die unmittelbare Zukunft. Wachsende Touristenzahlen spiegeln diese Entwicklung und das Ende der gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen wider.

The Odyssey – das Symbol des neuen Belfast
Auf einem gut neun Hektar großen Dock entstand unmittelbar am River Lagan binnen weniger Jahre eine der größten Besucherattraktionen Irlands, der Odyssey-Komplex. Er besteht aus drei Hauptbereichen, der Arena, dem Museum W5 und dem Pavillon nebst Imax-Kino. Die Arena ist Irlands größtes überdachtes Stadium, das je nach Veranstaltungsart bis zu 10 000 Zuschauern Platz bietet. Das professionelle Eishockey-Team der Belfast Giants absolviert hier seine Heimspiele, die Popgruppe Westlife hat in der Arena bereits ein ausverkauftes Konzert zelebriert (www.theodyssey.co.uk).

5W
Das Wissenschaftsmuseum 5W erhielt seinen ungewöhnlichen Namen von den fünf Frageworten, mit denen man die meisten Antworten sucht: Was? Wer? Wie? Wo? Wann? Das interaktive Zentrum erklärt die Welt der physischen Gesetze, wobei die Themen Energie und Bewegung besondere Schwerpunkte bilden. Es macht vertraut mit der Welt der Sinne, insbesondere mit Licht und Ton. Das Zentrum, das mit einem traditionellen Museum fast nichts mehr gemein hat, erlaubt den Besuchern aller Altersgruppen auch, ihre kreativen Ideen auf vielerlei Art direkt zu erproben (www.5online.co.uk).

Pavillon
Geschäfte, Restaurants und vor allem Kinos prägen den Pavillon. Neben dem Multiplex-Kino mit zwölf Leinwänden gibt es noch ein Imax-Theater mit einer Riesenleinwand. Vor ihr finden bis zu 380 Zuschauer Platz, sie können dort sogar 3-D Filme anschauen. Zum kulinarischen Angebot gehören unter anderem ein spanisches Tapas-Restaurant, ein klassischer American Diner und Irlands erstes Hard Rock Café.

Belfasts klassische Sehenswürdigkeiten – eine kleine Auswahl
Die mächtige City Hall wurde 1888 eröffnet, damals erhielt Belfast sein Stadtrecht von Queen Victoria. Das im Edwardian Style errichtete Gebäude diente einigen Rathäusern im British Empire als Vorbild, beispielsweise im südafrikanischen Durban. Im Sommer ist der Rasen vor dem Haupteingang ein beliebter Treffpunkt.

Der Crown Liquor Saloon in der Great Victoria Street ist wegen seiner üppigen viktorianischen Dekoration eines der bekanntesten Pubs auf der Insel. Es gehört der Denkmalschutz-Organisation National Trust.

Das Quartier rings um St. Anne’s Cathedral war in der Vergangenheit wegen seiner Kneipen beliebt bei allen Seeleuten. Nach einigen Jahrzehnten der Vernachlässigung wurde es behutsam wiederbelebt und ist heute ein lebendiges Künstler- und Medienviertel. Beliebt ist das alljährliche Cathedral Quarter Arts Festival.

St. George’s Market wurde 1896 erbaut und kürzlich aufwändig restauriert. Die elegante Markthalle in der Oxford Street ist die älteste Irlands. Markttage sind Dienstag und Freitag, die Halle wird aber auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Das Konferenzzentrum The Spires entstand 1905 im damaligen Stil, es ist berühmt für seine bunten Glasfenster. Viele Touristen besuchen hier auch die Designershops und Cafés.

Nicht nur ein Kindertraum ist Aunt Sandra’s Candy Factory in der Castlereagh Road, deren Bonbons und sonstigen Süßigkeiten teilweise auf mehr als 100 Jahre alte Rezepturen zurückgehen.

Der Lagan Lookout birgt ein Informationszentrum zur Revitalisierung dieses Stadtteils am Wasser. Hier steht auch das meistfotografierte Kunstwerk der Stadt, ein überdimensionaler Lachs, gestaltet von John Kindness.

Belfast Castle thront auf dem rund 130 Meter hohen Cave Hill über dem Belfast Lough, der Bucht von Belfast. Die heutige schlossartige Burg hatte mehrere Vorgänger, die erste Festung wurde hier im 12. Jahrhundert von den Normannen errichtet. Seit mehr als einem halben Jahrhundert finden in dem öffentlich zugänglichen Gebäude viele Familienfeste statt, auch das Restaurant ist ein beliebter Treffpunkt.

An den Hängen des Cave Hill erstreckt sich der Belfast Zoo, der als einer der besten Tiergärten Europas gilt und überdies weite Blicke über die Stadt und Belfast Lough bietet.

Die Queens University entstand 1845-1849 nach einem Entwurf von Charles Lanyon. Die Universität hat ein eigenes Besucherzentrum, das hilfreich ist bei einem Bummel über den Campus.

Nahe der Universität liegen die 1827 gegründeten Botanic Gardens, der Glanzstück ein Mitte des 19. Jahrhunderts erbautes Palmenhaus ist.

Stadt-Touren
Belfast offeriert eine Auswahl verschiedener Rundgänge und -fahrten. Natürlich gibt es die klassische dreistündige City Tour, daneben auch eine City Hopper Tour, an deren neun Stopps man binnen eines Tages beliebig oft ein und aussteigen kann.

Beim City Centre Walk wird die Innenstadt zu Fuß erkundet, ein anderer Rundgang steht unter dem Motto „Historic Belfast“. Geschichtlich noch spezifischer ist die Tour „The Old Town of 1660-1685“.

Der jüngsten Geschichte und den Nordirland-Unruhen widmet sich die Rundfahrt „Belfast: A Living History“. Zu diesem Thema offerieren auch die Black Taxi Tours Rundfahrten mit Taxifahrern, die diese schwierige Zeit meist noch in ihrem Berufsalltag erlebt haben.

Ein ganz neues Konzept, die Stadt kennen zu lernen, entwickelte Belfast Safaris. Im Grunde ist es eine "Nachbarschaftsinitiative", in deren Mittelpunkt die Menschen und ihr Leben in der Stadt stehen. Die ausgebildeten Führer sind Einwohner Belfasts, die den Besuchern ihr Viertel oder ihre Straße zeigen. Man entdeckt auf diesen Rundgängen vieles, das bislang in keinem Reiseführer zu finden ist (www.belfastsafaris.com).

Bleibt noch ein Angebot, das man in Irland auch erwarten darf: die „Historical Pub Tour“, bei der in etwa zwei Stunden sechs Pubs besucht werden. Ein Glas Bailey’s ist im Preis inbegriffen.

Wer die Stadt auf eigene Faust erkunden will, sollte beim Belfast Welcome Centre am Donegall Place beginnen. Dort sind von Montag bis Samstag von 9 bis 17.30 Uhr alle notwendigen Informationen erhältlich. Zum Besucherzentrum gehört auch ein Internet Café. Infostände gibt es auch auf beiden Belfaster Flughäfen. Hilfreich sind ferner die entsprechend uniformierten Belfast City Centre Ambassadors, die in der Innenstadt und im Odyssey Centre flanieren.

Die offizielle Website ist www.gotobelfast.com . Zur Recherche hilfreich ist auch www.belfastcity.gov.uk . Die größte Tageszeitung, der Belfast Telegraph, hat die Webadresse www.belfasttelegraph.co.uk .

 

Besucherzentren - Eine Auswahl für Kulturfans

Von der Vorzeit bis zur Industriekultur reichen die Schwerpunkte der Interpretative Centres

Irland hatte immer schon gute lokale und regionale Infobüros für Touristen. Neu ist aber, dass einige dieser Büros, vor allem jene in historischen Gemäuern, ausgebaut wurden zu umfassenden „Besucherzentren“. Ihre Aufgabe wird deutlicher in der englischen Bezeichnung „Interpretative Centres“ – Orte, an denen ein Thema umfassend erklärt und präsentiert wird.

Die Zahl dieser – von Irlandreisenden viel gelobten – Zentren wächst ständig. Die Spannweite der Themen reicht von archäologischen Ausgrabungen über historische Burgen und Klöster bis zur Industriegeschichte. Ein Beispiel für Letzteres ist Locke’s Distillery in Kilbeggan, die älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt.

Der Übergang vom Besucherzentrum zum Museum ist fließend, einige firmieren auch unter diesem Namen, etwa das Dublin Writers’ Museum oder das Museum of Irish Transport in Killarney mit einer kompletten Tankstelle aus den dreißiger Jahren. Aber auch viele Sehenswürdigkeiten der Natur wurden mit erklärenden Besucherzentren noch attraktiver, beispielsweise der Burren mit seinem Display Centre in Kilfenora oder der Connemara National Park in Letterfrack. Hier eine kleine Auswahl verschiedener Besucherzentren:

The Steam Museum
Auf den ersten Blick sieht der Besucher: Das Dampfmaschinenmuseum in Straffan unweit von Dublin war früher eine Kirche. Mehr noch: St. Jude stand nicht immer hier, sie gehörte ursprünglich zu Inchicore in der Grafschaft Dublin und passt als einstige Railway Church besonders gut zum Thema. Die ältesten Maschinen sind rund 170 Jahre alt, alle wurden restauriert und sind betriebsbereit. Zum Museum (Tel. +353-(0)1-6273155) gehören auch eine Erfinder-Sammlung, Modelle von Eisenbahn-Prototypen und Erinnerungsstücke an das erste Transatlantikkabel. Das Steam Museum ist von Juni bis August täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr, ansonsten von Ostern bis Ende September sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet (www.steam-museum.ie).

Guinness Storehouse
Die Guinness Brauerei gehörte für viele Urlauber immer schon zu den Höhepunkten eines Dublin-Besuchs. Um diesem Interesse gerecht zu werden hat das Unternehmen sein historisches Lagerhaus umgebaut zu einem interessanten Firmenmuseum, in dem man erfährt, wie das dunkle Bier entstand, wie es weltberühmt wurde und wie die fast 150-jährige Geschichte der Familie Guinness verlief. Drei Bars ergänzen das Angebot, wobei die Brewery Bar auch gute irische Küche serviert. Der Höhepunkt ist – im wahrsten Sinne des Wortes – die Bar „Gravity“ hoch über dem Lagerhaus. Sie bietet einen schönen Blick über Dublin und ist zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Die Besucher des Storehouse erhalten dort zum Ende ihres Rundgangs ein – im Preis inbegriffenes – Pint of Guinness. Das Guinness Storehouse (St. James’s Gate, Tel. +353-(0)1-4084800) ist täglich geöffnet, im Sommer von 9.30 bis 19 Uhr, im Winter bis 17 Uhr (www.guinnessstorehouse.com)

Waterford Treasures
Juwelen aus den Tagen der Wikinger und eine herrlich ausgemalte Great Charter Roll aus dem 14. Jahrhundert gehören zu den historischen Schätzen, die in der alten Granary (The Quay, Tel. +353-(0)51-304500) unmittelbar am Flussufer von Waterford ausgestellt sind. Der Umbau des Getreidespeichers gilt als ein besonders gelungenes Besucherzentrum, er wurde mehrfach ausgezeichnet. Ähnlich gut restauriert wurde der ebenfalls am Kai gelegene Reginald’s Tower aus dem 12.

Jahrhundert, Irlands ältestes städtisches Bauwerk. Der Wikingerturm diente zeitweilig auch als königliche Münzstätte und als Gefängnis. Geöffnet ist das Besucherzentrum Waterford Treasures von Mai bis September 9.30 bis 18 Uhr (Juni bis August bis 21 Uhr), in den anderen Monaten des Jahres 10 bis 17 Uhr (www.waterfordtreasures.com).

Irish National Heritage Park
Die ersten Menschen kamen vor rund 9000 Jahren nach Irland – und mit ihnen beginnt auch der Irish National Heritage Park in der Grafschaft Wexford. Später prägten die Kelten und die Christen die Insel, dann kamen die Wikinger, erst als Räuber und Mordbrenner, schließlich als Siedler. Die nächste große Einwanderergruppe waren im 12. Jahrhundert die Normannen, mit ihnen endet das Freiluftmuseum. Es zeigt authentische Nachbauten von Hütten, religiösen Stätten, einer Ringfestung und einer wassergetriebenen Getreidemühle. Auch ein kleines Kloster gehört zu der Anlage. Der Irish National Heritage Park in Ferrycarrig (Tel. +353-(0)53-20733) ist von März bis Dezember täglich von 9.30 bis 18.30 Uhr geöffnet (www.inhp.com).

Strokestown Park
Das einstige Anwesen der Mahon-Familie in Strokestown, Grafschaft Roscommon, wird geprägt vom Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, errichtet im palladianischen Stil und zeitgerecht möbliert. Im Seitenflügel wurde ein Famine Museum eingerichtet, das an die große Hungersnot in den Jahren um 1840 erinnert. Damals mussten viele Iren auswandern, um zu überleben. Der Park ist ebenfalls im historischen Stil wiederhergestellt worden. Ein über 200 Jahre altes Pfirsich-Haus gehört zu den Attraktionen für Gartenfreunde. Geöffnet April bis Oktober täglich 11 bis 17.30 Uhr (Tel. +353-(0)78-33013, (www.strokestownpark.ie).

Weitere Besucherzentren:
Clare
Das Craggaunowen Bronze Age Project in Quin besteht unter anderem aus einem rekonstruierten bronzezeitlichen Pfahldorf.
Die Aillwee Cave bei Ballyvaughan liefert den Beweis dafür, dass es früher in Irland wilde Bären gab.

Cork
Der Ilnacullin Garten auf Garinish Island bei Glengariff zeigt eine außergewöhnliche Sammlung exotischer Pflanzen von allen Kontinenten.

Donegal
Das Colmcille Heritage Centre ist dem Leben und Werk des Heiligen Colm Cille gewidmet.

Kerry
The Skellig Experience auf Valentia Island zeigt das Leben der Mönche, die einst auf der Felseninsel Skellig Michael lebten. Bootsfahrten werden ebenfalls angeboten.

Louth
Ardee Castle besitzt das größte befestigte Turmhaus des Landes, es wurde 1320 erbaut und beherbergt heute ein Museum.

Spar-Broschüre
Unter dem Namen Heritage Island haben sich Besucherzentren und andere Touristenattraktionen in Irland (einschließlich Nordirland) zu einer Marketinggesellschaft zusammengeschlossen. Ihre Broschüre enthält den „Heritage Island Explorer“, der eine Reihe von Preisnachlässen bietet. Häufig ist die Offerte: Ein Ticket für zwei Besucher. Die Broschüre enthält auch sieben Tourenvorschläge für historisch interessierte Urlauber. Weitere Informationen unter www.heritageisland.com

Besucherzentren im Netz
Die meisten Visitors Centres in Irland werden von der Denkmalschutzorganisation Dúchas The Heritage Service betreut. Die Organisation stellt sich mit ihren Projekten vor auf der Internet Seite www.heritageireland.ie

(IM 3/2001)

Bloomsday - Burgunder und Gorgonzola-Sandwich

Für Joyce-Fans ist der 16. Juni einer der höchsten Feiertage im Jahr: der Bloomsday. Es ist der Tag, an dem James Joyce seine Hauptfigur Leopold Bloom durch Dublin mäandern ließ – der Stoff des Romans Ulysses.

Was einst als Festival einiger Zirkel Eingeweihter begann, ist heute längst zu einem weltweiten Fest geworden, das natürlich besonders engagiert in Dublin zelebriert wird. Dort ziehen an diesem Tag Hunderte von Joyce-Jüngern in der Kleidung der Jahrhundertwende durch die Straßen, in langen Röcken und Rüschenblusen die Damen, mit Strohhüten und gestreiften Westen die Herren. So ist aus den literarischen Feierlichkeiten längst eine Touristenattraktion eigenen Ranges geworden.

Wann dieser Tribut an Joyce und „Ulysses“ begann, weiß niemand genau, vermutlich in kleinen Kreisen schon bald nach der Veröffentlichung des Buches 1922 in Paris. Belegt sind größere Veranstaltungen in Dublin im Jahr 1954, zum 50. Jubiläum der Wanderung des Leopold Bloom durch seine Stadt.

Dass Joyce diesen Tag aussuchte für das Szenario seines berühmtesten Buches hat wohl einen guten Grund. Am 16. Juni 1904 ging er erstmals aus mit Nora Barnacle, seiner späteren Ehefrau. Joyce hatte die junge Hausangestellte kurz zuvor kennen gelernt. Davy Burnes Pub, die bekannte Kneipe in der Duke Street im Zentrum Dublins, ist durch „Ulysses“ unsterblich geworden. Dort kehrte Bloom bei seinen Gängen durch die Stadt ein zum Lunch. Seine Bestellung, ein Glas Burgunder und ein Gorgonzola-Sandwich, ist heute ein Klassiker.

Folglich jährte sich der Bloomsday 2004 zum 100. Mal, ein Jubiläum, das die irische Hauptstadt zu einem großen, fünfmonatigen Festival nutzte. Die Feierlichkeiten waren so umfassend, dass die Veranstalter die Website immer noch offen halten: www.rejoycedublin2004.com

All das zeigt: James Joyce irrte, als er in seinem Notizbuch notierte: „Heute, 16. Juni 1924, zwanzig Jahre später. Wird sich irgendjemand an das Datum erinnern?"

James Joyce
James Augustine Aloysius Joyce (www.jamesjoyce.ie) wurde 1882 als ältester von zehn Geschwistern im Dubliner Vorort Rathgar geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt und zeitweise in Paris. Zu Dublin hatte er stets ein gespaltenes Verhältnis, deshalb verließ er mit seiner Freundin und späteren Frau Nora die Stadt 1904, um nur noch zu kurzen Aufenthalten zurückzukehren. Sie lebten in Triest, Paris und Zürich, wo Joyce 1941 starb.

Zu den Hauptwerken gehören die „Dubliners“ (1914), das autobiographische „Portrait of the Artist as a Young Man“ (1916) und „Finnigans Wake“ (1939).
Joyce konnte von seiner schriftstellerischen Arbeit meist nicht leben, zumal „Ulysses“ und andere Werke wegen vermeintlich obszöner Stellen in Großbritannien und den USA lange verboten waren. Er hatte aber einige weitsichtige Mäzene, die den „Jahrhundert-Schriftsteller“ unterstützten.

James Joyce gilt als ein Beispiel für die Kritiker des Nobelpreis-Komitees, die ihm den sicherlich gebührenden Nobelpreis für Literatur zeitlebens verweigerten. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Auch hier mögen die Obszönitätsvorwürfe eine Rolle gespielt haben, vielleicht aber auch die Scheu, schon wieder einen Iren derart auszuzeichnen. Diese Ehre wurde zu Joyces Lebzeiten William Butler Yeats (1923) und George Bernhard Shaw (1925 zuteil, später Samuel Beckett (1969) und Seamus Heaney (1995).

Ulysses – der Jahrhundert-Roman
Das Meisterwerk von James Joyce ist, wie der Name sagt, an Homers „Odyssee“ angelehnt. Der Tagesablauf des Leopold Bloom lässt sich in Dublin zwar Schritt für Schritt verfolgen, ist aber auch nach den Kapiteln des altgriechischen Epos geordnet.

So entsprechen die Barmädchen im Ormond Hotel, in denen Bloom sein Pint trinkt, den verführerischen Sirenen bei Homer. Und Circe, die als Hexe Männer zu Schweinen verwandelt, findet sich indirekt wieder im Bordell-Viertel von Dublin – das allerdings inzwischen ebenso abgerissen ist wie Blooms Wohnhaus in 7 Eccles Street.

Jedes Kapitel des Romans ist aber auch mit einer Stunde des Tages, mit einer Farbe, einem Symbol und einem Organ des Körpers verbunden.

Zu den Hauptfiguren des immer wieder in Assoziationen, Halluzinationen und Sprachspielen auflösenden Romans gehört auch Stephen Dedalus, der zeitweise im Martello Tower im Hafenvorort Dun Laoghaire wohnt (heute ein Joyce-Museum). Dedalus kreuzte später auch die Wege von Bloom. Auch Blooms Frau Molly spielt eine zentrale Rolle. Ihr Gedankenmonolog schuf einen literarischen Weltrekord: Ein Satz ohne Satzzeichen über 85 Seiten.

(IM 4/2003)

Bootsurlaub - Die irischen Wasserstraßen

Shannon und Erne, Barrow und Grand Canal – Europas größtes Revier für Hobby-Kapitäne ist in den deutschsprachigen Ländern besonders beliebt

Auf dem Shannon ist Deutsch (auch mit österreichischen oder Schweizer Akzenten) die erste Sprache: Aus den deutschsprachigen Ländern kommen die meisten Ferienkapitäne der Kabinenkreuzer. Aber dennoch hat man nicht den Eindruck, im eigenen Land zu sein. Zum einen ist das Revier viel zu groß – mit rund 750 Kilometer Länge ist allein der Shannon-Erne Waterway das größte Wassersportrevier Europas ohne Frachtverkehr. Zum anderen ist die Landschaft so typisch irisch, dass die paar deutschen Wortfetzen in den Schleusen wie vom Winde verweht wirken.

Cruising im eigenen Kabinenkreuzer, einer Idealkombination aus komfortablen Hausboot und eleganter Jacht, ist als Urlaubsform vor gut 30 Jahren in Irland entstanden. Dort waren die Voraussetzungen ideal. Der Shannon, Irlands größter Fluss, muss nur geringe Höhenunterschiede bewältigen, er hat damit eine geringe Strömungsgeschwindigkeit. Dadurch können auch Urlauber ohne Bootsführerschein und nautische Kenntnisse die 8 bis 15 Meter langen Schiffe problemlos durch die Flüsse und Seen steuern.

Und weil der Strom vor Erfindung der Eisenbahn der beste Weg war, ins Inselinnere vorzudringen, wurden die Ufer der Wasserwege schon früh besiedelt. Deshalb mangelt es nicht an historischen Gemeinden, eindrucksvollen Burgen und pittoresken Ruinen – attraktive Sehenswürdigkeiten für alle, die nicht nur angeln oder Wassersport treiben wollen.

Dank des Erfolgs der „Shannon Cruiser“ bei ausländischen Gästen hat Irland auch einen Teil seiner Geschichte wieder entdeckt. Im 18. Jahrhundert entstanden zahlreiche Kanäle, die das ganze Land wirtschaftlich erschlossen. Mit dem Siegeszug von Bahn und Auto gerieten diese Wasserstraßen in Vergessenheit. Jetzt werden sie allein für Freizeitskipper wieder hergestellt: die Wasserstraße zwischen Shannon und der Seenkette des Erne wie auch der Grand Kanal zwischen Shannon und Dublin, der auch den River Barrow im Südosten der Insel wieder für Kabinenkreuzer erschloss.

Die Vorteile eines Urlaubs im Kabinenkreuzer sind vielfältig. Das Reisetempo ist gemächlich. Wer mag, lernt jeden Tag einen anderen Ort kennen, ohne ein- und auspacken zu müssen. Selbst an abgelegenen Ankerplätzen hat man immer seine Küche, sein Bad und alle anderen Angenehmlichkeiten der Zivilisation dabei. Wer sportlich aktiv werden will, findet in fast all den kleinen Städten entlang der Route einen Reiterhof und einen Golfplatz. Oder er steigt um vom Boot auf das mitgemietete Fahrrad – und sei es auch nur, um zum Restaurant oder zum Pub zu strampeln.

Geheimtipps am Strom

Killaloe
Die kleine Stadt, die das südliche Ende der Shannon-Navigation markiert, gilt als Geburtsort des legendären Hochkönigs Brian Ború (926-1014). Der Ort ist aber viel älter, bereits im 6. Jahrhundert wurde hier ein Kloster gegründet. Über dessen Grundmauern begann 1185 der Bau der St. Flannan’s Cathedral, die den Übergang von der Romanik zur Gotik repräsentiert.

Inishcealtra
Eine „heilige Insel“ mit Klosterruinen aus dem 9. bis 13. Jahrhundert, die ein beliebtes Wallfahrtsziel war. Der Garten von St. Michael soll Wunderheilungen bewirken, Archäologen haben festgestellt, dass dort früher Babys beigesetzt wurden. Auch ein nie vollendeter Rundturm gehört zu der Anlage. In einen Brunnen warfen reuige Sünder früher kleine Münzen.

Carrick-on-Shannon
Die kleine Hafenstadt mit der steinernen 17-Bogen-Brücke, in der viele Urlauber ihre Kabinenkreuzer übernehmen, ist insoweit gewiss kein Geheimtipp. Kaum jemand kennt jedoch die „zweitkleinste Kapelle der Welt“ (3,6 mal 4,8 Meter), die 1877 erbaute Costello Memorial Chapel. Das Ehepaar Costello ließ dort seine Särge unter einer Glasplatte beisetzen.


Sehenswürdigkeiten am Strom

Shannonbridge
Die historische Brücke von 1757 ist eine der wenigen am Shannon, die im 19. Jahrhundert nicht umgebaut wurde. An dem Übergang entstand in napoleonischer Zeit eine Festung gegen befürchtete französische Invasoren. Heute sind die Bollwerke ein wichtiges militärhistorisches Zeugnis. Die Klosterruinen von Clonmacnois liegen etwas weiter stromauf.

Athlone
Bereits 1129 wurde der viel genutzte Flussübergang von Athlone befestigt, im 13. Jahrhundert bauten die Normannen die noch erhaltene Burg und eine hölzerne Brücke. Die heutige Steinbrücke entstand 1844, sechs Jahre später wurde die fotogene Eisenbahnbrücke fertiggestellt. Die Peter- und Paulskirche von 1937 ist mit sehenswerten Buntglasfenstern ausgestattet.

Enniskillen
Die nordirische Stadt liegt auf einer Insel, ihre Burg aus dem 15. Jahrhundert kontrollierte einst die Wasserwege durch die Erne-Seen. Das mächtige Kastell wurde später mehrfach umgebaut, heute beherbergt es das Fermanagh County Museum. In der fast 400 Jahre alten Portora Royal School drückten u.a. Samuel Beckett und Oscar Wilde die Schulbank.


Kulinarisches am Strom

The Cherry Tree Restaurant

Das erst wenige Jahre alte Restaurant in Killaloe hat bereits mehrere Preise erhalten für seine innovative Küche. Chef Harry McKeogh benutzt nur Bio-Gemüse und Fleisch, das von den Farmen der Umgebung stammt. Eine weitere Spezialität sind Fischgerichte. Durch die großen Fenster blicken die Gäste auf den Shannon. Tel. 00353-61-375688

Glasson Village Restaurant
Das elegante Restaurant liegt im Dorf Glasson, etwa sieben Kilometer außerhalb von Athlone. Besitzer und Küchenchef ist Michael Brooks, er hat sich spezialisiert auf Hummer, Fisch- und Muschelgerichte. Für Golfer hat Brooks eine Pauschale aufgelegt: Eine Übernachtung mit Dinner und Green Fee kostet ab 110 Euro. Tel. 00353-902-85001

Oscar's Restaurant
Der irische Dichter und Dramatiker Oscar Wilde ist der Namenspatron des Restaurants in Enniskillen, ein Saal heißt denn auch Dorian Gray Room, ein anderer ist der Irish Writers Room. Die Bar-Einrichtung stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Als Spezialitäten nennt Besitzer Dermot Magee seine Pasta-Gerichte und Beef Stroganoff. Tel. 0044-28-66327037

Grand Canal und River Barrow
Der historische Grand Canal ist gut 130 Kilometer lang, zählt 43 Schleusen und verbindet Dublin mit dem Shannon. Er ist durchgängig restauriert und heutzutage den Urlaubsskippern vorbehalten. Die bekannteste Ortschaft ist dank der vielen Whiskey-Flaschen, die ihren Namen tragen, Tullamore. Über den Kanal wurden einst die Fässer der Brennerei zu den Kunden transportiert.

Bei Robertstown verbindet sich der Grand Canal mit Irlands zweitlängstem Fluss, dem Barrow. Das jüngste Revier für Kabinenkreuzer-Kapitäne ist auch bei den Barge-Skippern sehr beliebt. Diese Barges wurden einst für den Warentransport genutzt, heute sind sie umgebaut in bequeme schwimmende Ferienheime. Der bekannteste Ort ist Carlow mit seiner Burg aus dem 13. Jahrhundert, in der Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft endet auch die für Urlauber befahrbare Strecke.

Ein Stopp, den kaum ein „Seemann“ auslässt, ist das Pub am Ufer von Maganey. Dort wird nicht nur ein gutes Bier gezapft, dort kann man mit ein paar Schritten zwischen drei Grafschaften hin und her wechseln, zwischen Carlow, Kildare und Laois.

Informationen
Die Angebote der Reiseveranstalter für Bootsurlaub in Irland schließen in der Regel die Anreise (per Flug oder Fähre) und die Transfers zu den Marinas mit ein. Meist sind diese Pauschalangebote günstiger als mehrere Einzelbuchungen der einzelnen Leistungen. Eine Auflistung der deutschen Reiseveranstalter, die Kabinenkreuzer anbieten, finden Sie in den „Grünen Ferienseiten“ der Irland Information, aktuelle Angebote auf der Homepage: www.tourismireland.de . Neu ist eine Broschüre speziell für das Fahrtgebiet Lough Erne. Beide sind erhältlich bei der Pressestelle der Irland Information in Frankfurt/Main.

Weitere Informationen, direkte Buchungen und bei Fragen zur Bootsfahrt:
Waterways Ireland, Tel: +44-(0)28-6632 3004, www.waterwaysireland.org .
Inland Waterways Association of Ireland, Tel: +44-(0)28-3832 5329, www.iwai.ie .

(IM, Nr. 1/2004)

Cork City - Unter Heiligen und Rebellen

Die südirische Stadt Cork, auch Rebel-Town genannt, setzt alles auf Kultur

Corks Straßen winden sich wie Flussmäander und sind umschlungen von den Armen des River Lee. In die Stadt hinein überquert man ihn über große und kleine Brücken, gelangt an Kanäle, schaukelt bald durch die St. Patrick´s Street und begreift, dass auch sie einmal eine Wasserstraße war. Bis man diese Hauptader in die alte Handelsstadt im späten 19. Jahrhundert zuschüttete, segelten die Trawler hinein und machten vor den Türen der großen Stores fest, die jetzt Kaufhäuser, Kinos oder Verwaltungen beherbergen. Und wie Schiffsmasten ragen futuristische Laternenaufbauten dicht an dicht auf und versetzen die viktorianischen Fassaden in warmes Leuchten. Sie sollen daran erinnern, dass Cork schon Europa war, als die ersten Vikinger ihre Langschiffe mit Handelsgut den Fluss heraufbrachten, als die Elizabethaner ihre Sprache mitbrachten und die holländischen Seefahrer ihre Fertigkeiten in Handel und Bankgeschäften. Französische Hugenotten etablierten das Silberhandwerk und eine kleine jüdische Gemeinde sorgte sich um Literatur und Kunst. Cork sei eine „Bounty“, ein Geschenk des Ozeans stand in der Festschrift, als Cork 2005 zur Kulturhauptstadt Europas gekürt war. Mit 119.000 Einwohnern übrigens die kleinste, die je ernannt wurde. Ihr mittelalterlicher Kern zwischen Quais, Kanälen und 128 Brücken, überragt von den zwei mächtigen Kirchen St. Finbarrs Cathedrale und St. Anne´s Church Shandon, ist leicht zu erlaufen.

Gemütlich geht man den Tag gegen 10 Uhr an. Im Hugenottenviertel mit seinen geduckten Stadthäusern zurren die Antiquitätenhändler gerade die Markisen zurecht, die ersten Straßenmusiker beziehen Posten in den Tearooms vor dem Rory Gallagher Platz, wo man dem früh gestorbenen Blues- und Rockmusiker ein Denkmal gesetzt hat. „Auch ein echter Corker “, sagt eine ältere Lady, die sich neben einen öffentlichen Aschenbecher postiert hat, um ein wenig zu schmauchen. Er sei ein Rebell gewesen, dieser Gallagher, sinniert sie, wie viele ihrer Vorfahren, die es nach Amerika verschlagen hat, die vom Whiskey nicht lassen konnten, die ohne einen guten Tee nicht in die Schlacht gezogen wären. Mit diesem kleinen Chat, dem beliebten Schwatz auf der Straße, entfaltet sie mühelos ein Stück Corker Historie. Cork gilt als die Rebellenstadt, ihr bedeutendster Sohn Frank O´Connor zettelte den Aufstand in die Unabhängigkeit von den Briten an. Und im jüdischen Viertel ist James Joyce geboren.

Kultur wird schon lange groß geschrieben in der kleinen Stadt Cork. Das Opernhaus ragt wie ein stolzes Schiff über den Nordquai, an seiner Flanke die Crawford Gallery mit einer großartigen Sammlung irischer Meister. An den Südquais hat sich junge Kunst die alten Lagerhäuser entlang des Lee als Domizile gesucht. Da finden sich die Fenton Galery, die Künstlervereinigung Triskel und die National Sculpture Factory. Diese Organisationen sind die Ideengeber für viele der künstlerischen Projekte, die die Stadt alljährlich zu Festivals oder Kulturwochenenden fördert.
Um Esskultur von hohem Rang geht es in Cork dann jeden Tag. Einer der beliebtesten und ganz besonderen Orte für die obligatorische Lunchzeit um zwölf Uhr sind die viktorianischen Hallen des English Market. Im Farmgate Market Café auf der Ballustrade findet sich bei nostalgischer Pianountermalung das ganze bunte Publikum aus den Shopping-Sträßchen, den Design- oder Wollgeschäften, Folkpubs und Edelrestaurants gebündelt zum wahrhaft theatralischen Schmausen ein. Ein Theater in Cork aber ist noch prächtiger als dieses: das Everyman Palace Theatre. Ein Juwel im byzantinischen Stil mit seiner Goldstuckatur, roten Plüschsesseln und vier goldenen Logen. Klassische Stücke stehen ebenso wie die zeitgenössischer Autoren im Programm, die meist ein volles Haus garantieren. Die Corker hatten eben schon längst das Format einer Kulturstadt – zuletzt haben sie nur noch das „haupt“ hinzu bekommen.

Jule Reiner (25.09.07)

Cork County - Im Fahrwasser des Golfstroms

Wo Fuchsien und Stechginster ranken, erwarten Sie die Küsten von Westcork mit wunderbarer Landschaftsarchitektur und pulsierenden Städtchen. Unterwegs zu vier der feinsten Ziele von Gourmet bis Natur in der südirischen Ferienregion.

KINSALE
Die kleine Stadt an der Mündung des River Bandon ist mit dem teuersten Pflaster Irlands verschönt. Mit seinen knallfarbigen Cottagehäusern klettert es wie eine Beauty den Hang hinauf und hat sich zum Gourmet-Zentrum Irlands entwickelt. In einem Mini-Restaurant genannt „Man Friday“ fing alles an, jetzt locken 12 erstklassige Restaurants für Seafood-Spezialitäten zu höchsten Gaumenfreuden. Jeden Oktober werden sie zum Schauplatz des internationalen Gourmet Festivals. Im mittelalterlichen Desmond Castle lässt sich im Internationalen Weinmuseum die Geschichte der irischen Weindynastien nachvollziehen. Denn von Kinsale gingen die Auswanderungswellen des 17. bis 19. Jahrhunderts in die vier Himmelsrichtungen der Welt, begleitet vom einsamen Ruf der Wildgänse. Weshalb man die Emigranten auch als „Wild Geese“ bezeichnete. Jene Familien, die im Weinhandel ihr Glück fanden, sind als „Wine Geese“ in die Geschichte eingegangen. Hennessy ist einer der berühmtesten Namen.

UNION HALL
Heidefelder, moosige Landsäume, einsame Cottages, weite Strände – so führt der Weg nach Union Hall, dem bis heute wichtigen Fischereihafen. Mit seinen Pubs und Tante Emma Läden trägt er die Farben aus einem irischen Bilderbogen, wo einst Jonathan Swift im „Rock Cottage“ dichtete. Mit dem irischen Leben verwachsen sind all die Bed & Breakfast-Herbergen der Gegend. Sie bieten die besonders liebenswerte Art, die Ferien mit familiärem Anschluss in einem Farmhaus zu verbringen. Den Genuss eines preisgekrönten „Full Irish Breakfast“ pflegt man hier besonders. Es besteht aus vielen Cerealien, hausgemachtem Brot, gebackenen Wurstspezialitäten, dem „White und Black Pudding“, aus Lachsomelett, Früchten, Kuchen und bildet traditionell die Hauptmahlzeit des Tages.

MIZEN HEAD
Auf die äußerste Landzunge vor dem 4000 Kilometer weiten Atlantik führt eine romantische Passtrasse. Die Cottages ducken sich grau wie Schiefer in meergrüne Schafweiden. In kleinen Nestern wie Goleen haben die Bewohner nichts anderes zu erwarten, als die nächste Ausgabe des Irish Examiner am einzigen Zeitungskiosk. Auf dem höchsten Punkt des Mizen, liegt ein Informationszentrum mit Museum. Hinüber zum Leuchtturm ist es eine Kletter- und Treppenpartie mit grandiosen Aussichten. Im Leuchtturm ist die Zeit stehen geblieben. Die Zimmer und Utensilien der Wärter aus verschiedenen Epochen sind aufbewahrt, als könnte morgen wieder einer hier einziehen. Und draußen, nah vor der Küste grüßen Finnwale und Delphine herauf.

BANTRY
Die muntere Marktstadt liegt vor der schönsten Bucht West Corks, überdacht von spektakulären Bergformen und Wolken, die wie Wattebäusche darüber schweben. Der wohl imposanteste Ort zur Übernachtung ist das georgianische Bantry House. Es gehört bis heute der Familie des ersten Earls of Bantry und bietet ein Ambiente, das für Marie-Antionette gemacht war. Auch hier reist man auf Dichterspuren: Im benachbarten Glengarriff hatte sich George Bernard Shaw zum Schreiben eingerichtet. Ein Bootsausflug führt auf das kleine Garinish Island in ein tropisches Blütenparadies mit Gartenanlagen, die verschiedene europäische Epochen zitieren. Während der Überfahrt kreuzt das Boot zwischen Felshügeln, auf denen sich Robben sonnen. Bantry hat sich ebenso den Genüssen des warmen Golfstroms verschrieben. In seinen schmucken Restaurants genießt man exquisite Seafood-Küche. Ein grandioses Naturerlebnis bietet dann die Fahrt über den steilen Healy Pass auf der Beara Peninsula, einer Rundstrecke, die es mit der Magie des berühmteren Ring of Kerry absolut aufnehmen kann.

Jule Reiner (25.09.07)

Derrys touristisches Kapital ist seine Geschichte

Neuer Frieden in alten Mauern

The Town I loved so well“ singt Phil Coulter und lässt keinen Zweifel daran, welche Stadt er meint: Derry in Nordirland. Auf vielen Landkarten ist sie auch als Londonderry vermerkt, ein historisches Erbe.

Mit Geschichte ist die zweitgrößte Stadt Nordirlands reich gesegnet, von der Entstehung als Kloster im 6. Jahrhundert (der Heilige Columba höchstpersönlich war der Gründer) bis zu den „troubles“ zwischen Katholiken und Protestanten in jüngster Vergangenheit. Derry schickt sich an, nun ein neues Kapitel für die Geschichtsbücher zu schreiben: Stärker noch als Belfast arbeiten die beiden jahrzehntelang verfeindeten Volksgruppe nun in Derry pragmatisch zusammen. Das Denkmal „Hands across the Divide“ symbolisiert die Versöhnung zu aller Vorteil.

Der Nutzen dieser Entwicklung lässt sich bislang vielleicht am besten am Tourismus ablesen. Die attraktive Stadt unweit der Mündung des River Foyle verzeichnet wachsende Besucherzahlen. Hauptattraktion ist sicherlich die intakte Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert, die einen 1,5 Kilometer langen Bummel rings um den Stadtkern erlaubt. Einst waren fast 60 irische Städte mit solch einem Wall umgeben, nun ist Derry die einzige mit diesem Juwel.

Auf den Zinnen stehen noch die Kanonen, mit denen sich Derry gegen drei vergebliche Belagerungen wehrte, die längste dauerte 105 Tage. Von den Zinnen blickt man hinab zum Foyle, über den 1689 per Schiff der Entsatz für die entkräfteten Verteidiger der Stadt kam. Weiter landeinwärts steht das Denkmal für die Emigranten: Derry war einer der wichtigsten Häfen für jene Tausende hungernder Iren, die im 19. Jahrhundert ein besseres Leben in Amerika oder Australien suchten.

Wieder ein Stück weiter, auf der Westmauer, geht der Blick hinunter ins Tal der Bogside und in die jüngste Geschichte. Das Denkmal für den Bloody Sunday (1972 kamen 13 unbewaffnete katholische Demonstranten bei einem britischen Truppeneinsatz ums Leben), viele Wandgemälde und die als Monument erhaltene Hauswand mit der Erinnerung an das „freie Derry“ jener Tage sind inzwischen selbst zu Touristenattraktionen geworden.

Ähnlich ist es im britischen Viertel vor dem historischen New Gate, wo der flatternde Union Jack ausfasert, aber die Wandparolen und das britische blau-weiß-rot auf den Bordsteinkanten frisch aufgetragen sind. Noch ist nicht alles Geschichte...

Neben dem Neuen Tor, aber innerhalb der Wälle thront der Stolz der Stadt, St. Columb’s Cathedral von 1633. Ein Erdhügel neben dem Gotteshaus erinnert an die namenlosen Toten, die während der großen Belagerung umkamen. Viel Unglück hat die alte Stadt überdauert, dennoch wirkt sie heute jugendlich unbeschwert.

Daran mögen die vielfältigen Gespenster nicht zu ändern, die durch Derry spuken. Wer hat Angst vorm bösen Geist? In Derry wohl kaum einer. Ganz im Gegenteil. Die Untoten und Wiedergänger haben wohl erst die Expertise verschafft, die Derry zur Halloween-Hauptstadt Irlands gemacht hat. Aber davon mehr, wenn wieder die Zeit der Schrecken erregenden Kürbisfratzen gekommen ist.

Neue Abteilung im Tower-Museum in Derry
Derry hat auch in der deutschen Geschichte eine Rolle gespielt. Während des Zweiten Weltkriegs war der strategisch günstig gelegene Hafen ein Zentrum der alliierten Marine. Dort kapitulierte 1945 die deutsche U-Boot-Flotte.
Darüber – und über alle anderen Aspekte der Historie Derrys – berichtet auch das attraktive Tower Museum. Im Jahr 2004 wurde das Museum komplett renoviert und besitzt seit dem eine neue Abteilung: Den Untergang der größten Kriegsflotte aller Zeiten, der spanischen Armada in Irland.

Derry Visitor and Convention Bureau
44 Foyle Street
Londonderry, BT48 6AT
Tel: +44-(0)28-7126 7284
Fax: +44-(0)28-7137 7992
info@derryvisitor.com
www.derryvisitor.com

(IM 4/2003)

(Siehe auch "Redaktionelle Texte/Halloween in Irland", www.derrycity.gov.uk/halloween )

Dublin - Eine Metropole voller Überraschungen

Dublin - Eine Metropole voller Überraschungen

Ungewöhnliche Touren für Touristen, kaum bekannte Attraktionen und ein skurriler Festtag
Dublin ist als Reiseziel gewiss kein Geheimtipp mehr. Irlands Hauptstadt rangiert diesbezüglich mit London, Paris, Rom und Prag in einer Liga. Zu verdanken ist das ihrer reichen, bis in die Wikingerzeit zurückreichende Geschichte, ihren architektonischen Schätzen, den Museen und Bibliotheken, aber auch ihrer lebendigen Gegenwart. Davon zeugen eine vibrierende Musikszene, eine in Europa einzigartige Pub-Landschaft, attraktive Einkaufsstraßen und nicht zuletzt die freundlichen Bewohner der Metropole.
Neben den weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Book of Kells im Trinity College, dem keltischen Gold im Nationalmuseum oder dem Martello Tower in Dun Laoghaire, den James Joyce unsterblich machte, gibt es aber noch ein Dublin der weniger bekannten Attraktionen. Einige sind hier vorgestellt, nebst verschiedenen Touren, die eine klassische Stadtrundfahrt ergänzen.

Makaber, verrockt oder wässrig unterwegs
Der Literary Pub Crawl, vor einigen Jahren von jungen Schauspielern erfunden, machte in den Reiseteilen der Magazine weltweit Schlagzeilen. Die Akteure pilgern mit ihren Gästen zu einigen Pubs mit literarischen Verbindungen und deklamieren unterwegs an geeigneten Stellen Textpassagen aus den Werken irischer Poeten. Die literarische Kneipentour fand auf dem Kontinent zahlreiche Nachahmer und in Dublin regte sie eine Reihe weiterer neuartiger Stadttouren an.

So geht es zum Beispiel auch speziell durch das historische „Joycean Dublin“, seit das erste und erfolgreichste Werk des großen Iren – „Dubliners“ – seinen hundertsten Geburtstag erreichte. Literaturbekenner können während eines circa 90minütigen geführten Spaziergangs an jenen historischen Orten ihre Phantasie spielen lassen, denen Joyce zu Ewigkeit verholfen hat. Das „Prick with the Stick“-Haus, wo der Schriftsteller Oliver Gogarty geboren wurde - alias „Buck Mulligan“ in Joyces Ulysses, das „Boarding House“, wo „Dubliners“ angelegt wurde, das Geburtshaus von Sean O’Casey, in dem Leopold & Molly Bloom im „Ulysses“ wohnen und das Belvedere College, das Joyce in den 1890er Jahren absolvierte.

Auf musikalische Spuren geht es beim Traditional Irish Music Pub Crawl. Die Teilnehmer ziehen dabei durch mehrere historische Pubs des Temple Bar Viertels. Zwei Barden erzählen unterdessen spielerisch alles über Reels und Jigs, die klassischen Tonfolgen, über Sessions, die Schwierigkeit, den irischen Dudelsack zu beherrschen oder wie man im Musikpub in ein Lock-in gerät. Ein höchst amüsanter und klangvoller Ausflug in die Geschichte der irischen Musik.
In die moderne der irischen Pop- und Rockentwicklung geht es dann bei der Dublin Rock n’ Stroll Tour. Die Teilnehmer lernen die Clubs kennen, in denen U2 oder die Cranberries ihre ersten Gigs hatten, wo Sinead O’Connor als Kellnerin arbeitete und wo Bob Geldof einen seiner größten Hits schrieb.

Beliebt ist auch die Tour Zozismus Ghostly Experience, bei der es unter Führung des blinden alten Mystikers und Geschichtenerzählers Zozismus zu Fuß durch das mittelalterliche Dublin geht. Stätten mythischer Ereignisse und kruder Mordtaten stehen auf der Route. Hin und wieder tauchen ungewöhnliche Charaktere aus Dublins Vergangenheit auf.

Auch beim Walk Macabre geht es um einige dunkle Seiten der Stadt, gerade bei einigen ihrer renommiertesten Quartiere am Merrion Square und am Stephen’s Green. Dazu deklamieren die begleitenden Schauspieler unter anderem Oscar Wilde und Bram Stoker, den irischen Erfinder des „Dracula“.

Für geschichtlich interessierte Dublin-Besucher gibt es die 1916 Historical Walking Tour, die an die Stätten des tragisch verlaufenen Osteraufstands gegen die britischen Besatzungstruppen führt. Die beiden Guides der Tour haben ein viel beachtetes Buch über die Rebellion geschrieben.

Ganz anderer Art ist die Viking Splash Tour, bei der die Teilnehmer in einem umgebauten Amphibienwagen Platz nehmen, der einst für militärische Zwecke gebaut worden war. Nachdem das hochbeinige Vehikel einige der Sehenswürdigkeiten auf Rädern passiert hat, rollt es im historischen Grand Canal Bassin in die Fluten. Der zweite Teil der Besichtigungen findet dann vom Wasser statt.

Wer Dublin lieber auf eigene Faust erkunden will, findet unter www.visitdublin.com mehrere ausführlich beschriebene Rundgänge zum Download. Sie sind unterteilt in die Rubriken Cultural Heritage, Georgian Heritage und Old City Heritage.

Aufbruch in die Zukunft
Dublin ist neben seiner Fülle an historischen Sehenswürdigkeiten während der letzten Jahre des Celtic Tiger Booms auch rasant in die Zukunft gewachsen. Das ganze Augenmerk richtet sich jetzt auf die Docklands, das einstige Hafengebiet an der östlichen Liffey. Stararchitekten und Visionäre lassen hier eine neue Kultur-, Medien- und Erlebnislandschaft entstehen. Der futuristische Glasbau des neuen National Convention Centre wird flankiert sein von einem neuen Nationaltheater, wo das ehrwürdige Abbey Theatre seine moderne Spielfläche bekommt. Und mit mehr als 100 Metern wird die Stahl-Glas-Konstruktion des U2 Tower wie ein gewaltiger Klangkörper über dem Flussufer empor schnellen. Jede Menge Freizeitangebote, Open Air-Konzerte, das Maritime Festival im Juni, schwimmende Restaurants beleben schon jetzt den Fluss. Eine frisch eingesetzte Liffey Fähre verbindet in flinkem Tempo Nord- und Südufer.

Sehen und Hören – iWalks
Eine ebenfalls zeitgenössische Variante, das Herz Dublins zu erobern, sind die neuen Podcasts auf der Visit Dublin Site. Verschiedene iWalks für den privaten iPod werden kostenlos zum Download angeboten und führen auf gewitzte, unterhaltsame Art zu zehn Erlebnisgängen durch die Stadt oder in die Welt des Guinness. Die Mischung aus individueller und trotzdem geführter Tour erfreut sich immer größerer Beliebtheit, weshalb man in Dublin viele iPod-Gänger sehen kann, die stark in etwas vertieft zu sein scheinen. Zusätzlich zum Hörprogramm gibt es eine Broschüre, ebenfalls zum kostenlosen Download. Und es kommen ständig neue iWalks hinzu.

Abseits der großen Attraktionen
Eine Wind- und Wassermühle, eine Modelleisenbahn, die letzte Rose des Sommers in zierlicher viktorianischer Architektur und ein Wappenmuseum – all das ist Dublin und nur wenigen Besuchern bekannt. Die vier Sehenswürdigkeiten stehen zwar ein wenig im Schatten von St. Patrick’s Cathedral, Guinness Storehouse & Co., lohnen aber den Abstecher.

Der Museumskomplex Skerries Watermill and Windmills sind Zeugnisse der Industriegeschichte in Irland. Die restaurierte Anlage mit mehreren funktionstüchtigen Wind- und Wassermühlen verarbeitete noch in den 1930er Jahren Getreide zu Mehl und die zugehörige Bäckerei arbeitete noch bis in die 1980er Jahre. Die Arbeitsstätte geht zurück bis ins 16. Jahrhundert, als Mönche die Mühlen bauten und betrieben. Die Bäckerei kam 1840 hinzu.

Die Fry Model Railway ist benannt nach ihrem Erbauer Cyril Fry. Der Eisenbahn-Ingenieur hat in den 1920er und 30er Jahren den größten Teil der Modelle von Hand gebaut, mit penibler Detailtreue. Die Anlage, beheimatet in einem Bau im Park von Malahide Castle, ist der irischen Eisenbahngeschichte gewidmet, von den Anfängen bis zur heutigen Zeit.

Die durch eine Ballade berühmt gewordene „Last Rose of Summer“ gedeiht im Glashaus der National Botanical Gardens. Aber nicht nur die seltenen Pflanzen, sondern auch die filigrane Architektur der 1843-69 entstandenen Gewächshäuser wäre einen Besuch wert. Die Dubliner nutzen den prächtigen Park zwar häufig, aber Touristen sind hier eine eher seltene Art.

Dass die traditionsbewussten Inselbewohner mit ihren Steuergeldern einen Chief Herald of Ireland finanzieren, ist nicht ungewöhnlich. Aber dass der oberste Wappenbeamte der Republik ein Heraldic Museum unterhält, wissen vermutlich nicht einmal alle Einheimischen. Dabei heißt es, wenn auch klein und fast versteckt, sei dieses Wappenmuseum weltweit das einzige seiner Art.

Der Tag für Dublins Odysseus
Dublin zelebriert zwei Tage, zu denen Besucher von weither anreisen, den St. Patrick’s Day und den Bloomsday. Letzterer ist zwar kein offizieller Feiertag, wird aber von James Joyce-Lesern geradezu enthusiastisch begangen.
Benannt ist der Tag nach Leopold Bloom, einer der drei Hauptfiguren des Romans „Ulysses“. Sie sind in dem Buch am 16. Juni 1904 in Dublin unterwegs. Daraus bezieht der Roman, der im traditionellen Sinn keine Handlung hat, seine Szenen, Assoziationen und Gedanken. Für viele Literaturkenner ist diese Umsetzung der Odysseussage eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das bedeutendste Werk der zeitgenössischen Literatur.
Joyceans, wie sich die Joyce-Anhänger nennen, feiern das Ereignis alljährlich eine Woche lang mit Lesungen und anderen literarischen Ereignissen. Der Höhepunkt ist der 16. Juni, zu dem sich viele Ulysses-Fans kleiden, wie es Anfang des 20. Jahrhunderts Mode war. Sie pilgern zu den Stätten, an denen „Ulysses“ spielt und überall gibt es mehr oder minder romanhafte Veranstaltungen.
Überall in der Stadt vermischen sich professionell arrangierte Ereignisse mit privaten Auftritten aller Art – daraus bezieht der Bloomsday einen Gutteil seines Charmes. Auf der Website www.visitdublin.com wird ein Großteil der Bloomsday-Festivitäten angekündigt.

Informationen
Das Dublin Tourism Centre in der ehemaligen St. Andrew’s Church (Suffolk Street) bietet alle touristischen Dienstleistungen. Weitere Auskunftstellen unterhält Dublin in der Ankunftshalle des Flughafens und am Fährterminal von Dun Laoghaire. Im Internet präsentiert sich das touristische Angebot der Hauptstadt der Republik Irland unter www.visitdublin.com . Hintergrundinformationen befinden sich auf der Seite: www.trade.visitdublin.com

Dublin - Ein literarischer Spaziergang

EIN PAAR PINTS AUF DEN HEILIGEN SAM

Auf literarischem Spaziergang durch die Stadt der größten Dichter Irlands

Das Volk der Iren sei in vielen Disziplinen rekordverdächtig, so sagt man. Ihre Leidenschaft für Pferdewetten gehört dazu, Guinness trinken natürlich, aber auch Austern um die Wette knacken und Festivals feiern. So zelebriert Dublin auch alljährlich den Bloomsday für einen literarischen Rekordler, der seiner Heimatstadt die meiste Zeit des Lebens den Rücken gekehrt, sie verflucht und dennoch geliebt hat. 469.000 Einträge in der Google Suchmaschine finden sich über den Literaturgiganten James Joyce, der „Ulysses“ und „Finnegans Wake“ schrieb. Goethe zum Vergleich kommt nur auf 209.000 Einträge. Gemeinsam mit Joyces Werken haben auch die seines Zeitgenosse Samuel Beckett (287.000 Einträge) ihren 100. Geburtstag überschritten und werden mit unermüdlicher Aufführungslust in Theatern, Museen und auf den Dubliner Straßen begangen. Was für ein Land, das solche Köpfe hervorbringt. Und was für eine kompakte, vom ersten Augenblick an liebenswerte Hauptstadt, die den beiden allerdings zu engherzig erschien. „Eine Stadt des Versagens, der Ranküne und der Unglückseligkeit“, nannte sie Joyce.

Am späten Abend im Temple Bar Viertel zeigt sie sich heute alles andere als das. Das einst niedergegangene Handwerkerviertel, das von einer jungen Bohème belebt wurde und mit Galerien, Studios, Pubs und guten Restaurants zum vergnüglichsten Bezirk der Stadt herangewachsen ist, stimmt ein auf ihren schnellen, jugendlichen Puls. Unmöglich, hier nicht mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Das Pub „The Temple Bar“ an der Ecke ist mit seiner klassisch roten Fassade, dem nostalgischen Guinness-Schild und dem stilvoll dekorierten Mahagonitresen wohl das meist fotografierte der 946 gezählten Dubliner Trinkinstitutionen. Hier braucht man kaum so lange zu warten wie auf Godot, bis eine jener Gestalten wie Murphy aus Becketts Frühwerk erscheint, der befindet, das Leben sei „nichts als ein langer, ungewisser Heimweg“. Ein Weg, der immer wieder über die Liffey führt

Allein dieser Fluss mit seinen Brücken ist so oft beschrieben, dass er selbst schon ganz erzählerisch wirkt. So könnte man den Tagesanfang bei der Überquerung der zierlichen Halfpenny Bridge auch mit dem ersten Satz frei nach Becketts „Murphy“ betrachten. Die Sonne scheint in Dublin, da sie keine Wahl hat, immer auf die Liffey. Dann glitzert sie und die georgianischen Fassaden an den Quais strahlen, während in der O´Connell Street das höchste und jüngste Bauwerk, die 130 Meter hohe Nadel des Millenium Spire, die fliehenden Wolkenhaufen anbohrt. Wunderbares Wetter, um durch die Grafton Street zu schlendern. Die Einkaufsmeile mit ihren eleganten Ladenfronten, Cafés, den Straßenmusikanten, Entertainern, einem bunten Blumenmarkt und mit Predigern, die glühende Reden über Sitte und Moral schwingen, ist lebendige Literatur. Und natürlich sind die Auslagen der Buchhandlungen dekoriert mit Joyce- und Beckettwerken, wobei gleich noch eine Rekordzahl ansteht: Die höchste Summe für eine Erstausgabe des „Ulysses“ betrug 460.000 US Dollar. Beckett brachte es mit „Krapp´s Last Tape“ auf 10.341 US Dollar. Saint James und Saint Sam - Irland pflegt seine Literaten wie seine Heiligen.

Daneben aber wäre dieses Dublin nicht die facettenreiche, ausgelassene Hauptstadt des wirtschaftlich erstarkten „keltischen Tigers“, wenn sie kunstschweren Stoff nicht auch leichter verabreichen würde. Zum „Literary Pub Crawl“, einer preisgekrönten Dubliner Institution, solle man einen wachen Verstand mitbringen. Denn man werde auch zum Denken angeregt, während man trinkt, heißt es in einer Broschüre. Kurz vor Beginn der Tour mit zwei Schauspielern, die zu literarischen Stationen von Joyce, Beckett, Wilde, Behan und Yeats führen, mag sich der Himmel über der Liffey mal wieder verdunkeln und die Ehrfurcht gebietenden Mauern des Trinity College in keltisches Grau tauchen. Das passt zur Kulisse, wo auch Beckett studiert und später als Dozent ein trostloses Gastspiel gegeben hat. Hier beginnt das Spiel von zwei jungen Schauspielern in der Pose von Vladimir und Estragon, und die lässig dargebotene Szene aus „Warten auf Godot“ gerät sogleich zum absurden Spaß. In der nächsten Station, dem alt eingesessenen Duke Pub, muss dann Brendan Behan für einige Scherze herhalten. „Einen Trinker mit einem Schreibproblem“, nennt ihn der Vortragende, während er vom Tresen die vorbestellten, schön schaumig gezapften Guinness in die Runde reicht. Und Behan sei es auch gewesen, der den Ausspruch getätigt haben soll, einzig irische Männer würden über zehn nackte Frauen springen, um an ein Pint of Guinness heranzukommen. Irischer Humor ist auch, wenn man über Ungereimtes lacht. Danach ein letzter Gang spätabends über die Liffey. Jetzt liegt sie so in ihrem Bett, wie Joyce sie beschrieben hat, als „schwarze Brühe“. Aber er hat Dublin auch „eine europäische Hauptstadt“ genannt. Da muss er in ihre Zukunft geblickt haben. Hundert Jahre nach Leopold Blooms Day ist sie soweit.

Jule Reiner (Reisejournalistin und Radioautorin)
Von der Urheberin bearbeitete und autorisierte Neufassung aus dem Rheinischen Merkur und der Frankfurter Rundschau 2006

Essen in Irland - Von Hausmannskost bis Slow Food

Vielfach ausgezeichnete Küchenchefs, zufriedene Gastro-Kritiker und Slow Food Fans sorgen für Schlagzeilen

Noch vor etwa zehn Jahren wären selbst Irland-Fans kaum auf die Idee gekommen, die Insel als ein gastronomisches Erlebnisziel zu preisen. In und um Dublin gab es einige Hotels und Restaurants, in denen die Gäste ein etwas anspruchsvolleres Essen serviert bekamen. Aber auf dem Land waren solche Adressen selten. Als Ausweg blieben oft nur die Fish & Chips-Shops, in denen zumindest der Fisch frisch war.

Das hat sich radikal geändert. In Irlands Städten kann man inzwischen sehr gut bis exzellent speisen. Und wer auf dem Land beispielsweise den Empfehlungen des Bridgestone Guides folgt, wird auch von Enttäuschungen verschont bleiben. Irlands Köche holen mächtig auf. Woher kommt diese Entwicklung? „Geld und Reisen“, antwortet Derry Clarke in der Zeitschrift Ireland of the Welcomes. „Wir können beispielsweise schnell mal rüberhüpfen nach Frankreich.“ Seine Mutter konnte das nicht, ergänzt der Chef des „L’Érivain“ in Dublin. „Ihre Generation hatte nicht die Zeit, in Essen etwas anderes zu sehen als eine Notwendigkeit.“

So sind im Land zahlreiche sehr gute Restaurants entstanden, deren Telefonnummern sich viele Iren weiterreichen. „MacNean’s Bistro“ in Blacklion, Co. Cavan, zum Beispiel, oder das „Tannery Restaurant“ in Dungarvan, Co. Waterford. Dessen Patron Paul Flynn sieht indes bereits eine andere Gefahr. Das Essen, das einst die Eltern auftischten, sei zwar sehr schlicht gewesen, aber zumindest war es von natürlicher Herkunft.

Heute gehen auch immer mehr Iren in die Fastfood-Stationen. McDonalds, Burger King und Co. verzeichnen laut Ireland of the Welcomes jährlich mehr als 70 Millionen Besucher, bei rund 4 Millionen Einwohnern. Doch auch dazu gibt es eine Gegenbewegung: Slow Food (www.slowfoodireland.com). Vor 15 Jahren gründete der italienische Restaurantkritiker Carlo Petrini angesichts voller Hamburger-Hütten diese Vereinigung, der sich inzwischen rund 77.000 Mitglieder in 48 Ländern angeschlossen haben.

Einer von ihnen ist John McKenna, der Herausgeber des Bridgestone Guide. Er verweist darauf, dass Slow Food auch ein Thema ist für Farmer, Züchter, Käsehersteller und andere Lebensmittel-Produzenten: „Es geht darum, die Quellen für handwerklich anspruchsvolles Essen zu schützen.“ McKenna sieht aber auch dafür positive Zeichen, beispielsweise in der Wiederbelebung der Farmermärkte in vielen Teilen Irlands. Die Market Street in Galway, der historische St. George’s Market in Belfast oder die einladende Halle des English Market in Cork sind landesweit bekannt.

Dort verkauft Isabelle Sheridan ihre Pâte, die sie ohne Konservierungsmittel macht, und ihren Camembert, der natürlich reift. Sie ist optimistisch und erwartet ein Aufleben nicht nur der Märkte, sondern auch der lokalen Bäckereien: „Einige Leute wollen einfach nur gutes braunes Brot.“ Declan Ryan in der Arbutus Bakery in Cork ist einer der Bäcker, auf denen solche Hoffnungen ruhen. Auch Helen Gee, die Käsemacherin aus der Grafschaft Laois, und ihr Kollege Bill Hogan aus West Cork, gehören in diese Reihe. Er tauft seine Käsesorten nach benachbarten Landschaften.

Die Restaurants werden immer besser, es bieten wieder mehr Märkte frische und nicht industriell entstandene Waren an. Die Touristen, auch die Selbstversorger in Ferienhäusern, freut es. Für Ursula O’Dwyer, eine Diätspezialistin, bleibt aber immer noch genug Arbeit: „Wir haben nie mehr Kochsendungen im Fernsehen gesehen. Kochbücher lesen wir wie Romane. Aber angesichts von kochfertig vorbereiteten Lebensmitteln verlieren wir immer mehr die Fähigkeit zum Kochen.“ Vielleicht können hier Touristen helfen. Wie wäre es mit mehr B&Bs, die nicht nur Frühstück, sondern abends auch gutes und bezahlbares „homemade cooking“ anbieten?

Irlands kreative Küchenchefs haben die einst vorherrschende englische Küche weit hinter sich gelassen. Sie finden ihre Ideen und Anregungen längst jenseits der insularen Grenzen. Ein Beispiel ist dieses farbenfrohe Fischgericht nach mediterraner Art, serviert mit Oliven und frischem Gemüse.

Food Notes
„Ireland’s Best Restaurants“ nennen zwei der bekanntesten irischen Gastro-Kritiker, Paulo Tullio und Ernie Whalley, ihren neuen Führer durch die Küchen und Weinkeller. Eines ihrer wichtigsten Kriterien lautet: Reeller Gegenwert fürs Geld? Das Buch kostet 9,90 Euro.

Ross Lewis ist laut „Food & Wine Magazine“ der Chefkoch des Jahres. Der Mitbesitzer des vielfach ausgezeichneten Restaurants „Chapter One“ beim Schriftstellermuseum in Dublin lenkt dort eine elfköpfige Köche-Brigade.

Ulster ist eines der vier historischen Königreiche, das sich aus den heutigen nordirischen Grafschaften und aus den Counties der Republik Cavan, Monaghan und Donegal zusammensetzt. In der Broschüre „Taste of Ulster“ lebt die alte Zeit geographisch fort: 111 Restaurants werden in dem taschentauglichen Heft kurz vorgestellt.


Und hier ist das Rezept der legendären Scones, sie sind in Irland meistens hausgemacht und werden noch warm zum Nachmittagstee gereicht:

Zutaten:
250 gr Weizenmehl
0,5 Tl Salz
0,5 Pk Backpulver
30 gr Butter
0,125 l Milch oder Buttermilch, evtl. Rosinen

Zubereitung:
Mehl, Salz und Backpulver in eine Schüssel sieben. Butter in Flocken zugeben. Mit Milch zu einem glatten Teig kneten. Im Kühlschrank 15 Minuten ruhen lassen. Den Herd auf 250 Grad (Gas Stufe 6) vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche 2 cm dick ausrollen. Mit einem Glas runde Stücke (5 cm Durchmesser) ausstechen. Auf das Backblech setzen, 5 Minuten ruhen lassen und mit Milch bestreichen. In den vorgeheizten Ofen auf die obere Schiene stellen. 10 Minuten bei gleichbleibender Temperatur backen. Noch warm in zwei Hälften schneiden und mit Erdbeerkonfitüre und/oder leicht geschlagener Sahne verzehren.

(IM, Nr. 4/2004)

Feriendomizile der besonderen Art

Vom Leuchtturm bis zur Burg / Ferienwohnungen des Irish Landmark Trust

An ungewöhnlichen Unterkünften mangelt es in Irland nicht, das Angebot reicht vom Schlosshotel über die Designerherberge bis zum freundlichen B&B im ländlichen Cottage. Einige Vereinigungen wie "Blue Book" und "Hidden Ireland" offerieren exklusive oder ungewöhnliche Adressen – eine Vielfalt, die für Irland inzwischen typisch ist.

Selbst vor diesem Hintergrund stechen die Feriendomizile des Irish Landmark Trust noch heraus. Hier sind die Hausherren nämlich Denkmalschützer, deren erstes Ziel es war, ein historisch bedeutendes, aber vom Verfall bedrohtes Bauwerk zu erhalten. Wenn das hinfällige Gemäuer dann wieder im alten Glanz erstrahlt, vermietet es der Trust an Urlauber. Und einen Teil der Mieterträge benutzt die Organisation dazu, wieder irgendwo ein geschichtsträchtiges Gebäude einerseits originalgetreu zu sanieren, andererseits aber auch mit der Ausstattung einer modernen Ferienwohnung zu versehen.

Zwölf Anwesen zählt der Trust sein Eigen. Darunter sind ein Leuchtturm (Wicklow Head, Co. Wicklow), zwei Leuchtturmwärterhäuser (Galley Head, Co. Cork) und ein georgianisches Wohnhaus mitten in Temple Bar, dem In-Viertel Dublins. Clonmantagh ist eine veritable Burg aus dem 15. Jahrhundert in der Grafschaft Kilkenny, wie eine Miniaturburg wirkt hingegen das neogotische Torhaus Annes Grove in der Grafschaft Cork.

Im Fall des Ballealy Cottage täuscht der Name: Die um 1835 aus örtlichem Blackstone erbaute „Hütte“ ist ein stattliches zweistöckiges Haus, in dem einst der Wildhüter des Landguts Shanes Castle lebte. Ballealy Cottge liegt im Co. Antrim und ist der erste Besitz des Trust in Nordirland. In derselben Grafschaft ist in Bushmills inzwischen die etwa 200 Jahre alte und runde Drum Lodge hinzugekommen.

Der Marquis von Conyngham ließ im 18. Jahrhundert das schlichte, aber geräumige Termon House in Donegal für seinen Landagenten bauen. Salterbridge Lodge ist ein weiteres Torhaus, das in den von Touristen wenig besuchten Knockmealdown Mountains liegt. Der Pavillonbau entstand 1849.

Nachdem der 1992 gegründete Trust gleich mit seinem ersten Projekt, dem Wicklow Head Lighthouse, sehr erfolgreich war, will er weitere Leuchttürme restaurieren und zumindest die Häuser der Leuchtturmwärter zu Urlaubsquartieren umgestalten. Aber auch ein Stadthaus in Dublin und das Annaghmore Schoolhouse in der Grafschaft Sligo gehören zu den Zukunftsprojekten.

The Irish Landmark Trust
25 Eustace Street, Dublin 2
Tel: +353 (0)1 – 670 4733
Fax: +353 (0)1 – 670 4887
E-Mail: landmark@iol.ie
www.irishlandmark.com

Festivals - Folk und Rock, Pferde und ein Bock

Kein Sommer-Wochenende in Irland ohne Festivals / Große Themenvielfalt / Bis zu 100.000 Besucher

Eigentlich mangelt es in Irland nie an Festen, der Kalender bietet in jedem Monat gute Gründe zum Feiern, von der Erinnerung an historische Ereignisse, die bei den geschichtsbewussten Iren sehr beliebt sind, bis zum Gedenktag für den Lieblings-Heiligen. Auch Kultur und Sport liefern zahlreich Anlässe.
Aber im Sommer nimmt die Zahl der großen und kleinen Festivitäten noch einmal kräftig zu. Zwischen Mai und Oktober gibt es kein Wochenende, wo nicht an mehreren Orten zwischen Cork und Belfast feste gefeiert wird. Aus vielen örtlichen Ereignissen sind inzwischen sogar internationale Ereignisse geworden. Ob groß oder klein – Besucher sind bei den Festen der Iren immer willkommen.

Fleadhanna für die irische Musik
Fleadh Cheoil heißt übersetzt eigentlich nur „Festival der Musik“. Aber als 1951 in Mullingar das erste Fleadh Cheoil na hEireann stattfand, planten die Initiatoren bereits ein nationales Ereignis zur Pflege der traditionellen irischen Musik. Seither findet das nationale Festival jährlich in einem anderen Ort statt.
Zum Fest gehören viele Konzerte, Jam Sessions in Pubs, irischer Tanz, Straßenmusik und Paraden, aber das Herz des Fleadh Cheoil sind die Wettbewerbe, bei denen die besten Musiker an den verschiedenen Instrumenten ermittelt werden. Schnell schwoll die Zahl der Titelaspiranten an, heute sind es jährlich rund 20.000. Deshalb entstanden zur Vorauswahl zahlreiche Festivals (Fleadhanna) auf lokaler und regionaler Ebene.
Eines der bekanntesten ist das Fleadh Nua, das längst ein Eigenleben führt. Sein Beginn datiert zurück auf das Jahr 1970. Vier Jahre später zog es um von Dublin nach Ennis in der Grafschaft Clare. Das Fleadh Nua zieht alljährlich rund 50.000 Zuhörer an, 2008 findet es vom 18. – 26. Mai statt (www.comhaltas.com , www.fleadhnua.com).

Rock n’ Blues für Rory
Rory Gallagher war einer der bekanntesten und einflussreichsten Rockmusiker Irlands. Er wurde 1948 in Ballyshannon, Co. Donegal geboren, wuchs auf in Cork und machte wie die Beatles wichtige musikalische Erfahrungen in Hamburg. Der vom Blues inspirierte Gitarrist, der weltweit Millionen Platten verkaufte, machte mehrfach Aufnahmen in Deutschland. 1995 starb er nach schwerer Erkrankung.
Gallagher hat immer noch rund um den Globus zahlreiche Fans. Besondere Zuneigung erfährt er aber in seinem Heimatort Ballyshannon, County Donegal, im Nordwesten der Insel. Dort findet vom 29. May bis 1. Juni 2008 in siebter Folge das internationale „Tribute Festival“ statt, unter anderem mit der „Band of Friends“, in der sich Musiker fanden, die früher mit Rory Gallagher zusammen spielten. Das Rock n’ Blues Festival, das größte seiner Art in Irland, bietet auch Vorträge, Filme und Workshops (www.goingtomyhometown.com).

Dublins große Pferde-Tage
Keine Nation Europas hat wohl ein innigeres Verhältnis zu Pferden als die Iren. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Dublin Horse Show alljährlich eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse in der Hauptstadt ist. Wie stets findet das fünftägige Pferde-Festival im Sommer im feinen Stadtteil Ballsbridge statt, dieses Jahr vom 6. Bis 10. August. Die Teilnehmerzahl wird wieder bei 100.000 liegen.
Die 1731 zur Förderung von Landwirtschaft, Kunst, Wissenschaft und Industrie gegründete Royal Dublin Society (RDS) veranstaltete 1868 die erste Horse Show, um für Irlands Pferdezucht zu werben. Die RDS ist immer noch der Gastgeber der Leistungsschau, an der rund 1500 Pferde und Ponys teilnehmen. In 127 Veranstaltungen geht es um Trophäen und eine halbe Million Euro Preisgelder. Sportliche Höhepunkte sind die Sprungwettbewerbe, zu denen die internationale Reiterelite anreist.
Die Schau ist aber auch ein Volksfest, dessen Panorama von Damen in schmucken oder schrillen Hüten bis zu trinkfesten Herrenrunden in den Bars reicht. Zahlreiche Stände erlauben einen interessanten Shoppingbummel auf dem 16 Hektar großen Gelände (www.dublinhorseshow.com).

Vom Lied zum Festival
Die Geschichte der Mary from Dungloe ist traurig, das Fest, das ihren Namen trägt, ist ein fröhliches 10-Tage-Ereignis in der letzten Juliwoche (in diesem Jahr zum 40jährigen Jubiläum vom 28. Juli bis 6. August). Die schöne Mary Gallagher wollte einen jungen Mann heiraten, aber ihre Eltern ließen es nicht zu. Er reiste 1861 ab nach Amerika, sie verschmähte alle anderen Bewerber. Schließlich folgte sie ihrem Bruder nach Neuseeland, wo sie heiratete und jung starb.
Ein Steinmetz aus dem Umland von Dungloe in Donegal komponierte zu der Geschichte ein Lied, das 1968 von der Balladen-Band Emmet Spiceland wiederentdeckt wurde. „Mary of Dungloe“ erwies sich als Bestseller – und als Initiator für das Festival mit viel Musik, Tanz und Craic, dem ur-irischen Wort für fröhliches Vergnügen. Höhepunkt ist die Wahl der „Mary“, zu der Mädchen aus aller Welt antreten (www.maryfromdungloe.com).

Woche für Schreiber und Leser
Wer Irlands größtes Literatur-Festival erleben will, muss Dublin verlassen und ins kleine Listowel, Co. Kerry reisen. Dort treffen sich jährlich Schreiber und Leser zur Writers’ Week (28. Mai bis 1. Juni 2008). Ursprünglich gab es für die Teilnehmer nur Schreibwerkstätten. Sie bilden auch heute noch einen wichtigen Teil des Programms neben den Lesungen und Diskussionen.
Aber inzwischen sprechen die Veranstalter selbst von einer literarischen „Karnevals-Atmosphäre“ mit Sängern und Geschichtenerzählern in den Pubs. Passend dazu gibt es auch einen Lehrgang für „Songwriting“, sowohl im modernen wie im traditionellen Stil. Für die literarischen Wettbewerbe sind insgesamt 30.000 Euro als Preisgelder ausgesetzt, die jüngsten Autoren treten an in der Gruppe „12 Jahre und jünger“ (www.writersweek.ie).

King Puck, der Bock
Eines der ungewöhnlichsten Festivals in Irland ist die Puck Fair in Killorglin, die für drei Tage mehr als 100.000 Besucher in die Grafschaft Kerry lockt (10. bis 12. August 2008). Der Puck ist ein Ziegenbock, der zeremoniell zum König gekürt wird. Woher dieser Brauch stammt, ist ungewiss, zur Erklärung gibt es mehrere Deutungen.
Auch das Alter dieses Festes, das einst als Vieh- und Pferdemarkt diente, verliert sich im Dunkel der Geschichte. Gewiss ist nur, dass King James I. 1603 eine Lizenz für den bereits bestehenden Markt gewährte.
Noch heute gibt es einen Pferdemarkt, aber auch nächtliche Freiluft-Konzerte, Feuerwerk, Straßengaukler, Tanzvorführungen und spezielle Wettbewerbe für Kinder (www.puckfair.ie).

Ländlich geht es auch zu im Juni beim Haymaking Festival in Trim, Co. Meath, auch Scurlogstown Olympiad genannt. Dabei müssen die Starter ihr Terrain in möglichst kurzer Zeit mit der Sense mähen. Andere Disziplinen sind Garben-Werfen und Eselreiten (www.scurlogstown.com).

Ganz auf Sand gebaut ist das Duncannon International Sand Sculpting Festival. Der Wettbewerb um die besten Skulpturen aus Sand ist offen für alle Altersgruppen. Duncannon liegt bei New Ross, Co. Wexford (www.goireland.com/wexford).

Auf Country and Western, verrückte Kostüme und die Kunst des Angelwerfens setzt das Ballina Street und Salmon Festival (im Juli) am Ufer das klaren River Moy. Nachdem das Fest im westlichen County Mayo sich zu einer ländlichen Maskerade entwickelt hatte, sind bald auch Shows und Wettbewerbe rund um den Lachs hinzugekommen (www.ballinastreetfestival.ie).

Skurriles geht vor auf Inis Mor, der größten der Aaran Inseln. Wenn der Winter am härtesten ist, muss am lautesten gelacht werden, beim Friends of Father Ted Festival (im Februar). Zur Erinnerung an den TV Komiker Dermot Morgan, alias Father Ted, ein großer Klamauk: Es wird der Toilet Duck Award (Preis der Badeente) vergeben, gespielt und gequizzt beim „Hide a None and Seek“ (Such die versteckte Nonne) und ein Fußballderby „Priester gegen Nonnen“ ausgetragen. Schon die verrückte Homepage unter: www.friendsofted.ie bringt viel Spaß ins Haus.

Festival-Kalender
Den Calender of Events für Irland kann man gratis bestellen bei der Irland Information: www.entdeckeirland.de

Einen Gesamtüberblick aller Festivals erhält man unter:
www.festivals.ireland.ie und www.discovernorthernireland.com

Literarische Festivals finden Sie auf dieser Seite bei Literaten, Poeten und andere Autoren.
(Weitere Festivals finden Sie im Hauptmenue bei "Landesinformationen: Sehenswürdigkeiten/Festivals")

Foodfeature - So fein gegessen wie gekocht

Die neue Schule der guten Küche hält überall in Irland Einzug – besonders auf dem Land

Wenn in Cork, der zweitgrößten Stadt Irlands, die Turmuhren gegen 12 gehen, kommt freudige Bewegung in die Seitenstrassen rund um die St. Patricks Street. In kleinen Wellen schwappen Grüppchen Büroangestellter, Studenten, Hausfrauen in die Pubs zum Lunch und auf die beliebte Restaurantgalerie des English Market. Was hier in der viktorianischen Markthalle zu Klavierunterhaltung mit Blick auf üppige Fisch-, Geflügel- und Gemüsestände serviert wird, hat mit Fastfood nichts zu tun, aber auch nicht mit dem reichlich abgenutzten Klischee vom Irish Stew. Im English Market speist man so fein wie die Zutaten sind, die unten verkauft werden. Seafood vor allem, knackige Salate, Sandwiches aus herzhaftem braunem Brot mit prämierten Zutaten aus regionalem Landbau.

Ähnlich sieht es um die selbe Uhrzeit in der Market Street in Galway an der Westküste aus oder im St. Georges Market in Belfast. Die Iren essen gerne und haben seit dem ökonomischen Aufschwung der späten 90er Jahre auch allen Grund dazu. In der Gastronomie muss man längst nicht mehr die vereinheitlichten Angloadaptionen von Stews, Pies bis Kartoffel & Co fürchten. Irlands Köche reisen, haben sich in Frankreich weitergebildet, sind kreativ und gehen stolz mit ihren einheimischen Produkten ans Werk. Gewiss machen ihnen im Alltagskonsum auch die unzähligen ins Land gebauten Burger- und Frittenbratereien Konkurrenz. Der Anteil an übergewichtigen Jugendlichen durch Fastfood ist hoch auf der grünen Insel. Dagegen hat sich in den letzten Jahren jedoch die Bewegung der Slow Food Vereinigung gestemmt. Vor allem in den ländlichen Regionen – und Irland besteht überwiegend aus dünn besiedeltem Farmland – hat sie in kleineren Produktionsbetrieben und bei Ladenbesitzern längst vehemente Verteidiger gefunden. Und das hat auch historische Gründe.

Wer über die Insel reist, wird feststellen, wie schnell das Land von Grafschaft zu Grafschaft seine verschiedenen Gesichter zeigt. Mal vom Atlantik geprägt, mal von satten Schafweiden, von kargen Felsformationen oder von weiten Seen durchzogen. Diese Regionalität pflanzt sich in den Naturprodukten fort. So sieht man das Ackerland im Norden noch immer als Kartoffelregion an, berühmt natürlich auch für seine Getreideprodukte, die bekannten Oatcakes und nicht zuletzt den weltberühmten, zweifach destillierten Bushmill’s Whiskey. Doch keine andere Region als zum Beispiel Connemara am Atlantik bietet die ideale Luftfeuchtigkeit zur Herstellung von Lammschinken. Und wo immer man hinkommt, werden Tafeln auf lokale Besonderheiten aufmerksam machen. „Die beste Scholle findet man im Hafen von Cork“. „Waterford ist die Brotstadt“. „Kerry Black Puddings sind die besten, die Sie essen können!“. Die Counties Sligo und Leitrim sind die Heimat der Ziegen, während Galway alljährlich seine Austernernte feiert. Die Käsehersteller indessen schaffen eine Art französischen Boom an Innovation und Kreation neuer Käsesorten im ganzen Land. Dieser Food-Patriotismus stärkt die Verfechter gesunder und kulinarischer Lebensmittelqualität. Dabei ging die irische Liebe zum heimischen Produkt schon immer so weit wie es des Landes Nobelpreisträger Seamus Heaney in einer einfachen Liebeserklärung an die Pflaumenbäume von Derry schrieb: „The wine-dark taste of home“, der weinfarbene Geschmack von zu Hause. Jetzt ist dieses Zuhause wohlhabend und kann sich Verfeinerung und gastronomische Expansion leisten.

Das Wort „homemade“, hausgemacht, zieht sich denn auch durch alle irischen Gastrobereiche der neuen Bewegung für langsames und gutes Essen. Vom Café ins Pub, in kleine B&B Hotels, die um das beste Frühstück im Land wetteifern, hin zu trendigen Restaurants und Sterneküchen hält man sich an einfache, naturbelassene Grundprodukte, die mit Raffinesse zubereitet als optischer Augenschmaus auf die Teller kommen. Auf den Umgang mit den typisch irischen Produkten achten auch die zunehmend im Land entstehenden Kochschulen. Sie residieren mit Molteni Herd, dem in Frankreich handgefertigten gusseisernen Rolls Royce der Sterneköche, in ehemaligen Schlossküchen. Sie können aber auch in einem Dreizimmer B&B Hotel als individuellste Wochenendkochkurse hohe kulinarische Auftritte lehren. Und by the way – wer hat etwas gegen einen Original Irish Stew einzuwenden, wenn er mit besten frischen Zutaten entsteht und, anstatt stundenlang vor sich hin zu simmern, so fein abgestimmt und heiß wie er vom Herd kommt auch gegessen wird.

(März 2007)

Gartenfestival - Die Blumenpracht der Ostküste

Wicklow Gardens Festival: Robinsons Farbinseln

In Wicklow, dem „Garden of Ireland“, ist die Schaulust ausgebrochen und lädt Gartenfreunde bis in den September in versteckte Pflanzenreiche.
Gerne bezeichnen sich irische Gärtner selbst als „plantaholics“, Pflanzsüchtige. Und eine besonders hohe Dichte dieser Spezies mit den grünen Daumen findet sich entlang der östlichen Küstenregion von Wicklow. Gern behaupten sie auch von sich, sie seien scheue Menschen. Doch alljährlich, im noch dichteren Grün der Insel als sonst, werden sie kühn und öffnen ihre Gärten für Reisegruppen, Pflanzenliebhaber und Botaniker aus aller Welt.

All den Gartenreichen gemeinsam, von denen auch in diesem Jahr über 30 zur Besichtigung einladen, sind jene Vorfahren, die wiederum als „plant hunters“, Pflanzenjäger, in die Geschichte der irischen Gärten eingegangen sind. Meist besaßen sie Landgüter und Schlösser, reisten in der Weltgeschichte umher und brachten exotische Raritäten aus fernen Gegenden wie Neuseeland, Australien und Nordamerika zurück. Beim bunten Treiben für die schönsten heimischen Parks, Stauden-, Kräuter- und Nutzgärten hatten sie schon immer das durch den Golfstrom ganzjährig begünstigte, milde Klima auf ihrer Seite.

Heute aber muss man kein Landlord mehr sein, um die Tradition solch traumhafter Gärtnerei zu pflegen. Zwar wird immer noch große Gartenkunst auf einstigen Landschlössern wie etwa den viktorianischen Powerscourt Gardens gezeigt. Auch Beispiele des französischen Lustgartens wie Kilruddery House gehören zu den Klassikern des Festivals. Oder Altamont Gardens und Mount Usher Gardens, beide wundervolle Beispiele für die Stilrichtung des informellen, in naturalistischen Formen und Farben wild entfalteten Gartens, wie ihn der berühmte Gartenarchitekt William Robinson gegen die viktorianische Akkuratesse in Irland einführte.

Solche Robinsonaden der Gartenlust finden sich auch in den kleineren Refugien privater plantaholics. Überall in den Wicklow Bergen verstreut, sind sie wie Inseln aus Farben und Duft. Darf es ein typischer Cottage-Garten sein, in dem Rittersporn, Allium, Fingerhut, Salbei und Eisenhut blaue Meeresträume hervorzaubern. Dann führt die Spur in den Warble Bank Garden bei Ashford. Auf der Jagd nach Raritäten sollte man nebenan den von keltischen Steinkreisen durchzogenen Terrassengarten Wrenswood suchen. Im Garten des Hunter’s Hotel wimpeln orientalischer Mohn und Pfingstrosen unter blütenschweren Magnolien. Der wunderbare Duft eines Kräutergartens findet sich in St. Joseph’s Garden, neue Züchtungen von Blütenkindern gibt es in der Kilmurry Nursery, spanische Phantasien kommen in Hardymount auf. Und überall empfangen redselig gewordene Gärtner und geben freudig Auskunft über die Geheimnisse ihrer privaten Reiche. Jede Frage ist erwünscht, nur Blumenpflücken ist gefürchtet.

Info: Die 32 Gärten des Wicklow Gardens Festivals sind bis 30. September zu besichtigen. Manche täglich, andere auf telefonische Verabredung. Die Eintrittsgelder variieren. Die meisten Privatgärtner geben sie für wohltätige Zwecke weiter.

Alle Gartenadressen und Beschreibungen unter: www.visitwicklow.ie/gardens

(August 2008)

Robinsonaden der Gartenlust

Irische Gärten entfalten ihre Pracht aus geadelten Pflanzen, idealem Klima und den besonderen grünen Daumen der eigenwilligen Inselmenschen.

Gerne bezeichnen sich irische Gärtner als „plantaholics“, Pflanzsüchtige, und auch als scheu. Doch alljährlich im sommerlich dichtesten Flor der Insel werden sie kühn und öffnen, neben den großen Klassikern der Schlossgärten, auch ihre privaten, höchst individuell gestalteten Themengärten für Reisegruppen, Pflanzenliebhaber und Botaniker aus aller Welt. Gemessen an der Bevölkerungszahl können die Iren sicher mit stolz behaupten, dass sie die höchste Dichte an gärtnerischen Refugien in Europa pflegen. All den Gartenreichen gemeinsam sind jene Vorfahren, die als „planthunters“, Pflanzenjäger, in die Geschichte eingegangen sind. Meist besaßen sie Landgüter und Schlösser, reisten in der Weltgeschichte umher und brachten exotische Raritäten aus fernen Gegenden wie Neuseeland, Australien und Nordamerika zurück. Das durch den Golfstrom ganzjährig begünstigte, milde Klima stand ihnen beim Pflanzensammeln und ausufernden Blütentreiben immer zur Seite.

Heute muss man kein Landlord mehr sein, um die Tradition solch traumhafter Gärtnerei zu pflegen. Zwar wird immer noch große Gartenkunst auf einstigen Landschlössern wie etwa den viktorianischen Powerscourt Gardens in County Wicklow gezeigt. Streng formal und durch erhabene Architektur geprägt sind auch die nordirischen Mount Steward Gardens. Auch der Stil des französischen Lustgartens wurde zu Adelszeiten gerne imitiert und ebenso übernahm man mediterrane Elemente wie sie sich zum Beispiel im Südwesten auf dem Garteninselchen Garinish Island in Vollendung finden.

Will man aber die tieferen Wurzeln irischer Gartenlust erforschen, bietet sich kaum ein schönerer Kontrast in zwei ausgewählten Gärten, die obendrein geografisch am weitesten voneinander entfernt liegen, nämlich eine Tagesreise. Kylemore Abbey, im westlichen Connemara gelegen, ist das klassische Beispiel für einen viktorianischen Garten in strenger Formalität. Geadelte Pflanzenraritäten, die auf die Jahrhundertwende zurückgehen, werden hier in stilvoller Anlage eines Walled Gardens vor phantastischer Bergkulisse kultiviert und dürfen jedes Jahr einen anderen Reigen tanzen. Der geistige Widersacher der viktorianischen Akkuratesse findet sich auf der anderen Seite Irlands, in den Mount Usher Gardens an der Ostküste. Der berühmte und vor allem rebellische Gartenphilosoph William Robinson stand Mitte des 18. Jahrhunderts bei diesem entfesselten Landschaftsgarten Pate. In dem um einen herrlichen kleinen Fluss angelegten Gartenwerk ist alles Leichtigkeit. Riesenhafte Baumexoten, Buschwerk und wimpelnde Blumenpfade sind so natürlich zu einander gesellt, dass der Besucher durch ein wildes Paradies spaziert, das es so nirgendwo sonst auf der Welt in natura gibt.

Solche Robinsonaden der Gartenlust finden sich auch in den kleineren Refugien privater „plantaholics“. Darf es ein typischer Cottage-Garten sein, in dem Rittersporn, Sternkugel-Lauch, Fingerhut, Salbei und Eisenhut blaue Meeresträume hervorzaubern. Auf der Jagd nach Raritäten finden sich auch von keltischen Steinkreisen durchzogene Terrassengärten. Wagemutige irische Gärtner mischen mit spielerischer Hand auch orientalischen Mohn und Pfingstrosen unter blütenschweren Magnolien. Der wunderbare Duft eines Kräutergartens oder neue Züchtungen alter Blütenklassiker in Pflanzschulen reihen sich gerne um die großen Gartenparks. Und überall empfangen redselig gewordene Gärtner ihre Besucher und geben freudig Auskunft über die Geheimnisse ihrer privaten Reiche. Alle Fragen sind erwünscht. Scheu zeigen sich die Irish Gardeners einzig bei ungebetenen Blumenpflückern.

(Oktober 2008-Jule Reiner)

Die Golf-Insel Europas - Mildes Klima und Plätze wie Sand am Meer

Irland, die grüne Insel im Golfstrom, konnte sich in den letzten Jahren weltweit einen sehr positiven Ruf unter Golfern erwerben. Die entspannte irische Einstellung zu diesem Sport und die Auswahl von nahezu 400 Links und Parkland Plätzen prädestinieren Irland zum idealen Golfziel, zumal es in nur zwei Flugstunden von Deutschland erreichbar ist. Das milde Klima sorgt für die herrlichen Grüns und für angenehme Spielbedingungen das ganze Jahr hindurch. Die irische Gastfreundlichkeit ist auch auf den Golfplätzen sprichwörtlich. Kenner wissen das schon lange. Die Tatsache, dass der Ryder Cup im September 2006 auf der grünen Insel im Kildare Hotel & Country Club (K-Club) ausgetragen wird, trägt diesen exzellenten Bedingungen ebenfalls Rechnung.

Golf spielen hat eine lange Tradition in Irland
In Irland wird seit mehr als 100 Jahren Golf gespielt – da ist es kein Wunder, dass die Spieler heutzutage von dieser langen Tradition profitieren. Viele der Anlagen sind weltberühmt geworden: Ballybunion, Lahinch, Portmarnock, County Sligo (Rosses Point), Portrush oder Royal County Down, um nur einige zu nennen. Nicht so bekannte Plätze, vor allem im Westen und Nordwesten Irlands, sind oft mindestens so faszinierend und schwierig. Und die Startgelder sind moderat.
Golfer haben die Auswahl unter über 450 Anlagen. Gemessen an der Größe des Landes, existieren nirgends auf der Welt mehr Golfplätze als in Irland. Es gibt praktisch keinen ehemaligen oder lebenden großen Golfspieler, der nicht auf der grünen Insel gespielt hätte: Tony Watson, Jack Nicklaus, Ken Venturi, Bernhard Langer, Sam Snead, Tom Jacklin, Arnold Palmer, Steve Ballesteros, Nick Faldo, Ian Woosnam oder Sandy Lyle – sie alle haben in Irland schon ihre Sternstunden erlebt, und es gibt keinen, der nicht mindestens einmal wieder gekommen wäre.

Golf – überall und für jeden
Durchschnittlich gesehen, liegt in Irland jeder Golfplatz nur 1000 Meter vom nächsten entfernt. Für welche Region auch immer man sich entscheidet, die Golfrunde ist gesichert. Die Vielfältigkeit der irischen Landschaft spiegelt sich auch in der Ausprägung der Golfplätze wider. Ob sanfthügelige Parklandplätze oder meerumspülte Küstenplätze – gut 450 Anlagen warten darauf erobert zu werden. Ein Mekka für den passionierten Golfer, den Gelegenheitsspieler und natürlich auch den Anfänger. Golf ist Volkssport. Und das sorgt für eine lockere und entspannte Atmosphäre – eine besonders ideale Voraussetzung für Einsteiger. Irland hat keine privaten Golfplätze sowie keine "Members Only" Golfplätze wie England und Schottland. Kurse, auf der Insel „Tuitions“ genannt, werden auf allen Niveaus angeboten und sind erschwinglich.

Informationen sind kostenlos erhältlich bei der Irland Information, Tel: (069) 6680 0950, Fax (069) 9231 8588, E-Mail: info@tourismireland.de , www.entdeckeirland.de , www.golf.ireland.ie .

Irland ist das ganze Jahr hindurch bespielbar
Die warme Strömung des Golfstroms beschert der grünen Insel ein ausgeglichenes mildes Klima. Und das von Januar bis Dezember. Es herrschen weder im Sommer noch im Winter extreme Temperaturen. Golfsport ist in Irland eine alltägliche Freizeitbeschäftigung, die das ganze Jahr hindurch betrieben wird. Und die Frühlings- und Herbstmonate haben ihren ganz besonderen Reiz. Das Licht Irlands ist im Frühjahr klar und im Herbst taucht es die Landschaft in warme Farbtöne. Selbst im Winter bleibt die Insel grün bis dann wieder Ginsterbüsche, Rhododendren, Fuchsien, Palmen und Orchideen die Landschaft in ein Farbenmeer verwandeln. Die bizarren Wolkenformationen sind legendär – und das nicht nur bei Romantikern.

Küstenplätze – die irische Herausforderung
Die Tatsache, dass Irland eben eine Insel ist, hat auch die Gestaltung eines Großteils der Golfplätze geprägt, und eine (fast) einzigartige Besonderheit geschaffen: die Links Courses. Gut dreißig Prozent der Küstenplätze der Welt befinden sich in Irland - eine ganz besondere Herausforderung für jeden Spieler. Da alle Regionen Irlands, mit Ausnahme der Midlands, an das Meer grenzen, bietet sich ein Schlag über die Klippen immer an.

Herrenhäuser und Schlosshotels
Golfspieler sind Genießer. Für sie ist aber nicht nur diese Art der Freizeitgestaltung ein Genuss, sondern auch das „Drumherum“. Ganz besonders im Urlaub. Irische Herrenhäuser und Schlosshotels bieten ein angenehmes Ambiente. Von familiär-gemütlich bis nobel-luxuriös reicht die Palette. Und eine gute Küche wird ganz groß geschrieben. Viele der so genannten Manor oder Country House Hotels befinden sich nach wie vor in Familienbesitz und sind geprägt von irische Herzlichkeit und Individualität. Das Gemüse und die Kräuter für das abendliche Menü stammen aus dem eigenen Garten, die anderen Zutaten aus der Region. Lachs und Forelle, Lamm- und Rindfleisch, Austern und andere Meeresfrüchte bestimmen die Speisekarten. Dazu werden exzellente Weine aus der ganzen Welt serviert. Und wer sich schon immer einmal wie ein Lord fühlen wollte, kann sein Haupt in ein Himmelbett der 12 Schlosshotels betten.

Die entsprechenden Broschüren „Be our Guest“, „Blue Book“, Manor House Hotels“ und „Hidden Ireland“ sind ebenfalls bei der Irland Information kostenlos erhältlich.

Golfsport in Irland – eine Erfolgsgeschichte
Irland konnte sich in den letzten 15 Jahren ein internationales Renommee als Golfdestination erwerben. Die Vielfalt der Plätze stellt eine Herausforderung für jeden Golfer dar – vom Anfänger bis zum professionellen Spieler. Die meisten Anlagen befindet sich in Privatbesitz und werden von ihren Mitgliedern verwaltet. Alle sind für Gäste geöffnet. Der steigenden Bedeutung Irlands als Golfinsel haben vor allem die internationalen Fernsehanstalten durch die Übertragung von großen Golfturnieren Rechnung getragen. Das begehrteste aller Golfturniere, der Ryder Cup, wird im Jahr 2006 in Irland im K Club ausgetragen werden (www.rydercup2006.ie).

(IM, Nr. 3/2000)

Golf - Für die perfekten Momente

Küstengolf in Irland: Abschlag zwischen Wind und Wasser

Der perfekte Moment kommt kurz vor dem siebten Loch – das satte „Klack“ signalisiert den guten Schlag, der Ball tropft perfekt auf das Grün. Über dem Spieler dehnt sich ein grenzenloser Himmel, vom nahen Atlantik her weht eine kräftige Brise über die Klippen, die Gräser zittern in der urwüchsigen Dünenlandschaft. Der Golfplatz Doonbeg an der Westküste Irlands kann einen schon überwältigen. Er wurde erst 2002 eröffnet, aber er wirkt in seiner Natürlichkeit so als sei er über hundert Jahre alt.

Wer nach Irland zum Golfen aufbricht, sollte alles vergessen, was er bislang über Golf wusste. Besonders auf den Küstengolfplätzen, im Englischen auch Links Courses genannt. In den Dünen der Links-Plätze wachsen Ginster und Heidekraut, die Roughs sind knietief, die sandigen Böden hart und schnell. Wer hier spielt, spielt im Muttermilieu des Golfens, inmitten einer fantastischen, von der Natur geformten Landschaft.

So wie in Doonbeg, einem der Plätze der Welt, die ein Golfer wenigstens einmal bespielt haben muss. Dafür ist kein beeindruckendes Handicap nötig. Der ehemalige British-Open-Sieger Greg Norman hat den Course in Doonbeg modelliert, sein Design ist so angelegt, dass jeder den Platz spielen kann, vom Freizeitgolfer über den Fortgeschrittenen bis hin zum Profi.

Nicht an jedem Loch kann man den perfekten Moment erwischen, wie auch. Mal verschwindet der Ball für immer im Ginster, mal wird ein Sandbunker zur tückischen Falle. Jeder einzelne Schlag, jedes Loch auf diesem Links Course wird zur prickelnden Herausforderung, begleitet von einem grandiosen Naturerlebnis. Touristen sollten einen Wochentag wählen, dann drängt niemand auf dem Kurs. An den Wochenenden dagegen kommt es schon mal vor, dass viele schnell spielende Iren den Platz bevölkern. Ansonsten nehmen sie es lässig – Golf ist in Irland ein Volkssport und keine steife Zeremonie. Und alle Plätze sind zugänglich für Greenfee-Spieler.

Wer stolz und glücklich alle 18 Löcher hinter sich hat, darf Einkehr halten am „19. Loch“ im mächtigen, steingemauerten Haus des Doonbeg Golf Clubs hoch auf dem Dünenkamm. Spätestens dann dürften die Links jeden Golfer gepackt haben. Ganz in der Nähe bei den Cliffs of Moher warten mit Lahinch und Spanish Point weitere Küstengolfplätze. Auch sie werden zu einem Erlebnis, mit den Schlägen am Rand der Klippen, hoch über dem tosenden Meer, während man das Salz in der Luft schmeckt. Das kann süchtig machen.

Wem das noch nicht genügt – rund ein Drittel aller 160 echten Links Courses weltweit finden sich allein in Irland, an den Küsten im Norden, Süden, Osten und Westen. Alle Regionen der Insel mit Ausnahme der Midlands grenzen ans Meer. Die Namen der Plätze haben einen besonderen Klang in der weltweiten Golferszene- ob Portmarnock, Royal Portrush, Ballyliffin, Castlerock und viele mehr. Wie Edelsteine an einer Halskette sind diese Links an der irischen Küste aufgereiht. Die Plätze bieten einige Löcher, die weltweit zu den großartigsten der Szene gehören: in Portstewart liegt das erste Loch hunderte Fuß über dem Fairway, und bei der „Calamity Corner“ in Royal Portrush ist der Name philosophisches Programm. Vom Tee an muss der Ball mit einem Schlag über eine Schlucht zielgenau auf das Green. Alle Plätze verlangen präzise Schläge, etwa beim Anspielen der harten Grüns, die den Ball leicht verspringen und wieder herabrollen lassen. Ins Loch kommt nur, wer „Bump and Run“ spielt, also den Ball auf dem Fairway aufspringen und auf das Grün rollen lässt.

Eine reine Spielwiese sind die Plätze also nicht. Die Fairways sind meist in die natürliche Dünenlandschaft eingebettet, sodass man oft auch „blind“ schlagen muss, ohne das Zielgebiet zu sehen. Auch aus diesem Grund empfiehlt es sich, einen Caddy mitzunehmen. Er kennt die Geheimnisse des Geländes, und jeder Schlag sollte genau kalkuliert sein. Oft dienen die Bunker nicht nur als Hindernisse, sondern auch als Wegmarken durch den Links Course.

Jeder Links Course ist anders, alle sind spektakulär. Mit toller Sicht auf die Brandung des Meeres, mit jäh wechselnden Winden von bis zu 50 Stundenkilometern, mit Wetter jeder Güteklasse. Die Plätze sind bei fast jeder Witterung bespielbar, aber sie fordern körperlich und mental. Meist führt einen das Routing die ersten neun Löcher an der Küste entlang, die zweiten neun Löcher finden sich im Hinterland und geleiten zurück zum Clubhaus.

Wer erstmals auf einem Links Course spielt, dem dürfte es gehen wie Greg Norman. Als er den Sandhügeln in Doonbeg begegnete, rief er: „dies ist ein spektakuläres Land, von Gott erschaffen!“. Und nicht umsonst kommt Tiger Woods alljährlich im Vorfeld der British Open zu seiner Golf-Wallfahrt nach Irland. Auch er sucht ja den perfekten Moment.

Juli 2008

Golfplätze aus Meisterhand - Faldo, Palmer & Co.

Auch wer seine Golfschläger nur in der Freizeit schwingt, kennt diese Namen: Arnold Palmer, Jack Nicklaus, Greg Norman, Severiano Ballesteros und Nick Faldo. Sie gehören nicht nur zu den Größten in der Ruhmeshalle dieses weltumspannenden Sports, sie haben sich auch einen exzellenten Namen als Golfplatz-Architekten gemacht. Und – noch eine Gemeinsamkeit – sie haben jeweils mindestens einen Golfplatz in Irland geschaffen.

Die Insel, als Gastgeber des Ryder Cup 2006 Austragungsort des drittgrößten Sportereignisses der Welt, kann somit auch Golftouristen meisterliche Erlebnisse ermöglichen.

Die Golflegende Arnold Palmer hat für den ersten Platz, den er in Europa anlegte, Tralee in der irischen Grafschaft Kerry ausgesucht. Die 18 Löcher des Tralee Golf Club gelten aber nicht nur als fordernd, sondern auch als eine besonders schöne Anlage. Palmers zweiter Golf Course in Irland, der K Club in der Grafschaft Kildare, wird sich während des Ryder Cup Turniers vom 22. bis 24. September 2006 Millionen Menschen auf den TV-Bildschirmen in aller Welt präsentieren.

Jack Nicklaus, vielfach als bester Golfer aller Zeiten gerühmt, hat seine Handschrift auf dem Platz von Mount Juliet, County Kilkenny hinterlassen. Auf der Anlage des „Golden Bear“, wie Nicklaus genannt wird, wurde bereits mehrfach die Irish Open Championship ausgetragen.

Greg Norman, auch bekannt als „The Great White Shark“, hat für Doonbeg in der Grafschaft Clare einen Platz entworfen, der sich über zwei Kilometer entlang des Strandes und der Dünen erstreckt. Von 16 der 18 Löcher hat man dadurch einen Blick auf den Atlantik.

Spaniens Golfheros Seve Ballesteros (und einem Partner) verdankt der Golfplatz „The Heritage“ in der Grafschaft Laois seine Signatur. Fünf Seen, ein Fluss 98 Bunker und 7000 Bäume charakterisieren die Anlage, die nur eine Autostunde entfernt ist von Dublin.

Hoch im Norden, in der Grafschaft Donegal, hat Nick Faldo seine Handschrift auf dem Ballyliffin Golf Club hinterlassen. Anfang 2006 gestaltete der Brite die Old Links neu, seither zieht der Club Spieler aus aller Welt an.
(09/06)

Halloween in Irland - „Streich oder Leckerbissen?

Ein mystisches Fest keltischen Ursprungs

Hallowe’en, der Abend vor Allerheiligen, ist ein traditionelles irisches Fest, das jährlich am 31. Oktober gefeiert wird. Dieses ursprünglich keltische Fest entstand vor etwa 2000 Jahren und markierte damals das Ende des Sommers und den Beginn des Winterzeit. Ebenso steht es für das Ende des Lebens und den Eintritt in das Reich der Toten, die mit diesem Fest geehrt wurden.

Über die Jahrhunderte wandelte sich Hallowe’en immer mehr zu einem Volks- und Familienfest, das auf lustig-makabre Weise gefeiert wird – vergleichbar mit einer Mischung aus Fasching und Walpurgisnacht. In Irland warnt man die Besucher vor tieffliegenden Besenstielen!

Diese Jahreszeit, wenn sich die Blätter gelb und rötlich färben und der Morgennebel langsam von den Seen aufsteigt, taucht Irland in ein ganz besonders warmes Licht, und es ist, wie viele Iren heute noch glauben, die Zeit der Geister und Unholde.
Die vorchristlichen Rituale fanden Einzug in das Hallowe’en-Fest von heute und Londonderry ist die Hochburg des alljährlichen Gruselns. Aber auch Dingle in der Grafschaft Kerry feiert dieses vorchristliche Fest mit unverkennbar irischem Touch.

Die frühen Kelten feierten Samhain (gesprochen: sowan) oder All Hallowtide. Die Verstorbenen kehrten in die Welt der Lebenden zurück, um ein großes Festmahl abzuhalten. Im 8. Jahrhundert wurde der 1. November zum „All Saints Day“ für die Heiligen, denen kein bestimmter Gedenktag gewidmet war. Die vorangehende Nacht – „All Hallows Eve“ – wandelte sich zu Hallowe’en, eine Mischung aus keltischen und christlichen Traditionen.

Der 31. Oktober verkleiden sich vor allem die Kinder und ziehen als Hexe, Teufel, Skelett oder Geist von Tür zu Tür, um sich Süßigkeiten zu erbetteln. Das Losungswort lautet: „Trick or Treat!“ Wer keinen Leckerbissen spendet, dem wird ein Streich gespielt.

Zum Ritual des Festes gehören auch die typischen Laternen. In Kürbisse werden Gesichter geschnitzt, die im Inneren mit einer Kerze versehen, im Dunkeln unheimlich leuchten. Allerdings ist diese Tradition etwas jüngeren Datums, aber so beliebt, dass die geschnitzten Kürbisse in den Geschäften gleich neben den Hallowe’enmasken zu finden sind. Hierzu wird erzählt, dass im 18. Jahrhundert einem besonders schlechten Menschen, einem Schmied namens Jack, der Zugang zum Himmel verwehrt wurde, und selbst der Teufel wollte ihn nicht haben. Die Konkurrenz war zu groß, aber er gab ihm einen glühenden Kohleneimer, damit er auf seiner endlosen Reise auf Erden den Weg finden konnte. Der Schmied stellte den Kohleneimer in eine ausgehöhlte weiße Rübe (turnip), und so entstand die Legende von Jack O’Lantern. Da im 19. Jahrhundert die Rüben knapp wurden, stieg man um auf Kürbisse, und so ist es bis heute geblieben. In den USA wurden schon immer Kürbisse verwendet, da dort keine weißen Rüben angebaut wurden.

Zu den überlieferten Traditionen gehören auch die Freudenfeuer, die überall entzündet werden. Sie sind ebenso ein Relikt aus der keltischen Ära. Dazu gehören auch spezielle Speisen wie „barm brack“, ein herrlich süßer Hefekuchen mit Gewürzen und getrockneten Früchten verfeinert. Er wird überall in den Bäckereien und Supermärkten angeboten. Wer darin einen Ring findet und gerade einen neuen Partner sucht, wird sich mit Sicherheit verlieben, und eine bestehende Partnerschaft bekommt neuen Schwung. Wer eine Münze findet, hat für die kommenden zwölf Monate keine Geldsorgen.

„Colcannon“ heißt der schmackhafte Kartoffelbrei, den es in Irland das ganze Jahr über gibt, zubereitet aus pürierten Kartoffeln, Kohl, Frühlingszwiebeln, Butter und Gewürzen. Wer an Hallowe’en Colcannon zubereitet, mischt ein in Butterbrotpapier eingewickeltes Geldstück unter. Derjenige, der es findet, wird keine finanziellen Sorgen mehr haben.
Zu den Ritualen des Hallowe’en gehört auch, Äpfel in einem mit Wasser gefüllten Bottich schwimmen zu lassen. Nicht nur Kinder haben Spaß daran, die Äpfel mit den Zähnen herauszuholen.

Das berühmte irische Frühstück aus knusprigem Schinken, Würstchen, Spiegeleiern und Toast gehört zwar nicht in die Hallowe’en-Tradition, ist aber mit Sicherheit die beste Grundlage für solch einen Tag!

Der wohl beste Ort, um die Atmosphäre des Hallowe’en-Festes am deutlichsten zu spüren, ist Londonderry in Nordirland. Dieser Tag ist der Wichtigste im Kalender der Stadt. 1986 wurde das Fest dort erstmals gefeiert und wird zunehmend populärer. Wie jedes Jahr werden auch 2003 über 30,000 Menschen zu dem ausgelassenen Treiben erwartet, dessen Höhepunkt das große musikalische Feuerwerk am River Foyle bildet.

Sich zu verkleiden, ist ein Muss! Auf den Straße sieht man die verrücktesten Kostüme und Masken, bis sich im Ende alle auf dem großen Hallowe’en-Ball tummeln – bis in die frühen Morgenstunden, den „small“ oder „wee hours“. Viele Konzerte finden statt. Und natürlich werden auf der berühmten Stadtmauer und am Flussufer Geistertouren angeboten. Informationen findet man im Internet unter: www.derrycity.gov.uk/halloween.

Hurling - Das schnellste Feldspiel der Welt

Typisch Irisch: Gälisches Hurling

Steile Stimmungskurven beim ältesten Feldspiel der Welt

Es liegt etwas in der Luft, wenn in einer irischen Gemeinde ein Hurlingmatch angekündigt ist. Wimpel überspannen die Straßen, in den Vorgärten liest man auf handgepinselten Schrifttafeln Anfeuerungen wie „Loughmore – du kannst es schaffen. Jungs wir zählen auf Euch“. Die besten Hurlingspieler der Insel sollen aus Cork, Kilkenny und dem County Tipperary kommen. Loughmore liegt in Tipperary und die Wimpel flattern für das Finalspiel der Regionalligisten. Natürlich hat Loughmore auch ein Pub, wo die Chancen und Wetten für die eigene Mannschaft gegen die Nachbargemeinde Drom-Inch heftig diskutiert werden. Schließlich hat sie seit 20 Jahren nicht mehr gewonnen, wohl aber in den letzten Spielen beste Form gezeigt. Der Gast sollte spätestens in diesem Moment seine Chance nutzen und sich zu diesem, wie es heißt, ältesten und schnellsten Feldspiel der Welt mitnehmen lassen.

Hurling, auf irisch „lomaínt“, wurde schon in keltischer Zeit als Volkssport betrieben und gehört zu den gälischen Sportarten, die nur in Irland gespielt werden. Nach der Überlieferung wurde es zum ersten Mal 1400 v. Chr. vor einer Schlacht ausgetragen. Erst das Spiel, dann der Kampf: wobei sich beides ähnlich angesehen haben dürfte. Denn Hurling ist nicht nur schnell, sondern auch beinhart. Jeweils 15 Spieler kämpfen mit dem Hurley, einem nach unten verbreiterten und mit Eisen beschlagenen Eschenholzstock, um einen 25 cm kleinen, 150 Gramm schweren Lederball, den Sliotar, um damit so viele Torpunkte wie möglich zu schießen. Das H-förmige Tor hat eine Querlatte. Der untere Teil ist der eigentliche Torraum und drei Punkte wert. Der obere Raum über der Latte nur einen Punkt. Das klingt zunächst einfach. Aber eine der Spielregeln lautet auch: „Es ist erlaubt, den ballführenden gegnerischen Spieler anzugreifen“.

Loughmore am Mittag: Wenn der Spielbeginn naht, strömen wirklich alle aus den beiden Gemeinden ins Stadion. Eine Dudelsackformation schreitet das Spielfeld ab und die Stimmung schwappt bereits steil nach oben. Dann geht auch der Anfang schneller als schnell. Kaum ist der erste Abschlag getan, rasen die athletischen „Jungs“ weit auseinander. Einer hat den Sliotar ergattert, wirft ihn in die Luft, drischt ihn übers Feld. 80 Meter kann er fliegen und bis zu 150 km/h schnell werden. Es muss wehtun, ihn mit der bloßen Hand aus der Luft zu fangen. Es tut auch weh, wenn zufällig ein gegnerischer Hurley dazwischen gerät. Zwar lautet die Spielregel auch: „Beim Angriff darf nicht mit dem Hurley geschlagen werden. Und nicht erlaubt sind Trikotziehen, Bein stellen, Schubsen mit den Händen oder Niederringen des Gegners“. Aber was zählt das im Eifer des Gefechtes. Loughmore bringt ungeheure Energien auf die Beine, hat es satt, eine weitere Niederlage einzustecken. Die Spieler rennen, dreschen, fangen den Sliotar mit der Hurleyfläche, jonglieren ihn eine Weile darauf – 4 Schritte dürfen es sein – schleudern ihn hoch und schlagen ihn in der Luft ab. Das ist die kunstvollste Art, den Ball ins Tor zu bringen und wirkt in dieser Geschwindigkeit sehr tänzerisch. Aber auch das Abschlagen mit der Handfläche ist erlaubt. Das Match nimmt eine unglaubliche Dynamik an, wogegen gewöhnlicher Fußball eine Zeitlupenveranstaltung wäre. Rasend und spannend wie das Spiel gehen beim Hurling die zwei Mal 30 Spielminuten wie im Flug vorbei. Und Loughmore schafft es. Mit 21 zu 13 Punkten, alle im oberen Torbereich gesammelt, gewinnt dieses Mal der langjährige Verlierer. Und das Publikum hat 34 Mal beim Aufschrei sein Adrenalin loswerden können. Was für ein Nachmittag! Am Abend hört man in Loughmore heimkehrende, singende und auf Gälisch skandierende Hurlinghelden. Die Zapfhähne im Pub sind längst poliert.

Informationen:
Als die Briten 1376 zur Kolonialmacht wurden, verboten Sie das Hurling, weil es angeblich zur Vernachlässigung der militärischen Pflichten führte. Im 18. Jahrhundert aber war es wieder in 21 Counties Irlands verbreitet. 1884 wurde die Gaelic Athletic Association gegründet (GAA), die bis heute die gälischen Sportarten aktiv und erfolgreich fördert. Es gibt auch eine weibliche Variante des Hurling. Sie heißt Camogie. (Spielinfos: www.gaa.ie)

Festivals:
Das größte Hurling-Ereignis des Jahres ist das Endspiel der Hauptliga im Croke Park Stadion Dublin mit 80.000 Zuschauern und von großen Festivitäten begleitet.

Guinness All-Ireland-Senior Hurling Final
Foras Na Gaeilge All-Ireland Senior Camogie Finale (Endspiel der Frauen)
(beide im September, www.crokepark.ie)

Die Inseln der Insel - Kleine Schätze im Atlantik

Reizvolle Reiseziele auf den kleinen Eilanden

Die meisten der 34 Inseln, die besucht werden können, liegen vor der Nord- und Westküste. Einige sind ganz bequem über eine Brücke zu erreichen: Great Island in der Bucht von Cork, Achill Island und Valentia. Die Bewohner von Dursey nutzen eine Seilbahn, die sich zum Festland spannt. Andere Inseln sind per Boot zu erreichen.
Einge von ihnen sind unbewohnt, obwohl alle Landflecken rund um die Mutterinsel irgendwann einmal besiedelt waren. Die beliebtesten Ausflugsziele liegen nicht mehr als acht Kilometer von der Küste entfernt.
Auf einigen Inseln gibt es kleine Hotels oder Bed & Breakfast-Pensionen, auf anderen muss man sich gastfreundliche Insulaner suchen, um auf deren Couch zu nächtigen. Wir stellen einige Inseln vor, die ein zumindest kleines Angebot an Unterkünften haben.

Cape Clear
Der südlichste bewohnte Flecken Irlands liegt acht Kilometer vor der Südwestspitze der Mutterinsel und ist eine Attraktion für Vogelfreunde. Deshalb hat die Universität Bristol auch auf Cape Clear eine ornithologische Station errichtet. Die Besucher kommen aber auch wegen der Wale und Delfine vor der Küste, dem Blick auf den Leuchtturm von Fastnet Rock, und der religiösen Geschichte: Auf dem knapp fünf Kilometer langen Eiland wurde anno 352 St. Ciarán geboren, einer der frühen Heiligen des Landes. Auch die kleine Kirche aus dem 12. Jahrhundert trägt seinen Namen.
Eher weltlicher Herkunft ist der „falsche Mann“, ein aufrecht stehender Stein, der einst wie eine Reihe inzwischen verschwundener „Nachbarn“ eine rote Soldatenjacke trug. Die „Redcoats“ sollten 1798 den feindlichen Franzosen zeigen, dass Cape Clear von Soldaten bewacht ist.
Cape Clear war das letzte Land, das die Titanic-Passagiere sahen und der Vorposten Europas für die Schiffe aus den USA. Deshalb wurden eilige Meldungen aus Amerika den Fischern von Cape Clear übergeben. Diese brachten sie zur Mutterinsel, von wo sie nach London gekabelt wurden.

Clare Island
Mit dem 457 Meter hohen Knockmore ist Clare weithin sichtbar. Die fruchtbare Insel liegt fast sechs Kilometer vor der Grafschaft Mayo im Westen. Über die Clew Bay hinweg öffnet sich der Blick auf das Festland und Irlands heiligen Berg, den Croagh Patrick. Wegen der unterschiedlichen Landschaftsformen gilt Clare als „Irland in Miniatur“, wegen der Vielzahl an Gesteinsarten kommen auch viele Wissenschaftler.
Grabungen ergaben, dass die Insel schon vor mehr als 5000 Jahren besiedelt war. Die populärste Bewohnerin war Grace O’Malley, die „Piratenkönigin“ des 16. Jahrhunderts. Die Tochter des mächtigen Clanchefs Owen O’Malley residierte in einem dreistöckigen Festungsbau, dessen Ruine die Hauptsehenswürdigkeit der Insel ist. Die reiche, dreimal verheiratete Frau kommandierte mehrere hundert Männer unter Waffen. Grace soll in Clare Abbey begraben sein.
Im 19. Jahrhundert zählte die knapp sechs Kilometer lange Insel mehr als 1600 Einwohner, bis eine Kartoffelseuche zur Hungersnot in ganz Irland führte und die meisten Insulaner ihr Überleben jenseits des Atlantiks suchten. Heute leben die gut 150 Insulaner vornehmlich vom Tourismus und der Landwirtschaft.

Sherkin Island
Läge Sherkin im Mittelmeer, wäre es wegen seiner weißsandigen Strände längst zugepflastert mit Riesenhotels. So aber blieb das Eiland ein beschaulicher Flecken vor der Küste von Baltimore, Co. Cork. Die Fährfahrt dauert nur zehn Minuten.
Die Hauptattraktionen von Sherkin sind die von Efeu überwucherte Burg des Driscoll Clans, Dún na Long, die Ruine eines um 1460 erbauten Klosters, und die Marine Station, zu der auch ein kleines Naturkundemuseum mit Aquarium gehört. Wie das benachbarte Cape Clear ist auch Sherkin ein Teil der Grafschaft Cork.
Der Höhepunkt des Inseljahres ist der dritte Sonntag im August, wenn die Boote zur traditionellen Sherkin-Regatta starten. Aber auch zu anderen Zeiten ist das Meer rings um die Insel ein beliebtes Wassersportrevier; auf Sherkin können Anfänger in einer Segelschule den richtigen Umgang mit Segeltuch erlernen.
Die einstigen Bewohner, Fischer und Kleinfarmer, sind fast völlig verschwunden. In den letzten Jahren haben die Iren die Insel als Ferienort entdeckt. Sie erwarben viele der aufgelassenen Höfe und Fischerhütten und nutzten sie als Sommerhäuser.

Tory Island
Wenn die Winterstürme über Donegal hinwegfegen, können die etwa 120 Bewohner von Tory Island bisweilen tagelang nicht zum Hauptland übersetzen. Im Winter 1974 dauerte die wetterbedingte Isolation sogar acht Wochen. Dabei liegt die kleine Insel, die nördlichste unter den bewohnten, nur 13 Kilometer vor Irlands Küstenlinie. Aber dort ist sie dem meist starken Wind ziemlich schutzlos ausgesetzt.
Doch dieses scheinbar unwirtliche Eiland war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. In der Legende haben auf Tory einst Piraten gelebt, die von Balor of the Evil Eye geführt wurden. Im 6. Jahrhundert hat der in Irland beliebte Heilige Columbcille auf Tory ein Kloster gegründet. Von ihm bestehen nur noch der Rundturm und ein Kreuz.
Die in der Gaeltacht, dem keltischen Sprachgebiet Irlands, liegende Insel pflegt auch heute noch die alte Sprache und die Sitten. Deshalb ist die irische Folk Music auf Tory allgegenwärtig und im Alltag wird Keltisch gesprochen. Bekannt sind auch die naiven Bilder einiger Insulaner, eine Kunst, die auf den Maler Derek Hill zurückgeht: Er unterrichtete während seiner regelmäßigen Sommerferien auf Tory alle Einwohner.

Aran Islands
Die bekannteste Inselgruppe des Landes liegt vor Galway. Inishmore, Inishmaan und Inisheer sind charakterisiert durch historische Ruinen und durch das Muster der Steinmauern, mit denen die karge Erdkrume vor dem Wind geschützt wird.

Achill Island
Der westlichste Fleck Europas birgt Berge, die bis zu 661 Meter hoch sind. Die vom Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll sehr geschätzte Insel in der Grafschaft Mayo veranstaltet jährlich ein Musikfestival (www.achill-ireland.com).

Dursey Island
An Westcorks Küste ist sie die westlichste bewohnte Insel, weitab vom modernen Leben. Zu erreichen ist sie mit Irlands einziger Seilbahn, die 250 m über dem Meeresspiegel gespannt ist. Sie fasst 6 Personen oder 1 großes Nutztier. Und hier lautet die Devise: no Pub, no Shops, no Restaurant. Aber dafür wilde Natur pur.

Inishmurray
Das flache Eiland bei Sligo trug seit anno 520 eine Klostersiedlung, seit 1948 ist sie unbesiedelt. Im Krieg hat ein britischer Zerstörer einen Torpedo auf die Insel abgefeuert, weil sie aussah wie ein deutsches U-Boot.

Ireland’s Eye
Die kleine unbewohnte Insel vor Dublin ist nur eine 15-minütige Bootsfahrt entfernt und für die Hauptstädter ein beliebtes Ausflugsziel. Markant ist der Martello Tower, der einst Dublin vor Angreifern von See schützen sollte.

Oileán an Bhráighe
Das 65 Hektar kleine Eiland gehört zu den 15 Gaeltacht Inseln, wo irisch als Amtssprache gilt. Hier wird sie von 7 Einwohnern als Zeichen ihrer Unabhängigkeit gepflegt. Die zerklüfteten Küsten und Dünenstrände sind ideale Vogelreservate.

The Saltees
Die zwei Inseln, Great und Little Saltee, liegen vor der Grafschaft Wexford im Südosten Irlands. Sie haben eine bewegte Geschichte – von Mönchen bis zu Schmugglern und Piraten – und sind heute ein Vogelreservat.

The Skelligs
Die schroffen Felsen weit draußen im Meer vor der Grafschaft Kerry waren einst das Heim von Mönchen, deren schlichte Steinhütten erhalten blieben. Ein Leuchtturm sichert seit 1826 das für Seeleute gefährliche Revier.

Valentia Island
Die größte der Inseln des Südwestens ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Sie birgt ein vom Golfstrom begünstigtes Gartenparadies. Der Knight of Kerry, Sir Peter George Fitzgerald, begann um 1830 den Garten seines Glanleam House mit Raritäten der südlichen Hemisphäre zu bepflanzen. Heute bestaunt man auf den naturalistischen Gartenwegen Exoten aus aller Welt und den größten Baumfarn Europas.

Die Broschüre "Ireland's Islands" (www.irelandsislands.com) gibt ausführlich Auskunft über Anreise- und Unterkunftsmöglichkeiten, Einwohnerzahl und Sehenswürdigkeiten. Man erhält sie gratis bei der Irland Information: www.entdeckeirland.de.

Kochschulen - Kurse und Rezepte

Kunstvolles Handwerk am Herd

Ahnungslose könnten vermuten, Irlands Beitrag zur globalen Kochkunst bestehe allein im Irish Stew. Dieser Eintopf aus Kohl und Lammfleisch ist zwar, wenn gut gemacht, durchaus nicht zu verachten. Aber unter die Werke großer Kochkunst muss man das deftige Gericht auch nicht einordnen.
Doch Irland ist über das Stew und ein paar importierte zweifelhafte Importe aus der britischen Küche längst hinweg. Junge irische Köche, die mit Erfahrungen aus Frankreich, Italien und Übersee auf die Insel zurückkehrten, haben ihre Heimat inzwischen auch kulinarisch konkurrenzfähig gemacht.
Aber es gibt in Irland inzwischen nicht nur zahlreiche gute Restaurants, auch das allgemeine Interesse am Anrühren und Abschmecken ist spürbar gewachsen. So war es nur eine Frage der Zeit, ehe gastronomisch verdiente Hotels die ersten Kochschulen eröffneten. Mittlerweile kann man das kunstvolle Handwerk der Köche am Herd in fast allen Landesteilen studieren. Wir stellen deshalb einige Kochschulen der Insel vor.

„A Taste of Ireland“ in Sheedy’s Country House Hotel
Liebe geht bekanntlich durch den Magen. So ist es nicht verwunderlich, dass in Lisdoonvarna Kochkurse angeboten werden. Der Ort an der Westküste ist zwar bekannt für seine Schwefelquellen, aber noch bekannter für sein „Matchmaking Festival“. Dieser traditionsreiche Heiratsmarkt findet alljährlich im August statt.
Selbstverständlich lehrt John Sheedy die Teilnehmer seiner Küchenseminare nicht nur wie man Liebesperlen und andere Aphrodisiaka herstellt. Der Michelin-Koch, der unter anderem im 5-Sterne-Hotel Ashford Castle kochte, hat sich mit Sheedy’s Country House Hotel selbstständig gemacht.
Wer erkunden will, warum es dort so gut schmeckt, kann sich bei Kursen wie „A Taste of Ireland“, „Seafood Cockery“ oder „Vegetarian Cockery“ anmelden.

Sheedy’s Ziegenkäse-Törtchen
Zutaten:
4 Blätterteig-Scheiben im 8-cm-Durchmesser
4 Scheiben etwa 10 Tage alten St. Tola Ziegenkäse
4-6 mittelgroße Zwiebeln ohne Wurzeln, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
3 Teelöffel Zucker
6 Teelöffel Weißweinessig

Zubereitung:
Den Blätterteig ausrollen und für zwei Stunden stehen lassen. Die Zwiebeln in einem geschlossenen Topf etwa zehn Minuten köcheln, dabei immer wieder umrühren, damit sie nicht anbrennen. Wenn die Zwiebeln ganz weich sind, Zucker und Essig hinzugeben und dann kochen, bis die Zwiebeln eine marmeladenartige Konsistenz haben. Den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Die kalte Zwiebelmasse gleichmäßig auf die vier Blätterteigscheiben verteilen. Je eine Scheibe Ziegenkäse obenauf legen und mit etwas Pfeffer sprenkeln. In einem Ofen bei Gasmarkierung 6 etwa zehn Minuten backen.

John Sheedy serviert die Törtchen mit einem - mit etwas Pesto gewürzten – Salat auf dem Käse. Sein Spezialtipp: Der Ziegenkäse darf nicht zu alt oder zu jung sein, weil er sonst ölig wird oder Risse bekommt.

Sheedy’s Country House Hotel
Martina und John Sheedy
Lisdoonvarna, Co. Clare
Tel: +353-65-707 4026
Fax: +353-65-7074555
E-Mail: sheedys@.manorhousehotelscom
www.manorhousehotels.com



Die Mayo-Küche
Frische Kost in der Cookery School des Pontoon Bridge Hotel
Mary Geary, die Chefköchin des Pontoon Bridge Hotels, hat keinen leichten Job. Sie muss jeden Mittag und Abend gegen eine spektakuläre Szenerie ankochen. Das Hotel liegt nämlich auf einer Landspitze zwischen zwei inselreichen Seen in der Grafschaft Mayo und vom Restaurant aus blicken die Gäste auf ein großartiges Panorama. Da muss sich die Küche anstrengen, wenn sich der Blick auch auf den Teller senken soll.
Mary gelingt dies, denn sie ist eine sehr gute Küchenmeisterin. Und damit auch die ideale Lehrmeisterin für jene ihrer Gäste, die bei ihr einen Kochkurs machen. Sie stellt an sich hohe Ansprüche: „Ich betrachte das Kochen als ein künstlerisches Bestreben, als eine Fertigkeit und eine Wissenschaft.“ Geary verspricht ihren künftigen Eleven am Herd, dass sie nicht nur das Kochen, sondern auch den Gebrauch ihrer fünf Sinne erlernen. Ziel der Übung ist es, „gesunde und geschmackvolle Gerichte“ zu schaffen, unter anderem aus den Ernten des eigenen Gemüse- und Kräutergartens.
Die Schulungen dauern zwischen einem Tag und vier Tagen. Das Unterrichtsprogramm reicht von der Planung bis zum Anrichten eines vier- bis fünfgängigen Menüs. Ein zweitägiger Kurs kostet beispielsweise 115 Euro, ohne Unterkunft.
Das Hotel hat 40 Zimmer, ein Restaurant und zwei Bars. Es liegt etwa eine Stunde Fahrtzeit sowohl von Galway als auch von Sligo entfernt. Bis zum nächsten Flughafen, Knock International, sind es 25 Minuten; dort landen im Sommer Charterflüge aus Deutschland und der Schweiz. Neben den Kochkursen bietet das Pontoon Bridge Hotel auch Kurse für Fliegenfischer und für Landschaftsmaler.

Mary Geary’s Entenleberpastete
Zutaten:
4 – 5 Entenlebern
4 Scheiben Schinkenspeck
2 Knoblauchzehen
450 gr Butter
2 cl Brandy
Saft und Schale einer Orange
gut ein 1/4 Liter Sahne

Zubereitung:
Entenlebern und Schickenspeck würfeln mit etwas Butter in der Pfanne andünsten. Die geschälten und durchgepressten Knoblauchzehen, die abgeriebene Orangenschale und den ausgepressten Saft dazugeben. 5 – 10 Minuten dünsten. Den Brandy hinzugeben und weiter 2 – 3 Minuten sautieren.

Alles zusammen im Mixer gut durchpürieren. Die Butter flöckchenweise hinzugeben. Die flüssige Sahne hinzufügen und nochmals mixen. Die Masse in eine Form geben, die mit Frischhaltefolie ausgelegt ist. 3 bis 4 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Pontoon Bridge Hotel
Mary Geary
Pontoon, Co. Mayo
Tel: +353-94-56120
Fax: +353-94-56688
E-Mail: sales@pontoonbridge.com
www.pontoonbridge.com



Erst angeln – und dann an den Herd
Das Ghan House in Carlingford bietet ein abwechslungsreiches Programm mit Gastköchen
Dass Whiskey mehr ist als ein vorzüglicher Tropfen vor oder nach dem Essen, wussten vor allem die Köche unter den Kennern des feingebrannten irischen Nationalgetränks schon lange. Viele raffinierte Saucen, manch zarter Braten und selbst das eine oder andere Fischgericht verdankt seinen besonderen Geschmack einem Schuss Paddy’s, Tullamore oder Bushmill’s.
Kein Wunder, dass sich eine renommierte Kochschule wie die des Ghan House in Carlingford solch ein Thema nicht entgehen lässt. Anfang November heißt es in dem Hotel unweit der Mourne Mountains: „Friskey Whiskey Weekend“. Zum Programm gehören eine fachkundig kommentierte Whiskey-Probe nebst Dinner, ein Besuch in einer Destillerie und selbstverständlich eine Kochdemonstration mit Irish Whiskey.
Das Ghan House, ein georgianisches Gebäude etwa auf gleicher Entfernung zwischen Dublin und Belfast, stellt alljährlich ein facettenreiches Programm für seine Kochschule zusammen. Die Dozenten werden dazu aus ganz Irland und bisweilen auch aus dem Ausland eingeladen. Bei „Cooking Demonstrations“ lüften die Meisterköche Schritt für Schritt ihre Küchengeheimnisse, bei den „Hands-on Cookery Classes“ sind die Gäste selbst mit tätig am Herd.
Im Oktober geht es für die jeweils etwa zehn Kocheleven um das Thema „Weihnachten“. Die als Bäckerin berühmte Gillian Bolton demonstriert dann, wie man Stollen, Panetone oder angelsächsische Weihnachtsklassiker wie Mince Pies oder Christmas Puddings herstellt. Backkurse sind stets gefragt im Ghan House. Deshalb bittet Gillian Bolton am 10. November auch zu einer Meisterklasse, Thema des Tages ist der Sauerteig.
Ähnlich beliebt sind die Programme unter der Schlagzeile „Fish and Shellfish“, bei denen es meist nicht allein um die Zubereitung der Fische und Muscheln geht. Oft fahren die Teilnehmer auch gemeinsam hinaus auf See, um zu fangen, was spätestens am nächsten Tag in den Topf oder die Pfanne soll.
Zu anderen Zeiten heißt es auf dem kulinarischen Kalender beispielsweise „Just Desserts!“ mit Süßspeisen aller Art oder „Italian Night“ mit einer Einführung in die Küche zwischen Bozen und Palermo. James Nicholsons, einer der renommiertesten Weinkenner Irlands, ist ein häufiger Gast der Kochschule und zelebriert zu den Dinners und Lunches die passenden Weine.
Das Ghan House bietet aber auch Reisegefährten, die eher am Verspeisen als an der Zubereitung der Gerichte interessiert sind, viel Abwechslung. Das Angebot reicht vom Bummel durch das historische Städtchen Carlingford bis zu nahe gelegenen Golfplätzen oder Segelmöglichkeiten. Wie überall in Irland ist es auch hier nicht weit zum nächsten Reitstall, der geführte Ausritte anbietet.

Küchenchef Chris Diggins glasierte Carlingford Austern mit Thai-Kruste
Zutaten:
12 Carlingford Austern, 1 Stängel Zitronengras, 2 rote Chilischoten, 1 Knoblauchzehe, 2 Blätter von Caffa-Limonen, 1 Stückchen Ingwer, 250 gr Paniermehr, 1 Limone, 1 Bündel Koriander, 100 gr Butter

Zubereitung:
Man öffnet die Austern und setzt sie in der halben Schale auf ein Backblech. Zitronengras, Chili, Knoblauch, Blätter und Ingwer in kleine Würfel schneiden und leicht anbraten, bis sie gar sind.
Die Mischung vom Feuer nehmen und Paniermehl, Butter und etwas abgeriebene Limonenschale und -saft hinzufügen. Alles mit einem Löffel über die Austern geben und mit Grilleinstellung überbacken, bis die Mischung goldbraun ist. Sofort auf einem Bett aus Blättern servieren.

Ghan House
Carlingford, Co. Louth
Tel: +353-42-9373682
Fax: +353-42-9373772
E-Mail: ghanhouse@eircom.net
www.ghanhouse.com



Irische Küche mit internationalen Akzenten
In der Berry Lodge unterrichtet Rita Meade maximal zehn Teilnehmer in ihren Kochkursen
"Serviere das Essen frisch und das Getränk gut gereift." Auf dieses alte irische Sprichwort verweist die Berry Lodge auf ihrer Website. Das renommierte Restaurant der „Berry Lodge“ an der Küste von West Clare ist ebenso bekannt für seine Kochkurse.
Rita Meade, die Besitzerin und Küchenchefin, hat sich spezialisiert auf traditionelle irische Rezepte, die sie allerdings mit Elementen der internationalen Kochkunst kombiniert. Rita benutzt vorzugsweise Produkte aus ihrem Garten, von den umliegenden Bauernhöfen oder die Fänge der einheimischen Fischer.
Die Patronin ist eine ausgebildete Hauswirtschaftslehrerin. Das half ihr, als sie das aus dem Jahr 1775 stammende Anwesen modernisierte. Dabei entstanden auch die fünf viktorianisch dekorierten, aber modern ausgestatteten Doppelzimmer, die bei den Kochkursen fast immer ausgebucht sind.
Die Wochenendkurse dauern zwei Tage, unter der Woche gibt es auch dreitägige Schulungen. Dabei entstehen bis zu 14 respektive 24 Gerichte. Es gibt auch eintägige Schulungen. Die Zahl der Teilnehmer ist jeweils auf zehn beschränkt, um eine persönliche Betreuung zu gewährleisten. Zum Abschluss erhalten alle Kücheneleven die Rezepte zu den zubereiteten Speisen, damit diese auch am heimischen Herd nachgekocht werden können.
Regelmäßig wiederkehrende Themen der Kurse sind beispielsweise: Kreative irische Küche, Backen, Früchtezubereitung, Frühstück und Brunch, Fisch und Meeresfrüchte, Nachspeisen, vegetarische Gerichte und – zur Saison – das Weihnachtsfestmahl. Die Kurse beginnen mit einem Willkommensdinner, bei dem sich Rita vorstellt. Am nächsten Tag geht es nach dem Frühstück und einem Strandspaziergang zum Unterricht in die Küche.

Das kleine Hotel ist aber nicht nur aus kulinarischen Gründen interessant, es ist auch umgeben von touristischen Attraktionen wie den Klippen von Moher, den Aillwee-Höhlen und dem Karstgebiet des Burren. Golfer schätzen es, dass die international bekannten Plätze von Lahinch und Doonbeg nur eine Viertelstunde entfernt sind.

Rita Meade Cider Fruit Cake
Zutaten:

750 g Mehl, 1 1/2 Tl Backpulver, 1 Tl Gewürzmischung, 1/2 Tl Zimt, 1/2 Tl frisch geriebene Muskatnuss, 1/2 Tl Salz, 225 gr weiche Butter, 375 gr brauner Zucker, je 500 gr Sultaninen und Rosinen, 55 gr Citronat und Orangat, 55 gr kandierte Kirschen, die abgeriebene Schale und der Saft einer unbehandelten Zitrone, 2 aufgeschlagene Eier, je ein halber Liter Cider und Milch.

Zubereitung:
Mehl, Backpulver und Gewürze werden durch ein Sieb in eine Schüssel gegeben und mit der Butter verrührt, bis sie wie feiner Brösel wirken. Zucker, Früchte und Zitronenrinde werden hinzu gegeben und vermischt. Zitronensaft und Cider werden vermischt. Erst werden die Eier in die Mischung gerührt, dann der Cider und die Milch. Die gesamte Mischung ist nun recht feucht. Sie wird gut durchgerührt, bedeckt und an einem kühlen Platz über Nacht stehen gelassen. Dabei nehmen die Früchte viel der Flüssigkeit auf. Am nächsten Tag kommt die Mixtur in eine Backform und die in einen auf 160 Grad vorgeheizten Backofen (Gas: Stufe 3). Die Backzeit dauert 1 1/2 Stunden. Danach kann die Temperatur auf 150 Grad (Stufe 2-3) verringert werden für weitere 1 1/2 bis 2 Stunden, bis der Kuchen richtig durchgebacken ist. Am besten kühlt er auf einem Drahtrost in der Form aus. Wenn er später aus der Form genommen wird, soll er mit fettdichtem Papier oder Aluminiumfolie eingeschlagen werden. An einem kühlen, trockenen und dunklen Platz hält der Kuchen etwa sechs Wochen.

Berry Lodge
Rita Meade
Annagh, Miltown Malbay, Co. Clare
Tel: +353-65-7087022
Fax: +353-65-7087011
E-Mail: info@berrylodge.com
www.berrylodge.com



Weitere Adressen von Kochschulen:

 

Ballyderrin House and Cookery School
John and Pamela Holligan
Shilleagh Road, Tullow, Co. Carlow
Tel: +353-59-915 2742 www.ballyderrinhouse.com
Diese neue Kochschule bietet Tages-, Wochenend- und Abendkurse an sowie Kurse für Kinder.

Ballymaloe House
Darina Allen
Shanagarry, Midleton, Co. Cork
Tel: +353-21-464 6785
Fax: +353-21-464 6909
E-Mail: enquiries@ballymaloe-cookery-school.ie
www.cookingisfun.ie
Es werden zahlreiche Kurse angeboten, wochentags zwischen 14.00 und 16.30 finden Kochdemonstrationen statt.

Island Cottage
Johnny Desmond and Ellmary Fenton
Heir / Hare Island, Skibbereen, West Cork
Tel & Fax: +353-28-38102
E-Mail: ef@islandcottage.com
www.islandcottage.com
Das ist die wahrscheinlich kleinste Kochschule der Welt. Sie wurde 1989 gegründet und ist spezialisiert auf 2-Tage-Kurse für ein bis zwei Personen (eine Übernachtung eingeschlossen). Buchungen sind telefonisch vorzunehmen.

The Country Cookery School
Angela Devereux
Ballinlow, Kilmuckridge, Oulart
Gorey, Co. Wexford
Tel: +353-87-617 8061 oder +353-53-30423
Angela Devereux hat in vielen Häusern in Irland Erfahrungen gesammelt, Richard Devereux besitzt eine eigene Kuhherde und züchtet Angus-Rinder. Die Kurse sind für Privatpersonen ausgerichtet, die ihre Familie und Freunde bekochen möchten, und finden in kleinen Gruppen statt. Vorausbuchungen sind notwenig.

Dunbrody Country House Hotel and Restaurant
Kevin Dundon
Arthurstown, Co. Wexford
Tel: +353-51-389 600
Fax: +353-51-389 601
E-Mail: info@dunbrodyhouse.com
www.dunbrodyhouse.com
Es werden eintägige Präsentationen abgehalten und 1 bis 2-Tage Kurse durchgeführt. Die Gruppen bestehen aus etwa 10 Personen.

Dunbrody Abbey Cookery Centre
Pierce McAuliffe, Kursleiter
Dunbrody Abbey, Campile
New Ross, Co. Wexford
Tel: +353-51-388 933
E-Mail: theneptune@eircom.net
Gruppen sind willkommen. Weihnachtskurse beginnen Anfang November.

Ballyknocken Cookery School
Catherine Fulvio
Glenealy, Ashford, Co. Wicklow
Tel: +353-404-44627
Fax: +353-404-44696
E-Mail: cfulvio@ballyknocken.com
www.ballyknocken.com
Das Konzept wurde von Catherine Fulvio selbst enwickelt. Sie ist spezialisiert auf Irish Country Cooking und verwendet lokale und eigene Produkte. Es werden Wochenendkurse angeboten für Privatkunden, aber auch für die Gastronomie im Geschäfts- und Incentive-Bereich. Ebenso Demonstrationen und Verkostungen für Gruppenreisende. Das 4-Sterne-Guesthouse mit sieben Zimmern liegt nur 29 Meilen vom Dubliner Flughafen entfernt. Der „Bridgestone 100 Best Places" hat das Ballyknocken House aufgenommen.

Literaten, Poeten und andere Autoren

Von anonymen Poeten und anderen Autoren / Wer liest wo was? / Links ins reiche irische Literaturleben

Kein Land vergleichbarer Größe hat so viele Literatur-Nobelpreisträger wie Irland. Vielfach heißt es, dies sei nur möglich gewesen, weil das Interesse an Poesie und Dichtung weit verbreitet ist unter den Iren. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass es in jeder größeren Ortschaft „writers circles" gibt, in denen die Teilnehmer nicht nur den Werken mehr oder minder bekannter Schriftsteller lauschen. Viele bekennen sich auch dazu, selber zu schreiben. Eine Vereinigung nennt sich beispielsweise Poets Anonymous.

Wer sich über diese bunte Szene informieren will, findet im Internet einen guten Einstieg auf der Seite www.poetryireland.ie .
Poetry Ireland ist eine nationale Organisation zur Unterstützung der Dichtung. Sie versteht sich als Auskunftsstelle für alle, die an diesem Thema interessiert sind und will Schriftstellern, die in Irland leben oder arbeiten, dabei helfen, ihre Arbeit bekannt zu machen. Auf der Website werden – leider nicht nach Orten und Terminen geordnet – auch zahlreiche Lesungen angekündigt.

Die Irish Writers Union (www.ireland-writers.com) bietet eine hilfreiche, wenngleich unvollständige Liste mit Links zu Kulturinstitutionen und literarischen Zirkeln. Darunter sind auch das Arts Council of Northern Ireland, die Vereinigung der Bibliotheken oder der nationale Rundfunksender RTE. Dass auch die National Lottery aufgeführt wird, ist nur auf den ersten Blick überraschend. Die staatliche Lotterie ist ein großer finanzieller Unterstützer des irischen Kulturlebens.

Hinter der Ireland Literature Exchange (www.irelandliterature.com) verbirgt sich eine staatlich geförderte Organisation, die Übersetzungen irischer Literatur in fremde Sprachen, aber auch Übersetzungen für den irischen Markt finanziell unterstützt. Die ILE vergibt auch Arbeits- und Aufenthaltsstipendien für Übersetzer aus den EU-Ländern. Näheres über die Förderungsmittel stehen – auch in deutscher Sprache – auf der Website.

Wer literarisch interessiert ist und Dublin als Reise- und Rechercheziel hat, könnte sich auch mit dem Dublin Writers Workshop (www.dublinwriters.org) vertraut machen, der ältesten Schriftsteller-Vereinigung in der Hauptstadt. Die Rubrik „Events“ zeigt, wie aktiv die literarische Szene in Dublin ist.

Festivals der Poeten
Nicht allein der Blooms Day zu Ehren des Romans Ulysses von James Joyce ist legendär gewordener Ausdruck des irischen Literaturgenusses. Mag das Schreiben eine noch so ernste Angelegenheit sein, die Muse küsst manch einen auch spontan beim dritten Pint Stout. Denn Nachwuchs stellt sich in diesem Land der Fabulierer, Sänger und Dichter nicht nur an den Universitäten ein. Zu literarischen Ereignissen gehören Festivals, zur Literatur auch der Humor.
So gibt es gewiss hunderte kleine Poetenzirkel auf der Insel, die sich regelmäßig in Pubs und Cafés treffen. Einige große öffentliche Festivals führen alle diese Talente zusammen. Ein Writers-Festival zu erleben, ist die beste Art, dem irischen Kulturgeist nahe zu kommen. Denn neben Lesungen und poetischen Wettbewerben geht es dort heiter, musikalisch und sehr unterhaltsam zu.

Die Wichtigsten unter ihnen sind:
Listowel Writers Week
Das malerische Städtchen Listowel in County Kerry, im Südwesten, gilt als das literarisch-kulturelle Herz Irlands. Während einer Woche im Mai/Juni kommen hier Autoren von aufstrebendem Rang und Namen zusammen und lesen rund um die Uhr (www.writersweek.ie)

Dublin Writers Festival
Längst eine Institution! Wer hier liest und zuhört, stellt Irlands literarische Qualitäten auf Platz 1 seiner Interessen. Eröffnet wird das einwöchige Festival (immer im Juni) von einer internationalen literarischen Größe.
(www.dublinwritersfestival.com)

The Western Writers Centre
Das dreitägige Festival der Poeten in der kleinen Stadt Strokestown im Westen gilt als das freundlichste Treffen - auch von Querköpfen. Gelesen wird auf Englisch, Irisch und Schottisch (Mai). (www.twwc.ie)

Allgemeine Informationen, die ständig ein update erfahren: www.irelandliteratureguide.com

Nationalparks in Irland

Die Iren entdecken ihre Landschaft – und schützen sie

Auf der irischen Insel gibt es sechs Nationalparks, sie liegen alle in der Republik. Nordirland besitzt bisher noch keinen Nationalpark, aber sechs „Gebiete von außerordentlich schöner Natur“. 2002 begannen Vorbereitungen zur Gründung des ersten nordirischen Nationalparks rings um die Mountains of Mourne.
Irlands Nationalparks sind eine vergleichsweise junge Einrichtung. Das erste Schutzgebiet, der Killarney National Park, geht zwar auf eine Spende des Jahres 1932 zurück, aber die anderen Parks entstanden erst in den achtziger und neunziger Jahren. Vor dieser Zeit habe, heißt es unter Fachleuten, kaum jemand die Notwendigkeit gesehen, große Landschaftsgebiete zu schützen. Sie waren in dem armen Land kaum bedroht, insbesondere jene schönen Wildnisgebiete, die man landschaftlich kaum nutzen konnte.
Heute sieht man, dass auch damals schon Fehler begangen wurden, beispielsweise im jüngsten Nationalpark in Mayo, wo zu viel Schafzucht zur Bodenerosion und zu viel Schadstoffe in den Gewässern zur Verringerung der Fischbestände geführt hatte. Im Wirtschaftsboom der neunziger Jahre erkannte Irland, das es seine oft einzigartige Landschaft schützen muss.
Das geschieht inzwischen konsequent, nachdem 1997 ein Gesetz erlassen wurde, das den Empfehlungen einer entsprechenden EU-Direktive folgt. Umgesetzt wird es von Dúchas, der staatlichen Organisation, die sowohl historische Zeugnisse wie Naturschutzgebiete betreut. Dúchas, eine Abteilung des Ministeriums für Kunst, Nationalerbe, die Inseln und die gälischsprachigen Landesteile, entstand ebenfalls 1997. Zuvor lag der Naturschutz beim Ministerium für öffentliche Arbeiten.

Killarney National Park
Herzstück des Parks bildet das rund 4.300 Hektar große Gut Muckross, das 1932 als Geschenk an den Staat überging. Er hat seither angrenzende Ländereien erworben, dadurch ist der Nationalpark heute 10.289 Hektar groß. In seinem Territorium liegen die berühmten, von Bergen und Wäldern gesäumten Seen von Killarney.
Die Eichenwälder von Killarney sind die letzten größeren Relikte jener Wälder, die einst einen großen Teil Irlands bedeckten. Im Hochland gibt es seltene Moorgebiete. Eine Besonderheit ist die Rotwildherde, die durch den Park streift. Die Tiere sind die einzigen, die noch vom ursprünglichen Rehwild Irlands stammen.
Der Park birgt aber auch ein kulturelles Erbe. Darunter befinden sich zwei einstige Herrenhäuser, Muckross House und Killarney House, und weitere historische Bauwerke wie Ross Castle oder Muckross Abbey. Auch die Muckross Gardens gehören zum geschichtlichen Erbe des Landes.
Ein Besucherzentrum mit audio-visueller Schau über den Park gibt es im Muckross House, das bei Führungen auch besichtigt werden kann. Nahebei am Walled Garden wurden ein Restaurant und Kunsthandwerksläden eingerichtet. Im Sommer gibt es drei weitere Infostationen im Park. Er wird von einer Reihe von Rad- und Wanderwegen durchzogen, Autos dürfen nur bis Muckross House fahren.

The Burren National Park
Der Burren ist eine der ungewöhnlichsten Landschaftsformen von Irland. Der graue Kalksteinrücken an der Westküste – zwischen Galway und den Cliffs of Moher – wirkt auf den ersten Blick wie eine Mondlandschaft. Kein Baum wächst auf dem porösen Fels, in dem alle Niederschläge schnell in die unterirdischen Wasseradern versickern.
Erst wenn man genauer hinschaut, findet man Pflanzen in den Felsspalten, in denen Erde und Humus vor dem Wind geschützt sind. Vor allem im Frühjahr breiten sich dort kleine bunte Wildlblumen-Teppiche aus. Darunter sind viele seltene Pflanzen und erstaunlicherweise auch zahlreiche Blumen, die man nur aus Südeuropa kennt. Der Burren beherbergt gleichermaßen arktische und mediterrane Pflanzen – ein Erbe der letzten Eiszeit.
Im Osten des Burren, wo das Wasser nicht so schnell versickert, gibt es einige Turloughs, temporäre Seen. Mit 1.673 Hektar ist dies seit 1991 der kleinste Nationalpark.

Connemara National Park
Der zweitälteste Nationalpark, entstanden 1980, ist mit 2.957 Hektar zugleich der zweitkleinste der Insel. Er erstreckt sich im nördlichen Connemara von der Küste bei Letterfrack bis zur Bergkette der Twelve Bens. Einige ihrer Gipfel liegen innerhalb des Parks.
Auf dem für die Region typischen Quarzitfelsboden des Nationalparks finden sich vornehmlich Sumpf- und Heidelandschaften. Wanderer treffen unterwegs relativ häufig auf die im Park heimische Herde von Connemara Ponys. Seltener ist das Rotwild zu sehen: Die eingeführte kleine Gruppe soll sich im Lauf der Jahre zu einer größeren Herde entwickeln. Einige steinzeitliche Begräbnisstätten beweisen, dass dieser Landesteil schon früh besiedelt war.
Das Besucherzentrum besteht aus einigen Ausstellungsräume und einem Aufenthaltsraum, in dem man bei schlechtem Wetter sein Picknick auspacken kann – eine Einrichtung, die von Schulklassen häufig genutzt wird. Am Zentrum beginnen einige Rundwanderwege unterschiedlicher Länge, zu denen Faltblätter mit Erklärungen zu Fauna und Flora ausliegen.
Die Ranger des Nationalparks bieten während der sommerlichen Hauptsaison verschiedene Führungen an. Diese sind vor allem an den Wochenenden sehr gefragt.

Glenveagh National Park
Mit 16.548 Hektar ist der Park im nordwestlichen Donegal der größte Irlands. Er geht zurück auf ein privates, nahezu 10.000 Hektar großes Gut, dessen Terrain zielstrebig erweitert wurde. Der 1986 eröffnete Nationalpark ist charakterisiert durch die Granitfelsen in diesem Teil der Grafschaft Donegal, in der sich eine abwechslungsreiche Szenerie aus Wäldern und Sümpfen entwickelt hat.
Bezeichnend ist für Glenveagh die Einsamkeit. Durch den Park führen keine Straßen. Über weite Strecken wirkt die bergige Landschaft, als ob hier nie Menschen heimisch gewesen seien. Vor allem in den Wäldern stoßen Besucher bisweilen auf Rotwild, eine importierte, nicht aus Irland stammende Art.
Beim Eingang in den Park steht ein Informationszentrum, dort müssen die Besucher auch ihre Autos abstellen. Busse bringen die Gäste nach Glenveagh Castle, das insbesondere wegen seiner Gärten viele Touristen anzieht.

Wicklow Mountains National Park
Wegen seiner Nähe zu Dublin zählt der Park in den südlich der Hauptstadt gelegenen Bergen zu einer der meistbesuchten auf der Insel. Mit 15.917 Hektar ist er allerdings groß genug, um Wanderern das Gefühl zu geben, in einer abgeschiedenen Naturlandschaft unterwegs zu sein, zumal nur drei markierte Trails durch das Gebiet führen.
Kern des 1991 eingerichteten Nationalparks waren das Tal und die Seen von Glendalough, eine der besterhaltenen Klostersiedlungen aus dem 6. Jahrhundert. Später kamen angrenzende Waldgebiete und Bergregionen hinzu, darunter Teile vom Gut Powerscourt, einem viel besuchten Schloss außerhalb des Parks, und das Moorgebiet, in dem der River Liffey entspringt. Er fließt durch Dublin und mündet dort ins Meer.
Am Lower Lake von Glendalough informiert ein Besucherzentrum die Touristen über die hier bis zu 800 Meter hohen Berge und die Pflanzen- und Tierwelt des Parks. Dort erhält man auch Hinweise für Wanderungen durch das Schutzgebiet.

Mayo National Park
Der jüngst Nationalpark wurde erst Ende 1998 eröffnet und befindet sich noch im Entstehen. Er ist benannt nach der Grafschaft Mayo, aber auch bekannt unter dem Namen Ballycroy National Park. Bei der Ortschaft Bally Croy soll auch das Besucherzentrum des 11.837 Hektar großen Parks entstehen.
Flüsse, Klippen und Oberflächenmooren prägen den Nordwesten Mayos. Da ähnliche Sumpflandschaften in Westeuropa meist trockengelegt wurden, haben Mayos Sümpfe besondere Bedeutung. Nur hier findet man sie noch in dieser Ausdehnung.
Das Zentrum des Parks ist die Owendruff-Region in den Nephin Mountains. Der Owendruff River ist der letzte Fluss in Westeuropa, der in ein relativ intaktes Oberflächenmoor mündet. Hier trifft man viele Ornithologen, denn das Gebiet wird von Wandervogelarten als zeitweiliges Terrain sehr geschätzt. Darunter befinden sich auch sehr seltene Spezies.

Weitere Informationen stehen auf www.heritageireland.ie .

(IM, Nr. 2/2003)

Nordirland: Gärten, Küste und das Wasser des Lebens

Kleines Land mit großem Charme Geadeltes Grün in üppigen Gärten, feiner Sand an weiten Stränden, Legenden von Heiligen, Schmugglern und Gelehrten - Nordirland zeigt sich von seiner ureigenen Seite als Land der Naturwunder und geistreichen Geschichten.

GÄRTEN - Es grünt sehr grün
Die adeligen Herrschaften des 18. Jahrhunderts schwelgten in Blütenträumen. Ihr Erbe kann sich sehen lassen.

Buchsbäume als herrliche Skulpturen, immergrüne Eiben, ein italienischer Garten, ein spanischer Garten und ein Garten des Friedens liegen in grünweichem Flor. Olivenbäume, Akazien, Eukalyptus zitieren mediterrane und exotische Gartenreiche, dazwischen erinnern Skulpturen von Fabelwesen, Nixen und Sauriern daran, dass Irland immer auch eine erzählerische Insel ist. Mount Stewart mit seinem prunkvollen Schloss und großartigen Landschaftsgarten könnte man als Nationalsymbol betrachten. Das Adelsgeschlecht der Londonderrys hat sich hier in exquisiter Lage am Ufer des Strangford Lough im 18. Jahrhundert ihren Landsitz geleistet. Ein irischer „Shamrock Garden“ spielt auf das nationale Pflänzchen, das Kleeblatt an. Er birgt eine in Buchs geformten Harfe und Rabatten, die „die rote Hand von Ulster“, das Symbol für die nordirischen Grafschaften, darstellen. Adel verpflichtet! Mit ihren von irischen Seefahrern aus aller Welt mitgebrachten Pflanzenexoten und vom milden Klima der Heimat begünstigt, setzten die Noblen ihrer Zeit facettenreiche Zeichen von Weltläufigkeit. So spaziert man heute in Mount Stewart durch eine herrliche museale Anordnung von Themengärten, geschaffen von Lady Edith, der Großmutter der heute einzigen Bewohnerin des Anwesens. Lady Mary, 8. Marchionnes of Londonderry, zeigt sich ab und an noch mit kritischem Blick den Besucherscharen, die ihre ein wenig mitgenommenen herrschaftlichen Gemächer besichtigen. Adel will schließlich auch erhalten bleiben. Und sei es durch Eintrittsgelder.

Folly for Two
Hat man sich aber am Pomp dieser „folly“ genannten spielerischen Verrücktheiten des Adels satt gesehen, wirken die Sträßchen mit ihren vielen Biegungen um den Strangford Lough, mit goldtropfenden Stechginsterrabatten und Weißdornbäumchen, wie befreiende Wildnis. Unbedingt sollte man dem kleinen Ort Grey Abbey seine gärtnerische Aufmerksamkeit schenken. Im romantischen Ensemble einer halb verfallenen Abtei aus dem 12. Jahrhundert mit beredsamen Grabsteinen ringsum und unter dem Gemurmel und Gezänk von Dohlen kommt der Reisende der erzählerischen Insel sehr nah. Und in einem lieblichen Kräutergarten kann er sich aus 50 verschiedenen Heilpflanzen selbst sein Sträußchen pflücken. Mit dem ätherischen Duft der Kräuter im Wagen geht es weiter zu einer groß angelegten Gartengeschichte.
Castle Ward liegt ebenfalls am See und ist das Ergebnis eines ehelichen Rosenkriegs. Seine Erbauer Anne und Bernard Ward – er ein bedeutender Parlamentarier des 18. Jahrhunderts – waren sich in Stilfragen wohl recht uneins. Und so schaut das gewaltige Schloss mit seiner Vorderfront im klassizistischen Stil auf eine traumhafte Parklandschaft. Mit Seeblick auf der anderen Seite aber ist es voller neugotischer Zinnen und Türmchen. Diese „folly for two“ führte für Lady und Lord allerdings zur Scheidung, und die verarmte Familie musste das riesige Anwesen dem Staat übergeben. Der National Trust pflegt es heute als eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. In den Parkanlagen spiegeln sich noch immer die Moden der Epochen so wie die Herrschaften einst über Baustile stritten. Ein Temple Water genannter Garten ist um einen künstlichen See angelegt und naturalistisch bepflanzt. Daneben hat man in viktorianischer Zeit einen Windsor Garten entworfen, an dem grafisch denkende Menschen ihre wahre Freude finden. Andere sehen ihn vielleicht als zu akkurat an - auftoupiert wie eine mit Haarspray befestigte Hochfrisur.

Plaudern über Gummistiefel
Gegen solche Strenge halten es die heutigen irischen Gärtner viel lieber mit spielerischen Elementen. Einer der schönsten informellen Gärten ist Rowallane südwestlich von Belfast. Da wimpelt es und schüttet sich aus vor Blütenpracht, da grüßt Klatschmohn den Eisenhut und Engelstrompeten bilden den Chor. Zwar ist auch hier nichts dem natürlichen Zufall überlassen, aber die irischen grünen Daumen von heute haben den Adelsphantasien ihren Freigeist zugesellt und plaudern offenherzig über ihre Geheimnisse und kleinen Tricks und gerne auch mal über Gummistiefel.

Ausgewählte Gärten auf einen Blick
Botanischer Garten, Belfast
Mit herrlichen viktorianischen Glashäusern zwischen Botanic Avenue und Strandmills Road

Rowallane, Saintfield, Ballynahinch (südlich Belfast)
Bekannt als „Garten der leidenschaftlichen Pflanzer“
1,5 km südlich von Saintfield, westlich der Downpatrick Road A7

Mount Stewart House and Gardens, Newtonards
Der schönste Landschaftsgarten des Adels
Am Ufer des Strangford Lough, über Belfast-Portaferry Road A20

Crom Estate, Newtonbuttler
Eindrucksvolles Naturschutzgebiet am Lough Erne
5 km von Newtownbuttler an der Linaskea-Cavan Road

Florence Court, Enniskillen
Großartiger Landsitz in weiter Parklandschaft
Über A4 und A32 12 km südwestlich von Enniskillen


KÜSTENLAND
Causeway Coast und Glens of Antrim - Legendäres Urgestein und Anmut auf der Perlenschnur

Eine der wundersamsten Naturlandschaften der grünen Insel wirkt als Besuchermagnet und eröffnet die Reise zu einsamen Flecken für Wanderer und Träumer.
Welch ein Schauspiel! Über einen in großem Bogen gewundenen Pfad wandert man zwischen Berghängen aus Urgestein zum Meer hinunter, und erst um den letzten Felsvorsprung herum zeigt sich dieser Giant’s Causeway. 38.000 sechseckige Basaltsäulen, teils wie Orgelpfeifen, teils wie ein getreppter Plattenweg, tanzen vor der hohen Gischt ins Meer. Geologisch erklärt, ist es Vulkangestein, entstanden vor 60 Millionen Jahren, als sich Magma aus dem Erdinneren ergoss und in Becken sammelte. Während der langsamen Abkühlung und der dadurch entstehenden Spannungen gewann der Basalt dann seine Säulenform. Aber wie viel poetischer ist doch die Legende, der Riese Finn McCool habe diesen Weg als Brücke hinüber nach Schottland gebaut, um dort seinen Widersacher Benandonner heimzusuchen. Ein phantastischer Wanderweg entlang der Küste ist gesäumt von einer Orgel aus Basalt, einem monumentalen Steinstiefel des Riesen und Kaminen hoch auf den Felsen. Wild hat sich der gelbe Stechginster hineingekrallt. Und wenn das Licht der Sonne sich Bahnen bricht, leuchten die Steine rotgolden und die Hänge tauchen in blendendes Gelbgrün.

Lebenswasser und Leprechauns
Nach solchem Ausflug in steifer Brise ist es wunderbar, im nahe liegenden Ort Bushmills einzukehren. Der Geruch von würziger Maische liegt über seinen geduckten Häuschen, denn er lebt seit 400 Jahren vom „Lebenswasser“, das die älteste lizenzierte Bushmills Whiskey Destille produziert. Experten führen durch die ehrwürdige Fabrikanlage und lehren alles über das „nosing“, das Näseln ehe man zum „tasting“ mit einigen kräftigen Schlucken übergeht. Im Hotel Bushmills Inn kann es weitergehen mit Gaumenfreuden vom Weiderind, Lamm und feinsten Gemüsen und Kräutern. Im Pub dann, das nach traditioneller Art dunkel und mit intimen Sitzecken und Kaminzimmern ausgestattet ist, lodert ein Torffeuer so weich dahin als schmelze es wie die Creme auf einem Glas Guinness. Wenn man seinen Duft einatmet und lange in die rötlich-violette Glut schaut, schwirren irische Geschichten durch den Raum. Von Kindern, die im Moor verschollen sind, von den Leprechauns, den kleinen Kobolden, die Schuhe für die Elfen nähen. Manch eine von ihnen mag in alter Zeit auch in den von dicken Teppichen aus Glockenheide bedeckten, weichen Hügeln von Carrick-A-Reede herumgeschwirrt sein, um das seltsame Treiben der Lachsfischer zu bewachen. In schwindliger Höhe hatten sie zwischen dem Festland und einem vorgelagerten Vogelsinselchen eine Hängeseilbrücke gespannt, um von oben aus mit Netzen die zum Laichen heran schwimmenden Lachsschwärme abzufangen. Als Geländer gab es auf der Brücke nur ein Halteseil. Heute ist die Carrick-A-Reede Ropebridge eine Touristenattraktion, inzwischen viel besser mit Stahlseilen gespannt und mit Geländer versehen, doch immer noch eine wacklige, leicht schwingende Hängepartie, der nicht jeder gewachsen ist. „Wir haben bisher noch jeden wieder hierher zurück befördert“, lacht der Wächter am Eingang zur Brücke. „Und wenn es sein muss, dass wir einen Helikopter rufen“... grinst er mit irischem Witz in den Augen. Der Blick vom Vogelinselchen auf den Atlantik und die grünpelzigen Hügel über der Steilküste ist phantastisch.

Romantik in vergessenen Tälern
Von hier aus folgt man einer der schönsten Küstenstraßen Europas, der Antrim Coast Road. Nah und doch fern schimmern die schottischen Hebriden aus einer dunstigen Ozeanwoge auf. Bald klettert die gewundene Straße über hohe Cliffs und schlägt einen Bogen zur Ostküste. Hier liegen die viel besungenen Glens, die neun Täler von Antrim. Ihre Namen wie „Tal der Hecken“, „Königin der Glens“ oder „Tal des Huflattichs“ künden von anmutigen Flecken voller Wildblumen und Vogelgezwitscher. Zehn lange Jahre von 1832 bis 1842 brauchte der Bau der Küstenstraße durch eine monumentale Felsenlandschaft, die zuvor von der Welt vergessen war. Über dem dritten der Täler, Glenarm, ragt ungestüm der Slemish Mountain auf, ein karg wirkender Geselle, dessen Gipfel wie ein zerdrückter Hut aussieht. Dort oben musste der Nationalheilige St. Patrick Patrick als Sklave eines irischen Hochkönigs die Schafe und Schweine hüten. Und auch heute gibt es in diesem Tal nichts als Schafweiden.

Legenden im Pub
Im Städtchen Carnlough an der Küste, das zum Tal der Hecken gehört, gibt es hingegen das romantische Londonderry Arms Hotel, das Winston Churchill gehörte. Und nebenan ein wunderbar dunkles Pub, das Glencloy Inn, mit dunkelgrünen Ledersesseln und einem Mahagonitresen mit vergoldeten Zapfhähnen. Hier erzählt man sich einiges bis der Abend kommt. Auch, dass man, als man zum ersten Mal in Nordirland am Nationalfeiertag des Heiligen St. Patrick endlich eine Parade auf den Slemish Mountain unternehmen wollte. Bei fürchterlichem Wetter zog man es aber vor, zu einer kurzen Kundgebung mit dem Auto bis zum Parkplatz vor dem Berganstieg zu fahren und dann schnellstens ins Pub einzukehren. So bleibt es weiter eine ungewisse Frage, auf welchem Weg es Patrick geschafft haben soll, dem Hochkönig zu entkommen und fortan Irland das Christentum zu predigen. Manches überlässt man in diesem romantischen Stück Land gerne den Legenden.

Reisetipps
CAUSEWAY COAST

Die Antrim Coast Road ist mit schillernden Stränden und hübschen Dörfern Irlands schönste Küstenstrasse. Die feinsandige White Park Bay mit herrlichen Meersfarben bei Portbraddan ist einen längeren Aufenthalt wert. Neben dem Giant´s Causeway liegt auf einer Klipppe das verfallene Dunluce Castle. Ein tolles Fotomotiv. Die Carrick-A-Reede Hängebrücke lehrt, was Schwindelgefühle sind.
Bushmills mit der berühmten Whiskeydestillerie besucht man wegen des Lebenswassers. Nebenan zwischen Ballybogy und Vervock kann man den schönen Benvarden Garden aus dem 18. Jahrhundert besichtigen.

Von Jule Reiner (Mai 2009)

Nordirland: Städtetouren und Aktivitäten

STÄDTETOUREN

Derry City - ein heimliches Juwel
Die Stadt am River Foyle zeigt sich vergnügt und steht zu ihrer Geschichte in frischem historischem Kostüm.

Das Schöne an Londonderry ist, dass seine Vergangenheit nicht ins Museum eingeschlossen, sondern überall zum Greifen nahe ist. Am besten erfährt man das bei einer Wanderung um die Stadtmauer. Im 17. Jahrhundert errichtet, ist sie mitsamt Stadttoren noch vollständig erhalten. Das macht Derry, wie viele Einheimische es gerne nennen, nicht nur zur einzigen ummauerten Stadt Irlands, sondern auch zu einer der am besten erhaltenen in ganz Europa. Nie wurde sie eingenommen: 13 protestantische Lehrjungen hatten im Jahre 1688 mit dem Ruf „Wir ergeben uns nicht“ die Tore verrammelt und der Armee des katholischen Königs James II den Zugang verwehrt, was zur längsten Belagerung in der Geschichte der Britischen Inseln führte. Am besten beginnt man Derrys Erkundung im Tower Museum, wo man zunächst wie in einem Zeittunnel durch die bewegte Vergangenheit reist, um bald beim Mauerrundgang ins vergnügliche Treiben der Gegenwart einzutauchen. Zwischen jungen Japanerinnen, britischen Schulklassen und Liebespaaren genießt man wunderschöne Ausblicke auf die Stadt am River Foyle.

Galerie der Versöhnung
Gewiss – Londonderry galt lange als Hochburg der Unruhen, damals, als Nordirland unter den „Troubles“, den Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken litt. Doch innerhalb der Mauern steht ein schönes Symbol der Versöhnung. Hier wurde 1633 die erste Kathedrale der nachreformatorischen Zeit erbaut: St. Columb’s, benannt nach dem Hl. Columba, der Londonderry im 6.Jahrhundert gründete. Farbige Glasfenster erinnern an die einzige Belagerung Londonderrys, das einmal als die Stadt des „Blutigen Sonntags“ in die Geschichte eingehen sollte. Die Konflikte kulminierten überwiegend im katholischen Arbeiterviertel Bogside, das zu jener Zeit wahrhaftig keine Touristenattraktion war. Heute aber gilt es als wichtiger Bestandteil der Stadtgeschichte. Im Herzen von Bogside steht das Museum of Free Derry. Draußen, auf den „murals“ genannten riesigen Wandgemälden, der „People’s Gallery“, werden viele Vorfälle aus der Zeit der Unruhen dargestellt. Doch ist die Galerie seit dem Friedensschluss 1998 um einige sehr hoffnungsfrohe Ikonen angewachsen, wie etwa eine Friedenstaube, gemalt von katholischen und protestantischen Schulkindern.

Flussfahrt in die Gegenwart
Die „Mauerstadt“ Londonderry hat aber noch mehr zu bieten. Nur 30km vom Atlantik entfernt, zeigt sie bei einer Flussfahrt auf dem Foyle auch ihr maritimes Gesicht als einst bedeutender Seehafen. Wenn das Ausflugsboot dann an der Stelle vorbeifährt, wo die Kriegsschiffe Williams III die Blockade von James II durchbrachen und der Fluss in den Atlantik mündet, ist die Stadtgeschichte wieder zum Greifen nah. Über die Schlacht am Boyne und die Schlacht in der Bogside hat sich die „jungfräuliche Stadt“ – wie sie auch heißt, weil sie nie geschleift wurde - heute zum kulturellen Zentrum für Irland und Europa entwickelt.


Belfast - Boomtown mit Herz und Seele
Königlicher Prunk und viktorianische Größe, das Meer als Verbündeten und die Moderne als Triebkraft - Nordirlands Kapitale erlebt ihre Renaissance in einer Mischung aus Tradition und kosmopolitischem Stil.
Von der Terrasse des Restaurants Bá Mizu hoch über der Stadt sieht man die Symbole des neuen und des alten Belfast: im Vordergrund das Riesenrad, die Luxushotels und die Einkaufsmeile, am Horizont die beiden gelben Kruppkräne „Samson“ und „Goliath“, die der einst größten Werft der Welt, Harland & Wolff, gehören. Belfast war und ist eine Stadt, die das Meer einatmet und nach ihm ausgerichtet ist. Ihre schöne Lage zwischen Hügeln und der Mündung des Lagan River mit einem riesigen Hafenbecken hat die Belfaster schon immer zur Weltläufigkeit inspiriert. Aus Frankreich vertriebene Hugenotten brachten im 17. Jahrhundert die Leinenherstellung mit, es folgten Tabakindustrie und Schiffsbau. Und 1911 lief hier die Titanic vom Stapel.

Shoppingparadies mit „Goldener Meile“
Zehn Jahre nach Beendigung der „Troubles“ und dem Friedensschluss erlebt die nordirische Hauptstadt einen Aufschwung, der sie neben ihrem viktorianischen Charme in den klassischen Vierteln um die Queen’s University und das Cathedral Quarter mit einem gewaltigen Boom in die Moderne katapultiert hat. Die verwaisten Fabrikviertel wurden schick herausgeputzt, am Ufer des Lagan steht der mondäne Vergnügungskomplex „Odyssey Arena“, und neue Hotels, Boutiquen und Shoppingzentren wurden in der Innenstadt angesiedelt. Im Geschäftsviertel, dessen Mittelpunkt die imposante City Hall, das Rathaus mit seiner 52 Meter hohen Kuppel bildet, pulsiert auf der „Golden Mile“ in neuen Clubs, Trendbars und Restaurants das Nachtleben. Klassische Sehenswürdigkeiten wie das Belfast Castle mit Blick über die Stadt, der botanische Garten und seine viktorianischen Glashäuser oder Stormont Estate, der Regierungssitz mit einer herrschaftlichen Parkanlage sind nach wie vor Besuchermagneten. Doch daneben führt der Reiseführer „Lonely Planet“ Belfast in der Liste der „zehn aufstrebenden Städte der Welt“ als diejenige mit den frischesten Trends und als das Shopping-Paradies der Grünen Insel.

Mit dem schwarzen Taxi zur Wandmalkunst
Eine besondere Attraktion des Belfaster Sightseeing sind die historischen britischen Black Cabs, mit denen man unter lebhaften Kommentaren der Fahrer durch die Stadt kurvt. Sie führen auch zu den „Friedenslinien“ vor allem in West-Belfast, die einst die katholischen und protestantischen Viertel trennten. Die mit historischen und kulturellen Themen bemalten Mauern sind zu Besucherattraktionen geworden. Über 180 dieser „murals“ gibt es in ganz Belfast. Eine Mauer-Wanderung unter Führung eines ehemaligen Aktivisten ist eine Art Schnellkurs in der jüngeren nordirischen Geschichte.

100 Jahre Titanic
Und wo die Kräne von Harland & Wolff in den Himmel ragen, soll nun zum Gedenken an Belfasts Vorreiterrolle in der Industriegeschichte das „Titanic Quarter“ entstehen – ein High-Tech-Park, in dem einmal 10.000 Menschen arbeiten werden. Forschung und Entwicklung, akademische Ausbildung, kombiniert mit Freizeitangeboten und Wohnraum – das sind die Schlagworte, mit denen man Investoren anlocken möchte. Hotels, Restaurants, ein Open-Air-Theater und ein Besucherzentrum, in dessen Mittelpunkt die Titanic stehen wird, sollen die Anlage auch für Touristen attraktiv machen. Noch ist weit und breit Brachland, doch vieles soll bis zum 31. Mai 2011 fertig sein, denn das ist der 100. Jahrestag des Stapellaufs der Titanic. Diesen Tag will man feiern, denn als das Luxusschiff Belfast verließ, war es intakt, so betont man bei der Projektleitung. Noch ist bei einer Bootstour durch das Hafenbecken nur das kleine Schwesterschiff der gesunkenen Gigantin, die „MS Nomadic“, zu bewundern. Die Weite des Meeres aber, das Belfast geprägt hat, ist hier am deutlichsten spürbar.



AKTIVITÄTEN

Fermanagh Lakelands - alles im Boot
Natur in puren Farben und naturnah mit dem Hausboot unterwegs – wer die nordirische Seenwelt so erkundet, wird leicht auch zum Höhlenmenschen.

Wasservögel lieben dieses Land, wilde Schwäne nutzen es als Winterquartier und Forellen schwimmen im River Erne und in den Seen des oberen und unteren Lough Erne wohl schneller als anderswo, um den vielen Petrijüngern zu entgehen, die hier ihre Ruten auswerfen. Aber auch für Nichtangler ist County Fermanagh ein amphibisches Paradies. Zu einem Drittel liegt es unter Wasser. Und seine schmucke Hauptstadt Enniskillen auf einer Insel mitten im Strom ist ganz davon umgeben. Wo die einen mit dem Hausboot alte Steinbrücken durchfahren, um bald in der Ruhe des Lake Districts mit den Pfeifenten zu frühstücken, erforschen Landratten noch Enniskillen Castle. Um die trutzige Burg gab es seit dem frühen Mittelalter Reibereien unter den Ulster Clans, bis die Engländer dem ein Ende setzten. Anfang des 17. Jahrhunderts eroberten sie die Burg und nahmen die Stadt in ihre Oberhoheit. Damit begann die Blüte von Enniskillen, das mit seinen georgianischen und viktorianischen Bauten und verträumten Altstadtgassen noch ein Lied davon singen kann.

Warm anziehen für Wasser- und Unterwelt
Die ruhigste Art, sich dem Wasserland und seinen vielen gefiederten Bewohnern zu nähern, sind Flussfahrten. Ob mit dem Hausboot, Ruderboot oder einem Ausflugsdampfer – immer ist der Gleichklang aus hunderten Inseln und Inselchen, dem kräuselnden oft moorschwarzen Wasser, dem fliehenden Himmel und der Stille der Auen und Fjorde ein symphonisches Erlebnis für alle Sinne. Nicht weit von Enniskillen beginnt bald eine wundersame Karstlandschaft voller Höhlen und Wasserfälle. Darunter sind die Marble Arch Caves, die als erster internationaler Geopark der Welt unter dem Schutz der UNESCO auch für Touristen erschlossen sind. Für die Bootsfahrt ins Höhlenlabyrinth mit phantastisch ausgeleuchteten Stalagmiten und Stalaktiten sollte man sich warm anziehen. Zuvor führt ab dem Ort Cladagh ein wundersamer Fußweg durch das Tal des Cladagh River bis zu den Höhlen. Die Tour durch diese Unterwelt voller Skulpturen wird zum märchenhaften Erlebnis für Jung und Alt.

Eiszeit mit Zukunft
Den Kontrast für Aktivurlauber, die es auf dem Trockenen hält, bilden die rollenden Hügel der Sperrin Mountains. Sattes Weideland, von goldgelben Ginsterhecken durchzogene, waldreiche Berg- und Hügelketten und sanft mäandernde Sträßchen versprechen friedvolle Tage mit Wanderstiefeln. Aber auch Kletterer und Gipfelstürmer kommen in der eiszeitlich überformten, großartigen Kalksteinlandschaft auf ihren Adrenalinschub. Und sitzt man an einem sonnigen Nachmittag vor Enniskillen Castle und betrachtet die sich im Wasser spiegelnden Türmchen und Zinnen, versteht man, dass das verschwiegen gelegene Land der Erne-Gewässer erst am Anfang einer großen touristischen Laufbahn steht.



QUERBEET

GENUSS
„Belle Isle Estate“ – Grüße von der schönen Insel
Das über 8 Inseln am oberen Lough Erne verteilte Landgut Belle Isle besteht aus einem Schloss aus dem 17. Jahrhundert, feinen Unterkünften für Selbstversorger in Apartments und romantisch gelegenen Cottages am Wasser. Ob luxuriös und voll versorgt in der Schlosssuite oder nah an der Natur mit Angel- und Wandergruppen bis hin zum Kochkurs mit Diplom in der inzwischen international bekannten Belle Isle Cookery School, ist für jeden Geschmack gesorgt. Das Anwesen ist mit der EU Ökoblume ausgezeichnet und die Kochschule bietet neue Kursprogramme auch für kleinere Budgets. Info: www.belleisle-estate.com, www.irish-cookery-school.com

GOLF
Lough Erne Golf Resort – Abschlag am See
Der neue vom Weltchampion Nick Faldo konzipierte Championship Golfplatz ist über 6,5 Kilometer eingebettet in die Seenlandschaft des Lower Lough Erne, wobei 7 Tees und 9 Löcher die Seeufer umspielen und die Golfer allein in 6 Fällen über Wasser spielen. Der Platz zählt schon jetzt zu den spektakulärsten in Europa und ist für Nordirland revolutionär. Die Appartements sind im Stil der für das County Fermanagh typischen mittelalterlichen Klostertürme gebaut. Die Ausstattung der Gesellschaftsräume ist an altenglischen Vorbildern orientiert und zählt zum Feinsten in der irischen Golflandschaft. Info: www.loughernegolfresort.ie

MOTORSPORT
North West 200 – Absoluter Drive
Zwischen den Städten Portstewart und Portrush an der Nordküste und dem südlichen Coleraine liegt die 9 Meilen Rundstrecke für Irlands größtes Motorsportevent der Superbikes. Die NW 200 gilt als die schnellste der Welt, wo der Geschwindigkeitsrekord bei 201,1 mph gemessen wurde. Ebenso superlativ ist die landschaftliche Umgebung der Giant’s Causeway Küste und er Antrim Coast Road, die mit diesem Tempo gefahren, am Renntag nur für die Weltbesten reserviert sind. Motorsportshows, Wettbewerbe, Ausstellungen und ein Feuerwerk gestalten das Rennereignis zum Festival. Info: www.northwest200.org


ABSTECHER

Ulster-American Folkpark
Ein gewaltiges Freilichtmuseum, in dem das Drama von 2 Jahrhunderten Auswanderungsgeschichte lebensnah dargestellt wird. Eindrucksvoll zeigen sich auf dem originalen Auswanderungsschiff, der Brigg „Union“, die harten Bedingungen der Atlantiküberquerung. (Bei der Stadt Omagh in den Sperrin Mountains)

Janus Figur
Auf der Insel Boa steht das geheimnisvolle keltische Steinidol, Janus genannt, das von beiden Seiten gleich gemeißelt ist. Von einer zweiten Statue vermutet man, dass es sich um die „göttliche Hexe“ Badhbha handelt. (Im River Erne in den Lakelands)

Fort Navan
Sagenhaftes Monument aus Irlands Frühgeschichte. Einst Sitz der Hochkönige von Ulster, heute eine naturbelassenes Freilichtmuseum, in dem man Geschichte „spürt“. (An der A 28 ca. 3 km von Armagh entfernt)

Armagh Planetarium
Eine alte Sternwarte mit musealen Teleskopen, wo Erzbischof Robertson als einer der ersten Astronomen das All erforschte. Spektakulär das Besucherplanetarium mit 360 Grad Kino. (Auf dem College Hill mit schönem Blick auf Armagh)


Von Jule Reiner (Mai 2009)

Orte, die es in sich haben

Irisch-englische Straßenbeschilderungen machen die Reise durch Irland zum Sonderfall. Mal ähneln sich die Ortsnamen in beiden Sprachen, ein anderes Mal scheinen Sprachwelten zwischen ihnen zu liegen. Doch schon kleine Kenntnisse des Gälischen erweitern den irischen Horizont.

Welcher Irlandreisende hat sie nicht schon zum Spaß fotografiert, jene oftmals übervollen Wegweiserpfosten mit den so klangvollen wie fremdartigen Ortsbezeichnungen. Da führt beispielsweise eine wunderschöne Fahrt nach Gougane Barra in West Cork über Ballingeary, Inchigeelagh, Macroom und Carrigadrohid. Alles klar? Viel reizvoller aber ist es zu wissen, dass man zur „Höhle des Heiligen Finbarr“ über die „Furt des Shrubbery“ an der „Insel der Engstelle“ übersetzen muss, das „Abschüssige Feld“ queren und dann den Weg am „Brückenfelsen“ nehmen muss. Denn so steht es im Gälischen auf dem Schild, und so nimmt auch die Landschaft der Mythen und Sagen ihre alte Gestalt wieder an. Lassen sich doch aus dem gälischen Ortsnamen meist historische Begebenheiten, Namen von Heiligen und keltischen Gottheiten und Landschaftsbeschreibungen herauslesen, die den Kosmos der keltischen Vorfahren zwischen Naturglauben und Mystik überliefern. Manche von ihnen beleuchten auch nahezu vergessene Erzählungen oder Aspekte frühen Brauchtums. In der irischen Literatur füllt die Überlieferung von Ortsnamen ganze Bände, weil nahezu jeder von ihnen seine besondere Geschichte zu erzählen hat. Irische Balladen besingen sie bis heute und eine der am häufigsten gestellten Fragen, wenn sich Iren begegnen, heißt noch immer: „Wo kommst du her“. Und der unausgesprochene Gedanke dahinter lautet: „Dann sage ich dir, wer Du bist.“

In den Jahren ab 1800 begann die englische Oberhoheit mit einer groß angelegten Vermessung und Kartographierung aller Städte, Dörfer und Grundstücke der Insel. Zuvorderst ging es dabei natürlich um die Bemessung von Grundsteuern. Doch wurde auch mit britischer Gründlichkeit versucht, die bis dahin fast ausschließlich gälischen Ortsnamen so sorgsam wie möglich ins Englische zu übertragen. Ein Team von Übersetzern, darunter auch ein irischer Gelehrter, machte sich auf die damals noch sehr unebenen Wege durchs Land und trug aus mündlicher Überlieferung, historischen Manuskripten und mit Hilfe der Einheimischen die Namen und Aussprache der Orte zusammen. Manchmal kamen dabei direkte Übersetzungen heraus. Meistens aber hielten sich die Engländer nur an den Klang der gälischen Namen und übertrugen sie in eine Art Lautschrift. So haben bis heute die gälischen Originale auf den Beschilderungen alle eine exakte Bedeutung, während die englischen Bezeichnungen zum Teil recht melodisch klingen mögen, jedoch nichts mehr über den Ort aussagen. Und für den Reisenden sind sie Lautmalereien mit Zungenbrecherqualität. Noch eine Besonderheit unterscheidet das Gälische vom angelsächsischen Sprachraum. Wenn das Englische für Berglandschaften die zwei Begriffe „Hills“ und „Mountains“ verwendet, verfügt das Irische über mindestens ein Dutzend die Form, Höhe, Gestalt oder andere Eigenheiten des Bergs beschreibender Wörter. Da wundert sich der Reisende gerne, wenn er anstatt eines vermuteten Hügels plötzlich einen 500 Meter über dem Meeresspiegel aufragenden Koloss vor sich findet.

Auffallend oft begegnet der so durch Irlands grünes Farmland Fahrende auch den Bally-Namen, wobei das ursprüngliche „Baile“ für eine Ortschaft, einen Landbesitz oder ein Gehöft stand. Jetzt aber kommt mit keltischer Weltsicht die Gestalt oder Geschichte hinzu. Ballinderry zum Beispiel (Baile an Doire) ist das „Land des Eichenwaldes“, Ballymullen (Baile an Mhuilinn) ist der „Mühlengrund“ und das Gehöft Ballymascanlan bewirtschafteten einst „Scanlans Söhne“ (Baile mhic Scanlain). Eine der hübschesten Umwandlungen durch das Englische hat der pittoreske Fischerort Roundstone in Connemara hinnehmen müssen. Der alte Name „Cloch na Rón“ bezeichnete zwar mit dem ersten Wort tatsächlich einen Felsen oder Stein, doch das Wort „Rón“ hat keinerlei Verwandtschaft mit dem englischen „round“ für rund. Es bedeutet vielmehr Robbe und verweist auf die felsige Küstenlandschaft, wo die gemütlichen Flossenfüßer auch heute gerne ein Sonnenbad nehmen. „Robbenfelsen“ oder „Seal´s Rock“ wäre also der richtige kartographische Eintrag für das gewesen, was zu einem einfachen Rundstein wurde. Dieser Ort aber ist voll anmutiger Schönheit mit bunten Cottagehäusern entlang einer buckligen, von Pflanzen umschlungenen Straße. Schroffe Klippen strecken sich vor den Fischerhaustüren ins Meer und bei Ebbe ist das schwefelgelbe Leuchten der Seealgenteppiche sagenhaft.

Wenn der Irlandreisende also nicht gerade einen gälischen Sprachkurs absolviert hat, wird ihm verborgen bleiben, mit welch mythischen und natürlichen Mächten viele Orte im Bund standen. Vielleicht aber wird er es spüren, wenn er die Namen lautmalerisch buchstabiert. Und zur wunderbaren Orientierung verhelfen ihm einige der am häufigsten gebrauchten Vorsilben wie etwa Glen, Inis, Kill, Caher, Cnoc. Dann weiß er, dass er ein Tal, eine Insel, einen Kirche, ein Fort und einen Hügel finden wird. Einen hohen Berg kann er erwarten, wenn er „Ben“ liest und am Rande der Klippen kommt er mit einem „Bun“ an.

(Aus dem englischen Text „Pondering the Placenames“ von Elizabeth Healy übertragene Fassung.)

Radurlaub in Nordirland

Quer durchs Land oder rund ums Wasser Nordirland baut ein dichtes Radwegenetz / Bereits jetzt Trails jeder Länge / Fünf Schwierigkeitsgrade

Der längste Radweg Nordirlands, der „Kingfisher Trail“, ist mit 480 Kilometer zugleich der längste auf der ganzen Insel. Er beginnt in Enniskillen, Co. Fermanagh, und pendelt entlang der – kaum noch merkbaren – Grenze mehrfach in die Republik Irland, ehe er wieder die historische Stadt zwischen dem Upper und dem Lower Lough Erne erreichte.

Die nach dem bunten Eisvogel genannte Rundroute ist das Rückgrat eines umfangreichen Radwegenetzes, das eventuell bereits 2005 die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des britischen Landesteils verbinden soll. Die Planung ist Teil des „National Cycle Network“ in Großbritannien. Überdies ist eine Route in Richtung Dublin geplant.

Neben dem Kingfisher Trail, dessen südlichster Punkt Carrick-on-Shannon in der Grafschaft Leitrim ist, hat der Norden bereits drei weitere Fernstrecken ausgeschildert, die sich für ganz engagierte Radler auch kombinieren lassen.

Die Route „Belfast to Ballyshannon“ verläuft über 386 Kilometer quer durch Nordirland und endet an der Küste von Donegal. Sie folgt erst dem River Lagan, passiert Lough Neagh im Süden und verbindet die Städte Portadown, Cookstown und Enniskillen. Der Ulster American Folk Park, eine der meistbesuchten Attraktion im Norden, liegt an der Route.

Die drittlängste Strecke misst 298 Kilometer zwischen „Ballyshannon und Ballycastle“ an der Küste von Antrim. Dort gibt es einen Anschluss an die Fähren nach Schottland oder zur vorgelagerten Insel Rathlin. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entlang dieser Strecke sind das historische Derry und die spektakulär ins Meer hinausragenden Felssäulen des Giant’s Causeway.

Die dritte Langstrecke ist der 176 Kilometer messende „Loughshore Trail“, eine klassische Rundfahrt rings um Lough Neagh, Nordirlands und Großbritanniens größten Binnensee. Empfohlene Stopps entlang der flachen Strecke (nur im Südwesten geht es einmal 100 Meter hoch) sind das Lough Neagh Discovery Centre auf Oxford Island sowie die Kirche und die Heilige Quelle von Cranfield.

Neben diesen Langstrecken-Radwegen hat Northern Ireland neun regionale Wege angelegt, die teilweise in das landesweite Netz integriert werden sollen. Die sportlich anspruchsvollsten sind drei Rundfahrten durch bergige Gebiete. Der „Glen of Antrim Trail“ mit Startort Ballycastle ist zwar nur 74 Kilometer lang, hat aber auf der bis 5 reichenden Skala den Schwierigkeitsgrad 4. Dieselbe Wertung tragen auch der ebenso lange Sperrins Print ab Cookstown und der kürzere Weg durch die „Mountains of Mourne“, wo zwischen Start und Ziel im Hafenort Newcastle nur 40 Kilometer liegen

Lang oder kurz, „easy“ oder „tough“ – Nordirland verheißt auf allen Routen „atemberaubende Blicke“ – und damit ist nicht gemeint, dass die Urlaubsradler nur luftschnappend am Aussichtspunkt ankommen.

(IM, Nr. 2/2004)

Reiten, Trails und Pferde mit bunten Wagen

Seit fast hundert Jahren verbringen Irland-Besucher ihre Ferien im Sattel

Was ist das Thema Nr. 1 in irischen Pubs? Falsch! Wenn es wirklich interessant wird, unterhalten sich Iren höchstwahrscheinlich über Pferde. Zugegeben: meist geht es darum, wie die Chancen eines mehr oder minder edlen Rosses am Wettschalter sind. Aber Hintergrund dieser Zocker-Dialoge ist doch stets ein tiefes Verständnis von Pferden und ihrer Seele.
Kein Wunder, dass dieses grüne Land schon seit fast hundert Jahren Reiturlauber vor allem aus Großbritannien anzieht. Es gibt eine ganze Reihe von Gestüten, die auf eine lange gastliche Tradition zurückblicken. Andere Reitzentren sind erst in den letzten zwei Jahrzehnten entstanden, als sich auf dem europäischen Festland herumsprach, wie geeignet die Insel für Ferien im Sattel ist und die Nachfrage stieg.

Wanderreiten
Drei Tage Reiten und dabei nur eine handvoll Straßen überqueren – das ist eine Wunschvorstellung der Wanderreiterer. „Hier werden solche Wünsche war“, sagte Barbara, eine passionierte Pferdefreundin aus Hessen. Seit Jahren kommt sie regelmäßig nach Irland, um bis zu eine Woche lang über das Land zu reiten. Sie kennt eine Reihe von Reiterhöfen und attestiert ihnen eine durchweg hohe Qualität. „Die meisten Pferde und Ponies sind sehr gepflegt, und die Guides kennen attraktive Trails, auf denen es viel zu sehen gibt.“

Geländereiten
„Wer in solch einer schönen Umgebung ist, will nicht nur in der Halle reiten“, erklärt Joseph und Ina nickt zustimmend. Das Paar aus Zürich hat das Reiten erst von einigen Jahren kennen gelernt, „bei einer Übernachtung in einem Farmhaus, das ein paar Pferde im Stall hatte.“ Weil es ihnen Spaß machte, lernten sie das Reiten. Nun drängt es sie hinaus auf die Trails: „Wir haben extra einen Reiterhof mit Geländeritten ausgesucht.“ Der erste Test ist zufrieden stellend verlaufen, nun soll es bald hinausgehen ins freie Feld.

Sprachunterricht
„A horse! A horse! My Kingdom for a horse!” – das Shakespeare-Zitat wäre doch ein gutes Exempel für den Sprachunterricht, den einige Reiterhöfe vornehmlich für ihr jugendliches Publikum anbieten. Die Kombination ist bestechend: büffeln und reiten. Es ist schließlich auch lohnend, sich Vokabeln und Grammatik einzuprägen. Schließlich verstehen die Pferde in Irland nur Englisch, bestenfalls auch Gälisch. Aber ein Satz wie „Ein Pferd! Ein Pferd! Mein Königreich für ein Pferd!“ würde wohl unerhört verhallen.

Pferde statt Familie
Kinder mögen Pferde, insbesondere, wenn sie wie die Connemara Ponies nicht so hoch gewachsen sind. Aber nicht alle Eltern teilen diese jugendliche Begeisterung für die schmucken Reittiere und wollen ihre Ferien zwischen Reithalle und Führring verbringen. Deshalb offerieren viele Reiterhöfe auch Reiterferien für unbegleitete Kinder. Selbstverständlich gibt es für die Junioren eine spezielle Betreuung und Aufsicht.

Zigeunerwagen
Die ungewöhnlichste Art, mit Pferden Ferien zu machen, sind gewiss die bunten Zigeunerwagen (horse-drawn caravans), die mit einer Pferdestärke über wenig befahrene Seitenstraßen zuckeln und bei dieser Gemächlichkeit der Fortbewegung für einen total entspannten Urlaub sorgen. Die farbenfrohen „Tonnen“ bieten Platz für vier bis fünf Personen, wenn allerdings alle Erwachsene sind, kann es eng werden. Eine Kochnische sorgt dafür, dass man an Bord nicht nur schlummern, sondern auch schlemmen kann. Erfahrungen im Kutschieren oder anderer Pferde-Fähigkeiten bedarf es nicht, aber sicherlich Zuneigung zu den Vierbeinern, um für eine oder mehr Wochen durch das Land zu zigeunern.
Selbstverständlich gibt es vor dem Start eine gründliche Einweisung für den Umgang mit Gefährt und Tier. Die Routen sind vorgegeben, damit man nach der Tagesetappe das Pferd und auch die Reisegesellschaft versorgen kann.
Insgesamt gibt es fünf Zigeunerwagen-Anbieter in den Grafschaften Wicklow, Laois, Galway, Mayo und Kerry (www.irishhorsedrawncaravans.com).

In den Grünen Ferienseiten der Irland Information findet man Reiseveranstalter, die Reit- und Zigeunerwagenurlaub anbieten. Die Broschüre Reiturlaub (Equestrian Holidays Ireland), ebenfalls erhältlich bei der Irland Information, listet die Reiterhöfe des Landes auf. Tabellarisch sind Angaben über die Anzahl der vorhandenen Pferde, die Reitprogramme, Flughafentransfers und möglichen Englischunterricht aufgeführt. Auf der Internetseite von Equestrian Holidays Ireland (www.ehi.ie) erhält man alle Informationen auch auf Deutsch.

Beratung und Broschüren: Irland Information, Tel: 069-66 800 950, www.tourismireland.com

(IM 2/2000)

Sprachkurse - Englisch und Gälisch

Wo Lehren eine lange Tradition hat / Zertifikate sichern den hohen Standard des Englisch-Unterrichts in Irland

Jahrzehntelang konnte Irland seiner Jugend zwar keine Arbeitsplätze bieten, aber an einem ordentlichen Bildungswesen hat das Land nie gespart. Heute profitiert die Insel von ihrem flächendeckenden Schulsystem: Investoren schätzen den nunmehr boomenden Staat nicht zuletzt wegen der gut ausgebildeten Arbeitskräfte.

Das Land, das im Mittelalter kluge und lehrende Mönche „exportierte“, ist seither bekannt für seine Schulen und Universitäten. Kein Wunder, dass Irland von Sprachschülern aus aller Welt geschätzt wird. Dementsprechend breit gefächert ist das Kursangebot. Es reicht von „Englisch für Anfänger“ bis zu hoch spezialisierten Seminaren für Führungskräfte der Wirtschaft. Aber auch über den eigentlichen Unterricht hinaus müssen die Sprachschulen des Landes strikte Auflagen erfüllen, wollen sie sich mit der werbeträchtigen Anerkennung durch das Bildungsministerium in Dublin zieren.
Auch die einzelnen Sprachlehrer können sich bewerten lassen. Organisiert wird dies seit 1990 von der „Recognised English Language Schools Association“ (R.E.L.S.A.). Dabei werden gleichermaßen die sprachlichen wie die didaktischen Fähigkeiten geschult.

Die Stundenpläne für Sprachschüler sind meist kombiniert mit sportlichen und kulturellen Aktivitäten oder attraktiven Freizeitprogrammen. Eine Besonderheit stellen jene Sprachkurse dar, die nicht nur Englisch-Kenntnisse, sondern auch Einblicke in die irisch-keltische Kultur vermitteln. Vor allem jüngere Sprachschüler wohnen oft bei irischen Familien, damit die Gäste auch abseits der Schulbänke ihr Englisch praktizieren müssen. Die irische Bevölkerung gehört statistisch zu den jüngsten in Europa, folglich ist es für Jugendliche in der Regel nicht schwer, passende Kontakte zu knüpfen.

Dass die Iren unabhängig von ihrem Alter generell sehr kommunikativ sind, hat sich auf dem Kontinent herumgesprochen. Viele Irlandurlauber bezeichnen die freundlichen und unkomplizierten Gespräche mit den Iren als eine der Eigenschaften, die den Aufenthalt zwischen Cork und Donegal besonders erinnerungswürdig gemacht haben. Noch besser, wenn sie dabei auch ihre Sprachkenntnisse vertiefen oder aufpolieren konnten.

Learning English in Ireland
MEI RELSA heißt die Gruppe der anerkannten Sprachschulen, die sich unter dem Namen „Learning English in Ireland“ zusammengeschlossen hat. In ihrem umfangreichen Katalog werden die Schulen tabellarisch mit ihren Leistungsangeboten und Adressen vorgestellt. Die Kriterien reichen von Internet-Zugängen für die Sprachschüler bis zu Einrichtungen für behinderte Kursteilnehmer.
Die Broschüre ist erhältlich bei der Irland Information in Frankfurt oder bei MEI RELSA, 107 South Circular Road, Dublin 8, Tel: +353-(0)1–475 3132, Fax: +353-(0)1–475 3088, E-Mail: info@mei.ie , www.mei.ie . Weiteres auch unter www.learnenglish.ireland.ie .

Gälisch lernen in Irland
Die Republik ist offiziell ein zweisprachiges Land. Die zweite Sprache ist Irisch, eine keltische Sprache, die meist als Gälisch bezeichnet wird. Obwohl diese alte Sprache in den Schulen unterrichtet wird, wurde sie bis vor einigen Jahren im Alltag nur noch in einigen Landesteilen gesprochen, den Gaeltacht-Gebieten. Allerdings erlebte diese keltische Sprache und Kultur in den vergangnen Jahren eine Renaissance, insbesondere unter der jungen Bevölkerung. In jedem Jahr kommen Besucher nach Irland, um diese ungewöhnliche Sprache zur erlernen.
Nähere Informationen dazu bei Gael-Linn, 35 Dame Street, Dublin 2, Tel: +353-(0)1–675 1200, Fax: +353-(0)1–670 4180, E-Mail: eolas@gael-linn.ie , www.gael-linn.ie .

(IM, 2/2003)

Weitere Informationen finden sich auch auf dieser Seite unter der Rubrik Landesinformationen/Sprachschulen.

Wanderful Ireland

Küsten und Berge - 3000 Kilometer Wanderwege – die Wunschinsel der Hiker
Wandern ist in Irland eine verhältnismäßig junge Sportart, aber inzwischen wird die Ausschilderung geeigneter Wanderwege kontinuierlich durchgeführt. Der erste Wanderpfad Irlands, der “Wicklow Way”, wurde erst 1982 offiziell markiert.

Für den Urlaubswanderer bieten diese Wege großartige Vorteile, weil sie nie überlaufen sind, man kommt in Kontakt mit anderen Wanderern, bei dem sich nicht selten ein angenehmes Gespräch ergibt, während man von den Einheimischen immer auf herzliche Weise willkommen geheißen wird.

Die Wege selbst sind sehr vielfältig: Die Auswahl reicht von Treidelpfaden entlang eines Kanals oder Flusses bis zu Wanderungen rund um die gebirgigen Halbinseln des Südwestens. Ihnen allen gemeinsam, mit ganz wenigen Ausnahmen, ist die Tatsache, dass sie von ihrer Beschaffenheit her für jeden Wanderer mit durchschnittlich guter Kondition zu bewältigen sind. Sie fordern weder außergewöhnliche Kondition, noch einen besonders ausgeprägten Orientierungssinn oder besondere Kletterkünste. Die normale Steighöhe übertrifft selten 300 Meter, es sei denn, um einen gut ausgeschilderten Pass in dieser Höhe zu überqueren. Meist winden sich diese Wege durch herrliche Berglandschaften. Die meisten Gebirgsketten Irlands befinden sich dicht am Meer mit atemberaubenden Ausblicken. Täler und Bergpässe liegen auf verhältnismäßig niedriger Höhe. Jedoch sollte man sich nicht täuschen lassen, denn die meisten Berge beginnen auf Meereshöhe.

Die Wanderpfade sind mit den international anerkannten Zeichen ausgeschildert: mit einem gelben Pfeil und Wanderer-Piktogrammen. Wo es notwendig war, wurden Übergänge und Trittsteige angebracht. Auch wenn man einen Wanderweg lediglich mit Hilfe der Wegweiser begehen kann, empfiehlt es sich dennoch, immer entsprechende Wanderkarten oder Taschenbuchführer bei sich zu tragen. Auf diese Weise wird die Freude an der ausgewählten Strecke durch Hinweise auf äußerst interessante historische, archäologische und natürliche Sehenswürdigkeiten viel größer sein. Außerdem sind solche Wanderhilfsmittel fast unerlässlich für den nie auszuschließenden Fall der Verdeckung durch Vegetationsüberwucherung oder fehlende Wegweiser, bedingt durch Sturmschäden.

Das gemäßigte Klima in Irland garantiert für das Wandern sehr gut geeignete Voraussetzungen. Im Sommer wird es kaum einen Tag ohne leichten Wind geben, der die Morgennebel vertreibt, so dass die Sonne die Flüsse, Seen und Bäche zum Glitzern bringt und die Grün- und Braunschattierungen der Berghänge aufleuchten läßt. Da es selten kalt und ebenso selten bedrückend heiß wird, ist die Temperatur in Irland für das Wandern ideal.

Ausbau und Instandhaltung der Wanderwege obliegt dem National Waymarked Ways Committee des Tourismusministeriums (Department of Arts, Sport and Tourism). Alle hier aufgeführten Wege werden alljährlich überprüft, um einen ausreichenden Ausschilderungsstandard zu gewährleisten.

Die Wanderwege werden in Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Behörden, Fáilte Ireland (Irische Fremdenverkehrszentrale), Coillte (Forstwirtschaftsbehörde), privaten Grundstückseigentümern und freiwilligen Mitarbeitern ausgearbeitet. Wanderer werden gebeten, alle Wege rücksichtsvoll zu benutzen, Tore zu schließen, Trittsteige zu verwenden, auf dem angezeigten Pfad zu bleiben, Ackerland nicht zu betreten und Bodenerosion zu vermeiden. Einige Wanderwege sind ideal für ein Wochenende, eine Tagestour, eine Nachmittagswanderung oder auch nur für einen kurzen Rundgang.

It’s a long way to Tipperary
Was darf es denn sein? Ein Tagestrip? Eine Langstreckentour? Das irische Wandermenü bietet jedem etwas. Die kürzeste Route ist nur 26 km lang; der Cavan Way führt durch das Quellgebiet des Shannon River. Wem das bestenfalls als Aufwärmstrecke genügt, kann den Cavan Way mit dem Leitrim Way (48 km) und dem Miner’s Way (128 km) verbinden. Die längste Strecke ist der 387 km lange Bealach na Gaeltachta, der Weg durch den gälischsprachigen Teil der Halbinsel Connemara. Die meisten Etappen sind um die 20 km lang und bieten am Tagesziel eine auf Wanderer eingestellte Unterkunft, oft sind dies private B&B-Quartiere mit freundlichen Gastgebern. Die längste Etappe erstreckt sich auf dem Western Way in der Grafschaft Mayo über 67 km – da empfiehlt es sich, ein Zelt im Gepäck zu haben.

Der Höhepunkt des irischen Wandernetzes bietet der Dingle Way, eine Route rings um die spektakuläre Halbinsel an der Westküste. Zwischen Brandon und Masatiompan steigt der Weg auf 640 Meter Höhe. Die ehemaligen Leinpfade entlang des Grand Canal und des Royal Canal, auf denen einst Pferde und Maultiere die Schiffe zogen, kommen fast ganz ohne Steigung aus, was besonders wandernde Familien erfreut.
Natürlich führt auch ein Weg in die Grafschaft Tipperary, der Ballyhoura Way bringt es auf 80 km. Das ist im Vergleich zu den anderen 30 Routen bestenfalls eine Mittelstrecke. Sorry, it’s not a long way to Tipperary.

Wanderkarten
Zur Planung von Wandertouren sind die vier Generalkarten im Maßstab 1:250.000, die ganz Irland abdecken, sehr hilfreich sowie die 89 topografischen Karten im Maßstab 1:50.000. Diese Karten sind in Deutschland alle erhältlich bei: Annette Kahl, Laarer Str. 171, 32051 Herford, Tel: 05221-31492, Fax 05221-33853

Unterkunft
Soweit möglich sind die ausgeschilderten nationalen Wanderwege (National Waymarked Walking Ways) in Etappen eingeteilt, die leicht als Tagesstrecken zu bewältigen sind (15-25 km). Am Ende der Strecke befinden sich Unterkunftsmöglichkeiten, die auch Verpflegung anbieten.

Weit verbreitet als Unterkunftsart sind die “B&B” (Bed & Breakfast), Familien- oder Frühstückspensionen. Natürlich gibt es auch Hotels, die Jugendherbergen des irischen Jugendherbergsverbandes “An Óige” sowie eine Reihe unabhängiger Herbergen. Wanderer sind in all diesen Unterkünften höchst willkommen. Sollte ein Regenschauer doch zu heftig gewesen sein, kann man hier seine Kleider trocknen und sich mit Reiseproviant versorgen sowie den Transfer zum Start- oder Zielpunkt einer Tagesstrecken vereinbaren.

In einigen Gebieten stehen keine Unterkunftsmöglichkeiten am Ende einer Tagesstrecke zur Verfügung. Informationen über die Distanzen zwischen den Unterkünften befinden sich immer bei der Beschreibung der einzelnen Wanderwege.

Wandern mit Spezialisten
Wanderer sind gesellige Menschen, deshalb sind sie auch gerne in Gruppen unterwegs. Dem entspricht das recht große Angebot an geführten Wandertouren: deutsche Reiseveranstalter und Spezialanbieter, die auf den Grünen Ferienseiten aufgeführt sind, haben individuelle und geführte Wandertouren im Programm (in beiden Fällen auch mit Gepäcktransfer). Geführte Touren bieten den Vorteil, dass die Guides mit der sich schnell ändernden örtlichen Wetterbildung vertraut sind.
Die kostenlose Broschüre gibt zu jedem Veranstalter die Adresse mit Telefon- und Faxnummer, der E-Mail-Adresse und, soweit vorhanden, der Homepage im Internet. Auf den „Grünen Ferienseiten“ sind auch die Anreisewege nach Irland verzeichnet. Aktuelle Angebote gibt es direkt auf der Homepage der Irland Information: www.entdeckeirland.de .

Walking Festivals
Insbesondere in den Sommermonaten finden spezielle Festivals für Wanderer, Garten- und Kulturfreunde statt. Alle Festivals und Daten befinden sich im Calendar of Events, erhältlich bei der Irland Information in Frankfurt.

Außerdem sind die folgenden Internetseiten informativ:
www.entdeckeirland.de Irland Information
www.walking.ireland.ie Wandern in der Republik Irland
www.walkireland.ie Markierte Wanderwege der Republik Irland
www.waymarkedways.com Markierte Wanderwege in Nordirland

(IM, Nr. 2/2000)

Wassersport auf der grünen Insel

Abtauchen in Irland

Die Insel bietet alle Arten von Wassersport / Eines der weltbesten Windsurfing-Reviere
Wer an Irland und an Wassersport denkt, wird wahrscheinlich zuerst an Angler oder an die beliebten Kabinenkreuzer auf dem Shannon oder auf anderen Wasserwegen im Inland denken. Und manch ein Irlandurlauber mag angesichts der feinsandigen ausgedehnten Strände bedauert haben, dass Irland nur im Hochsommer mediterrane Badetemperaturen kennt.
Dass eine Insel allein schon aus geographischen Gründen viel mehr Möglichkeiten zum Wassersport bietet, ist naheliegend. Dennoch ist wenig bekannt, welche Vielfalt Irland attraktive, 5600 Kilometer lange Küste bietet, vom Segeln bis zum Tauchen.

Segeln
Dass Irland auch ein weltberühmtes Segelrevier ist, wird selbst vielen „Yachties“ erst wieder einmal bewusst, wenn sich die besten Segelcrews der Welt wieder einmal in den fordernden Gewässern rings um den Fastnet Rock sportlich bekämpfen.

Den Iren war immer bewusst, welch großartige Segelreviere vor ihren grünen Küsten liegen. Das beweist der Royal Cork Yacht Club, der 1720 gegründet wurde und mithin der älteste Yachtclub der Welt ist. Er hat zwischen Atlantik und Irischer See nicht nur unzählige Nachfolger gefunden, überall entlang der Uferlinie, aber auch an den Seen im Landesinneren sind sehr viele Segelschulen entstanden. Sie bieten nicht nur Anfängerkurse, sondern auch spezielle Schulungen für fortgeschrittene Segler. Wer mag, kann dabei auch traditionsreiche Boote wie die Galway Hooker an der Westküste kennen lernen.

Die Irland Information hat eine spezielle kostenlose Broschüre mit dem Titel „Segelurlaub in Irland“ zusammengestellt. In ihr sind die wichtigsten Häfen, die Segelschulen und die Yacht-Vercharterer zusammengestellt.

Windsurfen
Wer statt des Schiffs nur ein Brett und ein Segel benötigt, ist bei den Windsurfern richtig. In ihren Kreisen hat Irland einen guten Namen, weil es mit die besten und beständigsten Windsurfing-Bedingungen der Welt garantiert. Deshalb veranstaltet auch die Professional Windsurfing Association einen World Grand Prix in Irland. Aber nicht nur die Profis sind begeistert, auch Anfänger finden in allen Revieren Irlands Schulen, die in das kleine oder große 1x1 dieses Sports einweisen.

Surfen
Nicht überall, wo die Windsurfer glücklich sind, preisen auch die Surfer die Wasserlandschaft. Irland ist eine der wenigen Inseln, die zugleich den tollkühnen Balancierern auf ihren Brettern exzellente Voraussetzungen bieten kann. Wer einmal gesehen hat, welche Wogen vom Atlantik her auf Irland zurollen, der weiß, weshalb alljährlich Tausende von Surfern anreisen. Viel von ihnen betrachten Irland als Geheimtipp, was vielleicht erklärt, weshalb einem die Grüne Insel nicht sofort einfällt, wenn man an Surfstrände wie in Hawaii oder Kalifornien denkt.

Wasserski
Auch auf schwankendem Brett, aber an der langen Leine gehen die Wasserskifahrer ihrem rasanten Hobby nach. Wasserski ist unter den Iren ein recht populärer Sport, deshalb können sie auch zahlreiche gut platzierte Teilnehmer an Welt- und Europameisterschaften vorweisen. Neben diesen Cracks gibt es aber weitaus mehr Freizeitfahrer, die sich ohne meisterlichen Ehrgeiz über die Seen und Flüsse zeihen lassen. Die meisten sind in örtlichen Clubs organisiert, bei denen Wasserski-Schnupperer in der Regel auch die Ausrüstung leihen können.

Kajak und Kanu
Die Kajak- und Kanufahrer sind oft auch in örtlichen Clubs engagiert, bei denen man sich häufig die Ausrüstung preiswert leihen kann. Die meisten Freunde dieses Bootssports gehen gerne auf geruhsame Touren über die Seen, Flüsse und Kanäle. Auch Meereskajak-Touren werden in letzter Zeit immer beliebter. In den Grafschaften Galway, Clare und Cork gibt es zugelassene Zentren, denen sich auch Anfänger anvertrauen können. Für Wildwasserfahrten bietet Irland zwar nur im Winter einige geeignete Wasserläufe. Umso erstaunlicher ist es, dass bereits im September alljährlich der Wildwasser Liffey Challenge unweit von Dublin stattfindet. An dieser Stelle schwillt Irlands größter Fluss dann ordentlich an und beeindruckt mit tosenden Stromschnellen, die mit viel Kraft und Geschicklichkeit gemeistert sein wollen.

Tauchen
Nicht mehr auf, sondern gänzlich im Wasser suchen die Taucher ihr Glück. Ihre Saison dauert dank des warmen Golfstroms recht lang, normalerweise von März bis Oktober. Dieser Strom sorgt auch für eine überraschend vielfältige Fisch- und Pflanzenwelt. Diese lässt sich vor Irland besonders gut beobachten, da das Wasser in der Regel sehr klar ist. Die Sichtweite beträgt meist um die zwölf Meter oder mehr, was auch die Unterwasserfotografen schätzen. Es gibt eine Reihe gewerblicher Tauchbasen, aber auch viele Taucherclubs entlang der Küste.

Informationen
„Wassersport in Irland“ ist die Broschüre betitelt, sie nicht nur kurz einführt in die verschiedenen Sportarten. Sie bietet auf zwei Seiten auch alle einschlägigen Kontaktadressen bis hin zur Irish Triathlon Association. Aufgeführt sind auch die Verbände, die behinderten Wassersportlern sachkundige Auskünfte erteilen können.
Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Irland Information, Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt/Main, Tel. 069-6680 0950, Fax 069-9231 8588, E-Mail: info@tourismireland.de .

Im Internet erhält man Informationen bei: www.waterbasedireland.ie und www.landwaterair.co.uk .

(IM, Nr. 1/2003)

Wellness: Viel Spaß im Spa

Heile Natur, gute Stimmung und feine Produkte der grünen Insel sorgen für den besonderen Wohlfühlfaktor in Irlands Wellnesslandschaft.

Setzen Sie sich ruhig noch auf ein oder zwei Pints an die Bar!“ Eine solch freundliche Aufforderung am Ende des Tages und nach entspannenden Anwendungen gehört in irischen Spas zur Regel. Wohlbefinden und Zufriedenheit stellen sich nicht allein durch Massagen, Bäder und gute Ratschläge für ein gesünderes Leben ein, sondern auch über den Genuss. Darin stimmen die verschiedenen Konzepte in Irlands Entspannungshotels überein.
Der Begriff Wellness, der von amerikanischen Ärzten und Sozialmedizinern in den 1960er und 70er Jahren aus den Worten Well-being und Fitness bzw. Well-being und Happiness abgeleitet wurde, zielt auf einen Lebensstil mit Wohlbefinden, Spaß und guter körperlicher Verfassung. Auf der grünen Insel stellt sich dieses Gefühl bereits bei einem ausgedehnten Spaziergang über einen der feingoldenen Strände ein, beim Reiten oder Golfen an den Küsten, beim Angeln an kristallklaren Seen und Flüssen, beim Wandern oder auch Nichtstun. Offener weiter Horizont und Meeresbrise, beruhigendes grün soweit das Auge reicht und biologische Nahrungsmittel aus familiären landwirtschaftlichen Betrieben gehören zu den naturgegebenen Trümpfen für ein gesundes Dasein auf der Insel.

Doch fordern die Stressfaktoren der Moderne auch hier, zumindest in den Städten, ihren Tribut. Die Nachfrage nach Einrichtungen, in denen die begünstigte Natur der Insel mit organisiertem Stressmanagement, mentalem Training und Umweltsensibilität verbunden werden und der Mensch sein Tempo „herunterfahren“ kann, ist so stetig gewachsen wie die Landschaft der Wellness-Adressen. Von der irischen Tourismusbehörde wurden jetzt 72 führende Hotels und Ressorts bewertet und in einem Katalog zusammen gefasst, um die Qualität und Eigenschaften der verschiedenen Spas für Reisende transparenter zu machen. Darunter finden sich einige der feinsten europäischen Adressen. Die einen nehmen sich die natürliche Umwelt zum Maß und nutzen traditionelle irische Methoden der Thalasso Therapie mit Algen- und Meerwasserbädern oder Moorbädern und Dampfräumen mit Pflanzenextrakten der heimischen Flora. Daneben wird jedoch auch die reiche Palette importierter Anwendungen geboten wie Ayurveda, Reiki, Lomi Massage und Balneotherapie. Internationale Spa-Produktmarken wie Espa, Carita, Pevonia Botanica, Yon Ka, Thalgo, Molton Browne, Decleor gehören selbstverständlich zum guten Ton. Und dieser Ton birgt immer auch die irischen Klangfarben: Die warmherzige Weltoffenheit, den Sinn für Humor, die Freude am Genuss guter Küche, den Sinn für einen Scherz am Rande, der die Seele lockert. Und natürlich die Laune auf craic, den Spaß, sich nach getaner Arbeit und gelungenem Slowdown köstlich zu amüsieren.

Info: Umfassender Katalog und Beschreibung der Spa-Adressen in Irland unter www.entdeckeirland.de/wellness

Juli 2008

Wellness: Mit der Weisheit der Natur

Originäre Produkte und abgestimmte Reiseprogramme auf der grünen Insel sorgen für den besonderen Wohlfühlfaktor in Irlands Wellnesslandschaft.

Offener weiter Horizont und die befreiende Kraft des Atlantiks, beruhigendes grün soweit das Auge reicht und biologische Nahrungsmittel aus familiären landwirtschaftlichen Betrieben gehören zu den naturgegebenen Trümpfen für ein gesundes Dasein auf der Insel. In Irland stellt sich das Gefühl, Urlaub in einer Wellnesslandschaft gebucht zu haben, bereits bei einem ausgedehnten Spaziergang über einen der feingoldenen Strände ein, beim Verweilen an kristallklaren Seen und Flüssen, beim Wandern oder auch Nichtstun. Doch die Nachfrage nach Einrichtungen, in denen die begünstigte Natur der Insel mit organisiertem Stressmanagement, mentalem Training und Umweltsensibilität verbunden werden und der Mensch sein Tempo „herunterfahren“ kann, wächst auch hier stetig. Denn Irland hat die natürlichen Quellen für alles, was die Seele mit dem Körper ins Gleichgewicht bringt. Moor und Wildkräuter, Meerwasser, Salz und Algen, Wind, Sand und Sonne stehen gratis zur Verfügung. Und eine moderne Küchenphilosophie, die in der Rezeptur meist auf schlanke und den Eigengeschmack betonende Gerichte aus den Produkten des Meeres und der satten Weiden bedacht ist, rundet Wellnesstage in einem der feinen Ressorts zum ganzheitlichen Wellbeeing ab.
Unter den von der Tourismusbehörde Fáilte Ireland eigens geprüften und zusammengestellten Adressen finden sich einige der feinsten europäischen Landsitze und Beautyhotels. Neben den natürlich gegebenen Anwendungen, wo man auch mal zünftig im Algenbottich durchatmen darf, werden weltgewandte Methoden vertreten wie Ayurveda, Reiki, Lomi Massage und Balneotherapie. Gut eingeführte Spa-Produktmarken wie Espa, Carita, Pevonia Botanica, Yon Ka, Thalgo, Molton Browne oder Decleor gehören selbstverständlich zum guten Ton. Und dieser Ton birgt immer die irischen Klangfarben: Die warmherzige Weltoffenheit, den Sinn für Humor, die Freude am Genuss guter Küche, den Sinn für einen Scherz am Rande, der die Seele lockert. Und natürlich die Laune auf craic, den Spaß, sich nach gelungenem Slowdown entspannt unters Volk zu mischen.

Wo Meeresbrise mehr ist, als ein Strand
Ausgewählte Reisevorschläge. Alle vorgeschlagenen Therapien sind von sorgsam abgestimmten, leichten und natürlichen Menüs begleitet.

Ostküste und Midlands 3-Tagesprogramm:
1. Tag: Ankunft Dublin Airport und Weiterfahrt nach Kildare, Killashee House.
Ein viktorianischer Landsitz mit dem Duft nach Torffeuer in ungezwungener Atmosphäre. 18 Entspannungs- und Dampfräume des Villa Spa bieten eine feinst abgestimmte Rasul Therapie. Zur Krönung ein Himmel aus 500 Sternen. Außerdem eine Hammam Suite, Balneobäder, eine Hydrotherapie Suite und abschließend Pediküre. Auch für den Mann.

2. Tag: Heritage Golf & Spa Resort in County Laois.
Ein 18-Loch Golfplatz empfängt Tatenwillige unter weitem Himmel.
Nach dem Spiel genießt man im Heritage Spa eine sinnliche Reise durch heiß-kalte Therapien nach keltischen Ritualen.

3. Tag: Westmeath, Temple Country Retreat and Spa, bekannt für seine therapeutisch zusammengestellte Kombination aus leichter Aktivität und 80 verschiedenen Anwendungen.
Die zweite Hälfte des Tages gilt ISHI, der weltbekannten und ersten Trüffeltherapie fürs Gesicht, mit schwarzen und weißen Trüffeln aus Italien kombiniert mit Kaviar und anderen natürlichen Essenzen.

4. Tag: Rückkehr nach Dublin und Heimflug


Südosten – 3-Tagesprogramm:
1. Tag: Ankunft in Dublin Airport und Weiterfahrt nach County Wexford, Besuch der Mühle im Avoca Village, Handwebereien, Wohn- und Modeaccessoires im Countrystil.
Weiterfahrt nach New Ross, Dunbrody Country House Hotel, ein zeitgenössisches Landhotel mit luxuriöser Einrichtung, großem Park und modernstem Spa. Exklusive Therapien mit Elemis, USPA und Savage Beauty.
Mittags original irische Kochschule mit Celebrity Master Chef Kevin Dundon. Weitere Spa-Erfahrung beim Eye Contur Wrap, Gesichtsmassage und Masken aus Naturprodukten, zum Abschluss ein Champagnersorbet.

2. Tag: Kilkenny, Geführte Tour durch Irlands besterhaltene mittelalterliche Stadt mit Einkaufsbummel. Weiterfahrt ins Monart Destiantion Spa, Enniscorthy. 70 Luxuszimmer liegen in weitem Parkland mit Gartenlounge für den Lunch. Im Spa botanische Hautreinigung und Aroma Oil Wrap Therapie in einem freischwebenden Badetank, in dem das Gefühl kompletter Gewichtslosigkeit erreicht wird.

3. Tag: Mount Wolseley Hotel, Spa & Country Club, Carlow. Freistehendes Resort mit Weltklassegolf, Spa für asiatische und europäische Therapieformen, geflutete Becken, Hammam und 14 Anwendungsräume.

4. Tag: Tee-off auf dem 18-Loch Christy O´Connor jr. Golfplatz. Abreise nach Dublin.

Info: Alle beschriebenen Resorts, Hotels und Countryhouses mit Spas und Wellnessprogrammen und ihrer Kategorie auf einen Blick unter: www.entdeckeirland.de/wellness

Wasser des Lebens - Whiskey wird dreimal gebrannt

Was das irische vom schottischen "Lebenswasser" unterscheidet

Iren und Schotten haben einiges gemeinsam, beispielsweise die keltische Herkunft und Uisce Beatha, das "Wasser des Lebens". Auf Letzteres bezogen enden hier die Gemeinsamkeiten, denn auf der irischen Insel wird dies als "Whiskey" übersetzt, bei den Schotten als "Whisky".
Es ist mehr als ein Buchstabe, der die beiden Spirituosen trennt: Die Gerste für den Whiskey wird in geschlossenen Anlagen mit rauchlosem Brennstoff getrocknet, das Getreide für den Whisky über offenem Torffeuer. Dabei nimmt es Rauchgeschmack an. Danach werden die Körner eingeweicht und ausgelegt zum Keimen, dabei entsteht das süßliche Malz.
Dieser Prozess wird im geeigneten Moment unterbrochen, dann werden die Körner getrocknet, gesiebt und gemahlen. In Maischebottichen wird die Masse mit kochendem Wasser versetzt und mehrere Stunden durchgerührt. Die so gewonnene Flüssigkeit, die "Würze", wird in Tanks gesammelt, der restliche Brei als Viehfutter verkauft.
Der Würze wird dann etwas Hefe beigegeben, um den Malzzucker in Alkohol umzuwandeln. Nach etwa drei Tagen geht alles in die Destilliergeräte – das „Brennen“ beginnt.
An diesem Punkt unterscheiden sich Whiskey und Whisky wieder. Der "Scotch" wird in der Regel einmal gebrannt, der "Irish" stets dreimal. Bei jedem Destillierdurchgang verliert der Grundstoff an Fuselstoffen und anderen Unreinheiten – entsprechend rein ist Irish Whiskey.
Der farblose und hochkonzentrierte Alkohol wird nun mit Wasser auf Trinkstärke reduziert und dann in Eichenfässern gelagert – oft sind es Fässer, in denen schon einmal Sherry transportiert wurde. Nun beginnt eine mehrjährige Lagerzeit, in der Irlands ohnehin milder Whiskey vom Holz die Färbung und zusätzliche milde Geschmacksnoten übernimmt.
Der letzte Schritt ist die Abfüllung in Flaschen und der Transport in Irlands Pubs und in alle Welt. Und zumindest in den Pubs heißt es dann: Sláinte!

Der Trip zum guten Tropfen: Tipps für Whiskey-Touristen
Eine „Whiskey-Rundreise“ könnte in Dublin in der Irish Whiskey Corner/Old Jameson Distillery beginnen, denn dort wird die Geschichte dieses edlen Tropfens erzählt. Irische Mönche brachten die Destilliertechnik vor mehr als tausend Jahren aus dem nahen Osten mit, wo auf diese Weise Parfum hergestellt wurde. In dem Fabrikgebäude von 1780 wurde einst Jameson destilliert.
Irish Whiskey Corner, Bow Street, Dublin, tgl. 9.30-17.30 Uhr, Führungen auch in deutscher Sprache, Tel. +353-(0)1-807 2355, www.whiskeytours.ie .

Nach John Jameson ist auch die nächste Station benannt: das Jameson Heritage Centre in Midleton. Die einst von Wasserkraft betriebene Anlage wurde restauriert und ist heute der einzige Industriekomplex dieser Art auf den Irisch-Britischen Inseln. Neben den historischen Mauern entstand die – für Besucher nicht zugängliche – moderne Whiskey-Brennerei.
Jameson Heritage Centre, Midleton, Co. Cork, Führungen März-Oktober tgl. 10-18 Uhr, November-Februar Mo-Fr um 12 und 15 Uhr. Tel. +353-(0)21-461 3594, www.whiskeytours.ie .

1757 erhielt in Kilbeggan, Co. Westmeath) ein Brenner seine Lizenz. Mehr als zweihundert Jahre lang reifte dort irischer Whiskey in großen Fässern heran. Heute ist Locke's Distillery ein Museum, in dem die Besucher die Whiskey-Herstellung kennen lernen können. Das alte Wasserrad treibt wieder die restaurieren Maschinen an. Zum Abschluss gibt es eine Kostprobe vom Kilbeggan Whiskey.
Locke's Distillery Museum, Kilbeggan, Co. Westmeath. Die geführte Tour dauert etwa 50 Minuten. Das Museum ist das ganze Jahr hindurch täglich geöffnet: April-Oktober, 9-18 Uhr, November-März 10-16 Uhr, Tel: +353-(0)506-32134, www.lockesdistillerymuseum.com

Tullamore Dew ist eine andere bekannte Whiskey-Marke, benannt nach dem Ort der Brennerei und ihrem Besitzer Daniel Edmond Williams. In seinem einstigen Lagerhaus entstand das Tullamore Dew Heritage Centre, ein lokalhistorisches Museum, in dem auch noch einige Fässer Whiskey reifen. In einem mehr als hundert Jahre alten Lagerhaus können die Besucher die Geräte zur Whiskey-Herstellung teilweise in Betrieb setzen. Gebrannt wird in Tullamore nicht mehr, dennoch steht am Ende des Rundgangs auch hier eine Whiskey-Kostprobe parat - wahlweise auch ein Irish Mist Likör.
Tullamore Dew Heritage Centre, Bury Quay, Tullamore, Co. Offaly, geöffnet: Mai-September Mo-Sa 9-18, So 12-17 Uhr, Oktober-April Mo-Sa 10-17, So 12-17 Uhr, Tel. +353-(0)506-25015, www.tullamoredew.com .

Die einzige noch arbeitende Whiskey-Brennerei, die Besucher einlässt, ist zugleich die weltweit älteste ihrer Art: Old Bushmills Distillery erhielt die Lizenz 1608. Die heutige Anlage, eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Norden, nur eine knapp zwei Kilometer vom Giant's Causeway gelegen, entstand nach einem verheerenden Feuer im Jahr 1885.
Old Bushmills Distillery, Bushmills, Co. Antrim, Führungen April-Oktober Mo-Sa 9.30-16, So 12-16 Uhr, Nov.-März Mo-Fr Touren um 10.30, 11.30, 13.30, 14,30 und 15.30 Uhr. Tel. +44-(0)28-2073 1521, www.whiskeytours.ie .

Selbstverständlich ist solch ein „Whiskey-Tourismus“ keine trockene Angelegenheit – überall kann man das Beste, was aus Gerste werden kann, auch verkosten. Bei den Führungen ist ein Glas des Lebenswassers im Preis inbegriffen, natürlich nur für Erwachsene.

(IM 4/2001)

Windmühlen - Die pure Kraft des Windes

Faszinierende Einblicke in die Mühlenkultur Irlands

Windmühlen sind weltweit ein faszinierendes Thema. Die gleichmäßigen Drehungen der Flügel, die typischen wuchtigen Geräusche des unendlich scheinenden Windes in den Windmühlenflügeln, den Seilen und Tüchern, die kernigen Gebäude aus massivem Holz oder Bruchstein – es hat schon eine ganz eigene Gefühlswelt, fast meditativ, die den Menschen der heutigen hektischen Zeit mit seiner modernen und zukunftsorientierten Elektronik und der überall präsenten High-Tech-Bauweise in ihren Bann zieht.

Irland ist ein besonders schönes Beispiel für die Kultur der Mühlen und deren Nutzer in den verschiedenen Jahrhunderten. Praktisch überall ist der Wind als ursprüngliche Kraft tagtäglich vorhanden. An den Küsten mal mehr, im Inland mal weniger, immer aber präsent – und die Farbspiele am Himmel und die Kompositionen der Wolkenformationen und der Duft der nahen Irischen See ergeben ein einzigartiges Erlebnis. Man muss sich nur darauf einlassen und dem Knarren der Hölzer zuhören, dem Pfeifen des Windes lauschen und den eigenen Gedanken folgen. „Die Antwort weiß nur der Wind“; vielleicht hatte Bob Dylan ebenfalls Wurzeln in Irland – wie auch immer: folgen Sie Ihren eigenen Gedanken und Bildern im Kopf.
Die Skerries Mills an der Ostküste Irlands zwischen Dublin und Drogheda gelegen sind ein vorbildliches Museum für das industrielle Kulturerbe Irlands. Gerade der Osten Irlands ist in der touristischen Betrachtung etwas ins Hintertreffen geraten gegenüber dem Süden und dem Südwesten der Grünen Insel. Völlig zu Unrecht – schließlich sind im Osten Irlands die historischen Meilensteine der langen und wechselvollen Geschichte des Landes vorhanden: Newgrange mit seinen Bauwerken aus der Zeit vor dem ägyptischen Pyramidenbau über die entscheidenden religiösen Stätten wie Tara bis hin zu richtungweisenden Schlachten am River Boyne oder Entscheidungen der Prinzen von Irland für die heutige Hauptstadt Dublin.
Ein ausgedehnter Trip an der Ostküste über mehrere Tage lohnt sich daher in mehrfacher Hinsicht: die Landschaft ist ruhig und schön, die kulturellen und historischen Aspekte sind vielfältig und beeindruckend und die Erreichbarkeit der einzelnen Örtlichkeiten ist geradezu ideal.
Doch zurück zu den Skerries Mills, die von Dublin aus in nördlicher Richtung in einer guten halben Stunde erreichbar sind. Diese Mühlen sind Getreidemühlen, in denen die Wasserenergie durch Windenergie ergänzt wird – vor allem in Zeiten großer Trockenheit. Auf vier Geschossen befinden sich die Mühlsteine, die Mühlmaschinen, Trocken- und Speicherräume für das Korn und die mit dem Wasserrad verbundenen Sack- oder Beutelaufzüge.
Die Mühlen von Holmpatrick erscheinen in der Mitte des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts auf Landkarten und in schriftlichen Urkunden. In dem Mehlboden neben den Mühsteinen zeugt die Mauerinschrift – Pat Thorn 1814 – von der Renovierung und dem Ausbau der Anlage, als die Nachfrage nach irischem Korn wegen der napoleonischen Kriege beträchtlich anstieg. Der Müller Richard Flinn aus Drogheda hat 1836 die Mühle betrieben, nach dessen Tod 1849 übernahm seine Frau Bridget aus Balbriggan die Geschäfte. Damals wurde auch eine Bäckerei eingerichtet. Ab 1840 lieferte die Mühle Mehl, Schrot und Brot an das Balrothery Union Workhouse südlich von Balbriggan. Heute noch sind zwei der ursprünglich vier Öfen zu sehen, die am Ort als „Schottische Öfen“ bekannt waren. Noch in den 1950er Jahren war die Mühlenbäckerei sechs Tage pro Woche in Betrieb und gab fünf Bäckern, drei Zuckerbäckern, Büroangestellten und Lieferanten Arbeit. Beliefert wurde Skerries, Rush, Lusk, Balbriggan und viele Ortsansässige und Urlauber. Im Jahre 1999 wurde die Mühle dem Publikum zugänglich gemacht, nachdem sie nach einem Brand 1986 wieder aufgebaut wurde.
Die Anlage ist ein hervorragendes Freilichtmuseum mit liebevoll restaurierten Räumen und Maschinen. Beim Gang durch die Stockwerke und die unterschiedlichen Arbeitsstationen der früheren Müller erhält man einen tiefen Einblick in den Alltag der Menschen. Die Themen reichen von der Mühlentechnik über die Arbeit der Müller, den Kornofen, die Mühlsteine und die Verarbeitung des Korns bis hin zu dem Mühlbach und dem Mühlteich und die Getreidearten – eine Fülle von Informationen für jene, die einfach nur einmal einen Eindruck über die Historie gewinnen wollen wie auch für jene, die sich intensiver mit der Müllerei beschäftigen und Anlagen außerhalb des Festlandes besichtigen möchten. Auch für jüngere Besucher bietet die Ausstellung viele interessante Details – es wird nie langweilig und der Freilichtbereich erweitert das eigentliche Museum. Lediglich das Angebot in dem eigentlich lauschig und gemütlich eingerichtetem Skerries Mills Tea Room könnte etwas differenzierter sein. Aber das wird durch das Angebot in der direkten Umgebung wieder ausgeglichen.
Wer schon einmal dort ist, sollte zwei weitere Orte besuchen – es verschönt den Tagesausflug immens und gibt Blicke auf’s Meer frei genau so wie Einblicke in ein typisch irisches Schloss: der Strand von Skerries ist sehenswert und lockt für einige Spaziergänge am rauschenden Meer. Und Ardgillan Castle & Demense in Balbriggan (wenige Minuten in Richtung Norden) überzeugt mit einer tollen Parkfläche am Hang zum Meer mit berauschendem Panorama und einem interessanten Schlosskomplex. Hier verbringen übrigens auch viele Iren verständlicher Weise ihre Wochenendnachmittage. Wenn dann noch für einige Zeit die Sonne scheint (und die kommt mit Sicherheit häufiger und länger, als man gemeinhin glaubt), kann man richtig durchatmen und sich beschwingt wieder auf den Weg nach Dublin machen.

Jan O. Deiters ist freier Journalist, Fotograf, Publizist und Fachmann für Marketing-Kommunikation. Einer seiner Schwerpunkte ist die Berichterstattung über das „neue“ und „moderne“ Irland mit seinen verschiedenen zukunftsorientierten Facetten für den deutschsprachigen Raum.

Von Jan O. Deiters (Januar 2006)